Sun Oct 05 10:44:00 CEST 2014
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Dortmunder 65
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Kommentare (19)
Austin A90 Atlantik- Der Phönix der nicht aus der Asche auferstanden ist Dieser Wagen hat mir schwer im Magen gelegen und war ein Grund für meine Schaffenspause, nun will ich dieses Gespenst aus dem Weg räumen. England hatte den Krieg mit den Verbündeten gewonnen, nur die Wirtschaft lag am Boden und der Pfund war viel zu stark. Man litt unter Rohstoffmangel und die Politik letzte nach Devisen in Form von Dollar. Die britische Regierung machte den Autobauern Druck, denn sie sicherte ihnen Stahl zu, wenn sie ihre Geschäfte dem Export zuwendeten und in erster Linie Richtung USA. Der Austin A90 Atlantik ist meiner Meinung nach eines der besten frühen Nachkriegsautos und das weil die Überlegungen in der Chefetage gar nicht so schlecht waren. Nach gerade mal 8000 Einheiten war Schluß für den A90 und die meisten blieben auf britischem Hoheitsgebiet. Der A90 wurde von 1949 bis 1952 gebaut und brachte es mit seinen 89PS auf um die 140 km/h bei einem Drehmoment von 190Nm bei 2500 U/min. Alles bei einer Verdichtung von 7,5:1. Von den 7981 A90 (Limousine und Cabrio) schafften es nur 350 in die Staaten, eine Preissenkung und die Einführung hydraulischer Bremsen halfen ihm auch nicht mehr. Mit der Gründung von BMC war das Ende besiegelt. Ich hoffe meine Ausführungen und Bilder haben euch gefallen, ich bin nun froh den Austin A90 endlich von meiner Liste streichen zu können. Bilder, Kommentare und Ergänzungen zum A90 sind gern gesehen. Nur zu, euer |
Sun Oct 05 11:07:39 CEST 2014 |
Ascender
Auch wenn ich etwas belesen in der Automobilhistorie bin, so muss ich zugeben - manch ein Auto ist mir dann doch entgangen. Dieser hier ist so eines. Vielen Dank für den tollen und ausführlichen Artikel.
Sun Oct 05 14:31:19 CEST 2014 |
Dortmunder 65
Es freut mich immer etwas meist Unbekanntes zu beschreiben
, nur ist es leider schwierig bis aufreibend an genügend Infos zu kommen. 

Ich kann mir ja auch nicht zu allem Bücher zulegen. Oft ist es auch schwierig Aussagen aus mehr wie einer Quelle zu bekommen.
Sun Oct 05 16:18:54 CEST 2014 |
Ascender
Das weiß ich sehr zu schätzen. Danke dafür nochmal.
Sun Oct 05 18:12:45 CEST 2014 |
Kurvenräuber37056
Hallo,dorti
....wenn man dran denkt,daß 1949 jeder Deutsche erstmal nur 60DM zur Verfügung hatte!
Sun Oct 05 23:00:24 CEST 2014 |
Duftbaumdeuter12122
Waren es nicht nur DM 40,00???
Sun Oct 05 23:04:23 CEST 2014 |
Dortmunder 65
Im ersten Schritt 40 und ein Monat später nochmal 20
Der Währungsumtausch vollzog sich in fünf Etappen:
Ab 21. Juni 1948 wurde die DM alleingültiges Zahlungsmittel;
Bevölkerung, Wirtschaft und öffentliche Hand erhielten eine Sofortausstattung in bar („Kopfgeld“);
alles bare Altgeld (Reichsmark, Rentenmark, Marknoten der alliierten Militärbehörden (AMC; Besatzungsgeld)) musste jeder auf ein Reichsmarkkonto einzahlen;
die Umstellung jedes Reichsmarkkontos musste beantragt werden;
die Reichsmarkkonten wurden geprüft und auf Deutsche Mark (DM) umgestellt.
Mon Oct 06 01:48:59 CEST 2014 |
Ascender
Das war zum Glück weit vor meiner Zeit.
Mon Oct 06 19:18:37 CEST 2014 |
scion
...jo, wieder so ein Artikel von dir, wo man liest und staunt
Die Briten haben echt bemerkenswerte Automobile erdacht und auf Räder gestellt. Alleine schon die ganze Roadster-Kultur.
Eigentlich schade, das sie in den 70ern/80ern alles so gegen die Wand gefahren haben.
Mon Oct 06 20:47:29 CEST 2014 |
Dortmunder 65
Über die gefragten Oldis schreiben ist in der Regel recht einfach. Diese Underdogs reizen mich mehr, obwohl es oft zum Haare raufen ist.
Mon Oct 06 20:58:18 CEST 2014 |
Andi2011
Moin,
danke für dieses "Gespenst".
Wer sich ein wenig mit der Geschichte der Wirtschaft und des Autos nach dem 2.Weltkrieg befasst,wird irgendwann auf den A90 stoßen und schnell wird auch klar warum er kein Erfolg werden konnte,erst recht nicht auf dem angestrebten US Markt.
Zu groß war die Konkurrenz und auch Vielfalt die andere Hersteller hervorbrachten,vom DKW bis zur Ente in Europa und erst recht in den USA wo Ford 1950 mit Ford, Mercury und Lincoln als Marken zum Marktführer wurde.Dazu kamen Chevrolet, GMC, Pontiac usw.und eine Wirtschaftslage, die aufgrund des Korea Krieges viele Amerikaner erst recht zu amerikanischen Autos greifen lies.
Wer weiss ob er sonst erfolgreicher geworden wäre,ich glaube aber nicht.
Ein toller Blog über ein vergessenes Stück Automobilgeschichte!
Beste Grüße
Andi
Mon Oct 06 21:03:24 CEST 2014 |
Dortmunder 65
Hätten sie sich auf den heimischen Markt konzentriert, wer weiß vielleicht mehr wie die schlappen 8000.
In den USA gab es mehr Auto für weniger Geld von den US Herstellern.
Danke für Dein Lob und Ausführungen Andi.
Mon Oct 06 21:16:56 CEST 2014 |
scion
Kurze Zeit später, so ab 1951, hat es doch dann auch mit dem US-Markt geklappt, als der Austin Healey 100 als Nash Healey vermarktet wurde.
Mon Oct 06 21:21:36 CEST 2014 |
Dortmunder 65
Jep, die GI's brachten den Spaß an dem Fahrvergnügen mit den kleinen Flitzern mit. Und im Healy war ja auch der Motor vom Atlantik
Mon Oct 06 21:27:56 CEST 2014 |
scion
...bis die ersten einen 329er Cadillac V8 reinzwängten
Mon Oct 06 21:30:17 CEST 2014 |
Dortmunder 65
Das würde ich gern mal sehen
Mon Oct 06 21:44:25 CEST 2014 |
scion
https://www.youtube.com/watch?v=KXWIlsGpId4
so in etwa
Mon Oct 06 21:52:47 CEST 2014 |
Dortmunder 65
ich dachte es sei noch enger
Tue Oct 07 18:44:18 CEST 2014 |
Ascender
Naja, die Briten hatten vor allem mit den unzufriedenen Arbeitern zu kämpfen. Anders als in Deutschland, mit den Betriebsräten, und den Einigungen, haben die Arbeiter in Großbritannien oftmals gar für mehrere Wochen den Betrieb lahmgelegt. Wenn sie dann wieder arbeiten gingen, hauten sie die Karren oft mangelhaft zusammen.
Dadurch haben die es sich ganz sicher verbockt in Europa. Denn die Kisten hatten allesamt ihren Ruf weg, schon nach kurzer Zeit. Das hält sich ja bis heute.
Tue Jul 28 18:57:59 CEST 2015 |
HeinzHeM
Bei den Briten gab es erst einmal ein unfähiges Management, dass zu allem Überfluß die Betriebe auch noch nach Gutsherrenart führen wollte. Die britischen Arbeiter aber waren alles andere als Tagelöhner sondern zum einen gut ausgebildet und zum anderen auch gut organisiert. Die Streiks gab es außerdem nur bei den britisch geführten Unternehmen, währenddessen die von einem US-Management geführten Betriebe (Ford und Vauxhall) von Ausständen der Arbeiter aus gutem Grund weitestgehend verschont blieben. Allenfalls bei Generalstreiks standen auch bei denen die Bänder still.
Dieses schlechte Unternehmensmanagement zog sich bis in die Neuzeit hinein und ging letztendlich mit British Leland unter. Dass es kaum an den Arbeitern gelegen haben kann, bewiesen zu Zeiten des Untergangs neben Ford und Vauxhall denn auch bereits Toyota und Nissan die in Burnaston bzw. Sunderland neue Automobilfabriken hochgezogen hatten und zusammen mit den englischen Arbeitern dort prima Autos bauten. Die Japaner brachten aber auch eine ganz andere Unternehmenskultur mit
Des Weiteren waren die britischen Automobilwerke auch zum großen Teil veraltet. Da gab es kaum neue Fertigungsstraßen sondern man baute dort zum Teil noch auf Anlagen die 20, 30 Jahre und älter waren und niemals eine Modernisierung erfahren hatten. Da war noch viel Handarbeit dabei.
Deine Antwort auf "Austin A90 Atlantik - Zum Scheitern verurteilt"