Abwanderungswillige Opelaner dürfen vorerst nicht gehen
Betriebsrat blockiert Abfindungsverträge
Nach der Übernahme durch PSA will Opel Tausende Stellen kürzen. Der Betriebsrat befürchtet einen Exodus und verweigert derzeit Abfindungsverträgen die Zustimmung.
Quelle: dpa/Picture Alliance
Rüsselsheim - Der Ausstieg beim Autobauer Opel gestaltet sich für abwanderungswillige Mitarbeiter schwierig. Wie in der vergangenen Woche angedroht, hat der Betriebsrat rund 70 Aufhebungsverträgen zum 1. Mai nicht zugestimmt. Die Mitarbeiter seien damit vorerst weiter bei Opel beschäftigt, hieß es am Mittwoch in Unternehmenskreisen.
Der Betriebsrat kritisiert das Abfindungsprogramm für jüngere Betriebsangehörige, mit dem Opel eine ungenannte Zahl Beschäftigter loswerden wolle. Der zur Sanierung unter der Regie des neuen Mutterkonzerns PSA benötigte Personalabbau könne allein mit Vorruhestandsregelungen und Altersteilzeit erreicht werden, argumentieren Betriebsrat und IG Metall.
Auch wegen einer verspätet eingegangenen Anzeige möglicher Massenentlassungen durch das Unternehmen wollen die Arbeitnehmer den Aufhebungsverträgen vorläufig nicht zustimmen. Ein Opel-Sprecher hatte die Anzeige als rein formalen Akt bezeichnet.
Die Abfindungen für die Jüngeren können je nach Betriebszugehörigkeit schon im Sockelbetrag bis zu 275 000 Euro erreichen. Dazu kommen noch weitere Prämien für einen besonders schnellen Abschied (mindestens 20.000 Euro) und ein Entgelt für den Verzicht bestehender Kündigungsfristen. Schwerbehinderte und Eltern jüngerer Kinder können auf weitere Pauschalen setzen, so dass in vielen Fällen mehr als 300.000 Euro brutto in Aussicht stehen.
"Die Mitarbeiter werden zum Spielball", sagte ein betroffener Opel-Angestellter der Deutschen Presse-Agentur. Unter den Abwanderungswilligen herrsche große Ungewissheit, und es gebe die Angst, dass die versprochenen "Speed-Prämien" bei einem verspäteten Ausscheidetermin entfallen könnten.
Opel sieht in der verweigerten Zustimmung der Arbeitnehmer eine Blockade, die gegen die abgeschlossene Betriebsvereinbarung verstoße. Der Betriebsrat stelle sich gegen die Wünsche der Beschäftigten, die bereits zahlreiche Beschwerden an die Personalabteilung gerichtet hätten. Das Programm bleibe aber unverändert in Kraft und jeder Fall werde individuell geklärt. So hätten einige Mitarbeiter bereits im April das Unternehmen verlassen.
Umstritten zwischen den Parteien ist die Wirkung der verschiedenen Personalabbau-Programme für die noch rund 18.000 in Deutschland beschäftigten Opelaner. Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug rechnet mit rund 3.800 Teilnehmern bei Vorruhestand und Altersteilzeit. Diese Größenordnung ist laut Opel noch nicht erreicht, so dass zusätzliche Anreize notwendig seien. Das Unternehmen spricht von rund 1.000 vorliegenden Abfindungsanträgen jüngerer Beschäftigter. Gerüchteweise ist in Rüsselsheim sogar von 2.000 Anträgen in diesem Programm die Rede.
Der Betriebsrat hält dem Unternehmen vor, ohne Gesamtkonzeption zu agieren und nahezu jeden Aufhebungsantrag anzunehmen. Dem trat am Mittwoch ein Sprecher entgegen: "Bei unseren freiwilligen Programmen zum Stellenabbau stellen wir sicher, dass alle Schlüsselpositionen besetzt bleiben und alle Bereiche in verschlankter Form voll funktionstüchtig bleiben - auch im Hinblick auf die langfristige Aufstellung unseres Unternehmens."
Der Betriebsrat kritisiert das Abfindungsprogramm für jüngere Betriebsangehörige, mit dem Opel eine ungenannte Zahl Beschäftigter loswerden wolle. Der zur Sanierung unter der Regie des neuen Mutterkonzerns PSA benötigte Personalabbau könne allein mit Vorruhestandsregelungen und Altersteilzeit erreicht werden, argumentieren Betriebsrat und IG Metall.
Auch wegen einer verspätet eingegangenen Anzeige möglicher Massenentlassungen durch das Unternehmen wollen die Arbeitnehmer den Aufhebungsverträgen vorläufig nicht zustimmen. Ein Opel-Sprecher hatte die Anzeige als rein formalen Akt bezeichnet.
Die Abfindungen für die Jüngeren können je nach Betriebszugehörigkeit schon im Sockelbetrag bis zu 275 000 Euro erreichen. Dazu kommen noch weitere Prämien für einen besonders schnellen Abschied (mindestens 20.000 Euro) und ein Entgelt für den Verzicht bestehender Kündigungsfristen. Schwerbehinderte und Eltern jüngerer Kinder können auf weitere Pauschalen setzen, so dass in vielen Fällen mehr als 300.000 Euro brutto in Aussicht stehen.
Gegen die Beschäftigten?
"Die Mitarbeiter werden zum Spielball", sagte ein betroffener Opel-Angestellter der Deutschen Presse-Agentur. Unter den Abwanderungswilligen herrsche große Ungewissheit, und es gebe die Angst, dass die versprochenen "Speed-Prämien" bei einem verspäteten Ausscheidetermin entfallen könnten.
Opel sieht in der verweigerten Zustimmung der Arbeitnehmer eine Blockade, die gegen die abgeschlossene Betriebsvereinbarung verstoße. Der Betriebsrat stelle sich gegen die Wünsche der Beschäftigten, die bereits zahlreiche Beschwerden an die Personalabteilung gerichtet hätten. Das Programm bleibe aber unverändert in Kraft und jeder Fall werde individuell geklärt. So hätten einige Mitarbeiter bereits im April das Unternehmen verlassen.
Umstritten zwischen den Parteien ist die Wirkung der verschiedenen Personalabbau-Programme für die noch rund 18.000 in Deutschland beschäftigten Opelaner. Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug rechnet mit rund 3.800 Teilnehmern bei Vorruhestand und Altersteilzeit. Diese Größenordnung ist laut Opel noch nicht erreicht, so dass zusätzliche Anreize notwendig seien. Das Unternehmen spricht von rund 1.000 vorliegenden Abfindungsanträgen jüngerer Beschäftigter. Gerüchteweise ist in Rüsselsheim sogar von 2.000 Anträgen in diesem Programm die Rede.
Der Betriebsrat hält dem Unternehmen vor, ohne Gesamtkonzeption zu agieren und nahezu jeden Aufhebungsantrag anzunehmen. Dem trat am Mittwoch ein Sprecher entgegen: "Bei unseren freiwilligen Programmen zum Stellenabbau stellen wir sicher, dass alle Schlüsselpositionen besetzt bleiben und alle Bereiche in verschlankter Form voll funktionstüchtig bleiben - auch im Hinblick auf die langfristige Aufstellung unseres Unternehmens."
Quelle: dpa
Wenn man allen Arbeitnehmern in Deutschland ab 55 oder 58 Jahren solche Abfindungen im Rahmen von Vorruhestand oder Altersteilzeit anbieten würde, wären unsere Fabarikhallen bald leer.
Die Arbeitsbedingungen hierzulande werden auch immer stressiger und unangenehmer, da müsste man verrückt sein, sich dies bis 67 anzutun.
Es ist schon ziemlich dreist von der Geschäftsleitung, Abfindungsverträge nach dem Gießkannenprinzip anzubieten, obwohl der benötigte Personalabbau allein mit Vorruhestandsregelungen und Altersteilzeit erreicht werden könnte.
Wenn alle älteren Gewerkschaftsmitglieder im (Vor-)Ruhestand sind, und alle Jüngeren durch die Maßnahmen der Betriebsräte maximal frustriert, dann haben die Gewerkschaften ja mal wieder erfolgreich in die Zukunft investiert. Wie war das noch mit dem Ast und der Säge?
OpenAirFan
Ah ja, die Geschäftsleitung ist dreist weil sie zu großzügig ist. Der Betriebsrat ist dreist, weil er seit längerer Zeit alle möglichen Ziele, nur nicht die Interessen der Opel-Arbeitnehmer verfolgt.
Gruß Michael
300 k€ für einen Opelaner! Respekt. Was muss da ein Daimler Beschäftigter als Abfindung bekommen?
Kurzer Schnipsel:
http://www.handelsblatt.com/.../19984446.html
Die teils absurden Gehälter dieser Industrie sind beim Daimler ja noch durch den Erfolg des Unternehmens erklärbar, aber bei Opel?!
Da is einfach nix, seit Jahrzehnten nicht. Warum und weshalb kann man jetzt streiten - tagelang.
Ja Bullshit. Niemand soll durch Lohnverzicht die Abfindungen bezahlen.
Bezahlen wirds am Ende sowieso der deutsche Steuerzahler - wie immer also.
Interessant wäre doch was in der erwähnten Betriebsvereinbarung steht. Wenn dort kein
entsprechender Passus vorhanden ist, der den Empfängerkreis von Abfindungsangeboten in irgendeiner Form eingrenzt, ist es eine Sauerei vom Betriebsrat diese zu verweigern. Dann ist es unfair, wenn der Betriebsrat seine eigenen Versäumnisse auf dem Rücken der Arbeitnehmer austrägt.
Hier wird so getan als ob es ein Grundrecht auf Abfindung geben würde, wenn man ein Unternehmen verlassen will. Wer es eilig hat kann ja Kündigen.