Nach langer Suche: Bosch findet Käufer für Anlasser-Sparte
Bosch verkauft seine traditionsreiche Anlasser-sparte
1914 präsentierte Bosch den ersten elektrischen Anlasser für Autos, jetzt - 103 Jahre später wird die Anlasser-Sparte des Autozulieferers nach China verkauft. Der Vertrag ist schon unterschrieben.
Quelle: dpa/Picture Alliance
Gerlingen/Hildesheim - Die traditionsreiche Anlasser-Sparte des Autozulieferers Bosch wird nach China verkauft. Ein entsprechender Vertrag mit einem asiatischen Konsortium sei am Dienstag unterzeichnet worden, teilte Bosch mit. Die Käufer sind der Zulieferer ZMJ (Zhengzhou Coal Mining Machinery Group) und die Investmentfirma China Renaissance Capital Investment als Kapitalgeber. Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Dienstag) darüber berichtet. Der Kaufpreis lag nach Angaben des Konsortiums bei 545 Millionen Euro.
Bosch hatte die Trennung vom Bereich Starter und Generatoren (SG) bereits 2015 eingeleitet. Zunächst war ein Kooperationsmodell mit einer anderen Firma denkbar, nun kommt es zur kompletten Trennung. Die Tochter hat knapp 7.000 Mitarbeiter, davon gut 1.000 in Deutschland. Nach vielen Verlustjahren schrieb sie 2015 wieder Gewinne.
Für die Gültigkeit fehlt noch die Zustimmung der Kartellbehörden. Wettbewerbsbedenken dürfte es aber nicht geben - zwar stellt ZMJ ebenfalls Starter und Generatoren her, gehört aber nicht zu den Branchengrößen wie Denso aus Japan und Valeo aus Frankreich. ZMJ ist vor allem in Asien tätig und Bosch mit SG vor allem in Europa. Außerdem muss jeder SG-Mitarbeiter in Deutschland seinem Wechsel unter das Dach der Neu-Eigentümer zustimmen: Er kann entscheiden, beim Mutterkonzern Bosch zu bleiben.
Sollten viele Beschäftigte den Eigentümerwechsel nicht mitmachen und somit Fachwissen verloren gehen, würde das die Attraktivität der Firma mindern - und die Chinesen könnten zurückrudern. Auch deshalb werben die möglichen Neu-Eigentümer für das Geschäft: Vertreter des Konsortiums stellten sich am Dienstag Fragen der Belegschaft in der Firmenzentrale Schwieberdingen bei Stuttgart, am Mittwoch wollen sie im Werk im niedersächsischen Hildesheim auftreten. Die Käufer wollen alle Bosch-Mitarbeiter übernehmen.
Bosch hatte den Verkauf damit begründet, man sei in der Sparte zu klein, um langfristig im Wettbewerb bestehen zu können. ZMJ-Chef Chengyao Jiao sagte, man freue sich darauf, "das Geschäft mit dem bestehenden Managementteam in den schnell wachsenden, aufstrebenden Märkten auszubauen". Durch die bessere regionale Aufstellung, vor allem in Asien, könne das SG-Geschäft "nachhaltig und profitabel" ausgebaut werden. Die Anlasser-Sparte hat Tradition. Bosch präsentierte im Jahr 1914 den ersten elektrischen Anlasser für Autos.
Bosch hatte die Trennung vom Bereich Starter und Generatoren (SG) bereits 2015 eingeleitet. Zunächst war ein Kooperationsmodell mit einer anderen Firma denkbar, nun kommt es zur kompletten Trennung. Die Tochter hat knapp 7.000 Mitarbeiter, davon gut 1.000 in Deutschland. Nach vielen Verlustjahren schrieb sie 2015 wieder Gewinne.
Der Deal ist fast komplett
Für die Gültigkeit fehlt noch die Zustimmung der Kartellbehörden. Wettbewerbsbedenken dürfte es aber nicht geben - zwar stellt ZMJ ebenfalls Starter und Generatoren her, gehört aber nicht zu den Branchengrößen wie Denso aus Japan und Valeo aus Frankreich. ZMJ ist vor allem in Asien tätig und Bosch mit SG vor allem in Europa. Außerdem muss jeder SG-Mitarbeiter in Deutschland seinem Wechsel unter das Dach der Neu-Eigentümer zustimmen: Er kann entscheiden, beim Mutterkonzern Bosch zu bleiben.
Sollten viele Beschäftigte den Eigentümerwechsel nicht mitmachen und somit Fachwissen verloren gehen, würde das die Attraktivität der Firma mindern - und die Chinesen könnten zurückrudern. Auch deshalb werben die möglichen Neu-Eigentümer für das Geschäft: Vertreter des Konsortiums stellten sich am Dienstag Fragen der Belegschaft in der Firmenzentrale Schwieberdingen bei Stuttgart, am Mittwoch wollen sie im Werk im niedersächsischen Hildesheim auftreten. Die Käufer wollen alle Bosch-Mitarbeiter übernehmen.
Bosch hatte den Verkauf damit begründet, man sei in der Sparte zu klein, um langfristig im Wettbewerb bestehen zu können. ZMJ-Chef Chengyao Jiao sagte, man freue sich darauf, "das Geschäft mit dem bestehenden Managementteam in den schnell wachsenden, aufstrebenden Märkten auszubauen". Durch die bessere regionale Aufstellung, vor allem in Asien, könne das SG-Geschäft "nachhaltig und profitabel" ausgebaut werden. Die Anlasser-Sparte hat Tradition. Bosch präsentierte im Jahr 1914 den ersten elektrischen Anlasser für Autos.
Quelle: dpa
...und 1911 in einem Cadillac erfolgreich getestet! Allerdings nicht von Bosch!
Was will der Kommentator uns damit sagen?
Sorry, Wer schon englische oder französische Fahrzeuge hinter sich hat,
wird "Bosch Parts"zu schätzen wissen................
Ist schon traurig, wie aus Geldgier deutsches/europäisches Know How verscherbelt wird. Und am Ende wundern sich alle, dass der Mist aus China dann doch nicht funktioniert, weil abkupfern eben nicht alles ist. Ich hoffe die Bosch'ler sind selbstbewusst genug und gehen nicht mit. Aber das ist wahrscheinlich auch schon ausgemacht, wie man die Leute "freiwillig" zum Bleiben bringt. Und dann ist der verbliebene Rest auch noch fertig zum Schließen. Mit Volvo wird es auch so ähnlich enden.
Ich habe in meiner beruflichen Zeit sowas ähnliches erleben können. Mit einer großen Elektrofirma mit S. Am Ende war das Zeug teurer, schlechter und außerhalb Chinas nicht verkäuflich, und just-in-time kennt man eher nicht so richtig.
Bosch denkt an die Zukunft. Der Anlasser ist ein Relikt mit Tradition. Durch moderne Technik verliert er immer mehr an Bedeutung. Aber warum kauft China? Bei den traditionsbewussten deutschen Autobauern hätte er doch wenigstens noch eine etwas längere Zukunft.
Also hat Bosch alles richtig gemacht! Weder Hybride noch E-Autos brauchen Anlasser.... Besser jetzt verkaufen, als irgendwann, wenn es eh niemand mehr braucht. Idealer Zeitpunkt!
Warum die Chinesen das gekauft haben, kann ich aber auch nicht nachvollziehen...
Man hat ja gesehen, was aus Blaupunkt nach dem Verkauf an eine "Investorengruppe" wurde.
Braucht Bosch dringend Kohle für eine Strafe in den USA?
Ich halte den Schritt für gut und richtig. Kontventionelle Antriebskomponenten werden in den nächsten Jahren zunehmend an Bedeutung verlieren. Dann lieber jetzt das Geschäftsfeld zu einem (noch) guten Preis verkaufen und den Erlös in die Entwicklung moderner Antriebskomponenten und autonomes Fahren investieren.
Das wird wohl einfach daran liegen, dass man Anlasser bei Verbrennern in Zukunft nicht mehr in den Massen brauchen wird.
http://english.zzmj.com/
Für manche ist es schwer zu verstehen, aber jedes Produkt hat seinen Lebenszyklus und irgendwann heißt es dann langsam Tschüß zu sagen. Anlasser haben trotzdem noch einen längeren Markt; Altautos, Anteil neuer Autos, Stromgeneratoren, Range Extender. Der neue Eigentümer wird sich auch damit weiterentwickeln und sein Programm später vermutlich um Generatoren & Wandler erweitern. Der Zeitpunkt ist für BOSCH gut gewählt und ist sicher auch hilfreich in der BOSCH-Vernetzung in China.
Die Zukunft gehört bei Verbrennern nicht der Anlasser, sondern der Startergenerator:
http://www.continental-automotive.de/.../..._CMArticlehybrid_de_4.html
In Deutschland wohl eher langsam in Premiumautos mit großen Verbrennern angewendet, ist der Startergenerator in Asien längst schon im Kleinwagenbereich angekommen und Normalität. Beispiel Suzuki im IGNIS; der Film verdeutlicht auch den Vorteil von solchen Konzepten:
https://www.youtube.com/watch?v=VOjYlJ_ibws
Der Anlasser hat einen würdigen Nachfolger gefunden.
Dann sollte BOSCH aber auch mal über die Änderung des Markenlogos nachdenken, dass ja einen stilisierten E-Motor/Generator zeigt 😉
Wobei, selbst aus meiner Sicht eines "Mitbewerbers" erscheint der Schritt logisch. Anlasser sind nun wirklich kein High-Tech und die Chinesen produzieren die Rohstoffe für die Magnete und Wicklungen einfach billiger (Umweltaspekte interessieren eh keinen🙁, ist leider so), damit kann man als Rohstoffeinkäufer und Hochlohnlandproduzierer bei hoher Kapitalbildung keine nennenswerten Gewinne mehr machen.
Auch wir haben uns aus einem ähnlichen Geschäftsfeld verabschiedet, das im wesentlichen mit E-Motoren Wertschöpfung betreiben musste, wir legten dabei drauf.
>E-Motor/Generator zeigt
jein, von einem Magnetzünder
??
Und in der Zeit kann man ja die Rasenmäher-, Motorsensen- und Kettensägen-Märkte erschließen. Ich verstehe bis heute nich warum ich an meinen (Marken-)Mäher noch einen Strick ziehen muss, wo jeder Dacia einen Anlasser hat.