• Online: 3.069

VW stellt Antrag auf Fristverlängerung bei US-Gericht - Update: Gnadenfrist für VW in den USA

verfasst am

Volkswagen erhält in den USA eine Schonfrist. Der zuständige Richter für Hunderte Zivilklagen will noch bis 21. April auf eine Lösung für die Betrugsdiesel warten.

Volkswagen hat in den USA um die Verlängerung einer gerichtlichen Frist gebeten Volkswagen hat in den USA um die Verlängerung einer gerichtlichen Frist gebeten Quelle: dpa/Picture Alliance

San Francisco - VW hat im Abgas-Skandal kurz vor Ablauf eines Ultimatums eine Fristverlängerung beim US-Gericht beantragt. VW-Anwalt Robert Giuffra bat den zuständigen Richter Charles Breyer am Mittwoch (Ortszeit) um einen Aufschub von 14 Tagen, damit der Konzern einen Kompromiss im Konflikt um die Bereitstellung elektronischer Daten finden kann. Das geht aus einem Gerichtsdokument hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Kläger - darunter das US-Justizministerium - schlossen sich dem Antrag an.
Breyer hatte dem deutschen Autohersteller und der EPA im Februar ein Ultimatum bis zur Anhörung an diesem Donnerstag (24. März, 16:00 Uhr) gesetzt. Er fordert Klarheit über die Herausgabe von für den Prozess relevanten Daten. Zudem will der Richter eine definitive Antwort von VW und dem US-Umweltamt EPA, ob eine Einigung auf einen Plan zur Umrüstung der etwa 580.000 Diesel möglich ist, die in den USA von der Affäre um manipulierte Emissionswerte betroffen sind. VW muss sich mit Hunderten Zivilklagen wegen Betrugs, Vertragsbruchs und Verstößen gegen Umweltgesetze auseinandersetzen.

Update (24.04.2016; 16:50 Uhr): US-Richter verlängert Ultimatum


Mittlerweile ist klar, dass VW den Aufschub erhalten wird. "In Anbetracht der Fortschritte werde ich den Streitparteien Zeit bis zum nächsten Treffen geben", erklärte der für Hunderte Zivilklagen in den USA zuständige Richter Charles Breyer bei einer Anhörung am Donnerstag.
Breyer hatte dem deutschen Autohersteller und der US-Umweltbehörde EPA im Februar ein Ultimatum bis zum heutigen Donnerstag gesetzt. Er fordert eine definitive Antwort, ob eine Einigung auf einen Plan zur Umrüstung der etwa 580.000 Diesel möglich ist, die in den USA von der Affäre um manipulierte Emissionswerte betroffen sind.
Bis zur nächsten Anhörung am 21. April müssten aber "spezifische und detaillierte" Pläne vorgelegt werden. Ansonsten werde das Gericht ernsthaft erwägen, bereits in diesem Sommer mit dem Prozess zu beginnen.
Avatar von dpanews
154
Hat Dir der Artikel gefallen? 4 von 5 fanden den Artikel lesenswert.
Diesen Artikel teilen:
154 Kommentare:

Die VW-Dieseloffensive in den USA hat sich wohl als voller Rohrkrepierer erwiesen, diese Offensive war den US-Herstellern immer ein Dorn im Auge - nicht umsonst wurden speziell hier die Abgaswerte besonders unter die Lupe genommen.

Jetzt können die Amis wieder ihre großen Benzinschlucker kaufen und sind zufrieden. ;)

Dabei hätten die Modelle von XY wirklich potential gehabt... als "Coal Roller".

Schade drum, den Markt und Trend hatte man schließlich frühzeitig erkannt. :D

Ob´s wirklich schlimm ist? 150.000 von 17 Mio Neuzulassungen, das ist weniger als 1 %. VW hat 2015 rund 10 Mio Autos verkauft, da ist´s doch dann auch egal, ob man 50.000 bis 100.000 Diesel in den USA vertickt oder nicht. Dann kaufen die Leute jetzt eben keinen TDI sondern einen TSI. ;)

Schade nur um diejenigen Käufer, die ein sauberes Auto haben wollten und genau deswegen einen Diesel von VW gekauft haben. Die greifen eben nun eher zu einem hiernixcarfactoHybrid. In den USA gibt´s dafür genug Anbieter.

Avatar von synallagma "Oo=V=oO"
Sun Jun 05 15:40:12 CEST 2016

Zitat:

@Rufus24 schrieb am 5. Juni 2016 um 15:26:41 Uhr:


Die VW-Dieseloffensive in den USA hat sich wohl als voller Rohrkrepierer erwiesen, diese Offensive war den US-Herstellern immer ein Dorn im Auge -
Genau! Man wollte den US-amerikanischen Markt mit den vielen rückständigen Hybridmodelle gegen den überlegenen tetschen Diesel abschotten.

Zitat:

@Rufus24 schrieb am 5. Juni 2016 um 15:26:41 Uhr:


nicht umsonst wurden speziell hier die Abgaswerte besonders unter die Lupe genommen.
Von wo kam noch mal der Hinweis auf die Unregelmäßigkeiten bei den VW-Dieseln?

Heute Nacht mit Pipi Langstrumpf geschlafen!?

Avatar von Trennschleifer48069
Sun Jun 05 16:19:56 CEST 2016

Was für Motoren haben eigentlich die dodge und die ganzen ami Kisten und welche Norm erfüllen die? Irgendwie fällt es schwer zu glauben, dass Dieselmotoren, in einem Land wo kaum Diesel entwickelt, produziert und verkauft werden, besser sind als die Motoren der Dieselnationen

Hi,

Amerikaner können auch diesel bauen aber eben für lkw und trucks wo sie hin gehören.

Dort waren die Abgaswerte zumindest in den letzten jahren auch immer sehr viel großzügiger als beim pkw.

Gruß Tobias

Avatar von synallagma "Oo=V=oO"
Sun Jun 05 16:50:42 CEST 2016

Zitat:

@conqueror333 schrieb am 5. Juni 2016 um 16:19:56 Uhr:


Was für Motoren haben eigentlich die dodge und die ganzen ami Kisten und welche Norm erfüllen die? Irgendwie fällt es schwer zu glauben, dass Dieselmotoren, in einem Land wo kaum Diesel entwickelt, produziert und verkauft werden, besser sind als die Motoren der Dieselnationen

Dodge nutzt den V6-3,0l von VM und den 6,7l von Cummins. Unabhängig davon sind die Nutzfahrzeugnormen wie in Europa nicht mit den PKW-Normen vergleichbar. Und außer den Deutschen gab es kaum PKW-Diesel am US-Markt.

Avatar von Spiralschlauch42181
Sun Jun 05 17:18:10 CEST 2016

Es ist gut zu lesen, dass diese automobilen Neandertaler auf dem Weg zum aussterben einen guten Schritt vorangekommen sind. Dieselmotoren sind noch für Zugmaschinen und Lasttransporter sinnvoll und nötig. Im normalen PKW sind diese Motoren dagegen einfach nur barbarisch.

Avatar von Trennschleifer48069
Sun Jun 05 17:34:54 CEST 2016

Mimimi ich habe jeden diesel lieber als einen hybrid Zwitter. Jeden das seine. Keiner zwingt dich einen Diesel zu kaufen. Und bitte komm nicht mit dem Umweltgeplappere

Avatar von synallagma "Oo=V=oO"
Sun Jun 05 17:36:42 CEST 2016

Zitat:

@conqueror333 schrieb am 5. Juni 2016 um 17:34:54 Uhr:


Mimimi

Keine Argumente mehr!?

Zitat:

@conqueror333 schrieb am 5. Juni 2016 um 16:19:56 Uhr:


Was für Motoren haben eigentlich die dodge und die ganzen ami Kisten und welche Norm erfüllen die? Irgendwie fällt es schwer zu glauben, dass Dieselmotoren, in einem Land wo kaum Diesel entwickelt, produziert und verkauft werden, besser sind als die Motoren der Dieselnationen
Welche Diesel in den Dodge RAM eingesetzt werden, hat synallagma ja schon genannt, bei Chevrolet sind es im Silverado Dieselmotoren aus eigener Produktion (Duramax) und im Aveo der 1.3 Liter CDTi Multijet, der auch bei Fiat, Ford, Opel und Suzuki eigesetzt wird.
Ford verwendet die zusammen mit AVL entwickelten Powerstroke Diesel und Jeep die hauseigenen Dieselaggregate, schließlich hat FCA mit VM Motori einen der besten Dieselmotorenbauer der Welt im Konzern.
… und natürlich erfüllen diese Dieselmotoren die in den USA geltenden Normen – was erwartest Du denn?

Übrigens: Nur weil amerikanische Diesel-Hersteller hier in der Dieselnation Deutschland nicht oder wenig bekannt sind, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt oder sie nichts entwickeln. Allein Cummins hat z.B. aktuell 32 Dieselmotor-Baureihen mit Hubräumen zwischen 2,8 und 95 Liter im Programm.

Zitat:

@Uncle__Sam schrieb am 5. Juni 2016 um 17:42:56 Uhr:



Übrigens: Nur weil amerikanische Diesel-Hersteller hier in der Dieselnation Deutschland nicht oder wenig bekannt sind, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt oder sie nichts entwickeln. Allein Cummins hat z.B. aktuell 32 Dieselmotor-Baureihen mit Hubräumen zwischen 2,8 und 95 Liter im Programm.
Die amerikanischen Diesel werden aber wohl nicht mit SCR-Kat (AdBlue) ausgestattet, was im PKW auf Grund der Abgasvorschriften dort zwingend wäre.
Aus dem beiliegenden Artikel vom Oktober 2015 kann man ablesen, dass sich der Diesel als unpraktikabel in den USA erledigt hat. Bin nur gespannt, wann und wo andere Länder folgen.

http://www.focus.de/.../...ht-nachfuellt-bleibt-stehen_id_5042069.html

Auch in Europa wird der Anteil der Diesel für den Privatkunden abnehmen. Deutet sich an Hand der KBA-Zulassungen ja schon an.

Zitat:

@Alfons007 schrieb am 5. Juni 2016 um 18:00:07 Uhr:


Die amerikanischen Diesel werden aber wohl nicht mit SCR-Kat (AdBlue) ausgestattet, was im PKW auf Grund der Abgasvorschriften dort zwingend wäre.
Warum sollte das nicht der Fall sein?
Ein Blick auf die Cummins Homepage fördert folgendes zu Tage:
Diesel Exhaust Fluid is not new to Cummins. We have built over 420,000 SCR engines to date, and Cummins Emission Solutions has built and shipped over 965,000 SCR systems.
SCR und DEF werden bei Cummins seit 2013 eingesetzt, die Abgasreinigung der 6.7 Liter Cummins Diesel wird übrigens hier recht ordentlich beschrieben.

Macht Euch doch bitte endlich mal von dem Stammtischwissen frei, dass die Motoren- und Abgasreinigungsentwicklung in den USA rückständig sei und nur in Deutschland hochwertige und saubere Motoren entwickelt werden können – denn das ist schon seit Jahrzehnten absoluter Bullshit.

Avatar von Trennschleifer48069
Sun Jun 05 18:36:08 CEST 2016

Es war kein Stammtischwissen, sondern eine ernste Frage. Die Amerikaner sind ja nicht gerade als dieselfreunde bekannt und vertreiben ja Viel weniger Dieselfahrzeuge, weswegen ja Forschung und Entwicklung im pkw bereich wenig rentabel sein dürfte.

Avatar von Bongo73 "Watashi-wa Bongo-desu ;-)"
Sun Jun 05 18:37:31 CEST 2016

Zitat:

@Rufus24 schrieb am 5. Juni 2016 um 15:26:41 Uhr:


Die VW-Dieseloffensive in den USA hat sich wohl als voller Rohrkrepierer erwiesen, diese Offensive war den US-Herstellern immer ein Dorn im Auge - nicht umsonst wurden speziell hier die Abgaswerte besonders unter die Lupe genommen.
Ja, das stimmt. Die großangelegte "Dieseloffensive" der deutschen Autobauer in den USA war vor dem künstlich durch die bösen Amis hervorgerufenem "Abgasskandal" - der allein deshalb konstruiert wurde, um die deutsche Wirtschaft zu schädigen und den viel zu mächtig gewordenen Konkurrenten VW auf dem US-Markt anzugreifen - nämlich ein absoluter Boom-Antrieb, verzeichnete großartige Wachstumsraten und stetig wachsende Beliebtheit unter den US-Kunden.... :D:D:D

Der immens hohe Marktanteil des Diesel-Antriebs in den USA noch im August 2015 (also einen Monat vor dem "Dieselgate";) bestätigt dies zudem eindrucksvoll: 15.085 zugelassene Fahrzeuge oder 0,96%... :eek::eek::D:D:D

http://www.hybridcars.com/august-2015-dashboard/

Zitat:

Jetzt können die Amis wieder ihre großen Benzinschlucker kaufen und sind zufrieden. ;)

Der höhere CO2-Ausstoß von größeren "Benzinschluckern", ist nicht gleichbedeutend mit dem erhöhten NOx-, Feinstaub- und Rußpartikel-Ausstoß unserer durchschnittlichen europäischen/deutschen Dieselfahrzeuge... ;)
Und beim "Dieselgate" ging es bekanntlich ausschließlich um die vorsätzliche Überschreitung der Stickoxid-Grenzwerte (NOx). Letzteres ist, wie zuviel Feinstaub und die gefährlichen Nano-Rußpartikel, übrigens in hoher Konzentration gesundheitsschädigend.
CO2 ist dagegen "nur" ein für den Organismus unschädliches Klimagas, welches den Treibhaus-Effekt begünstigt. ;)