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Dakar-Navigation noch schwerer

verfasst am Tue Dec 28 12:01:09 CET 2010

Bei der härtesten Rallye Dakar auf südamerikanischem Boden ist mehr denn je Maßarbeit gefragt. Durch eine Regeländerung wird die Navigation durch die Co-Piloten wie Ex-Gewinner Dirk von Zitzewitz noch wichtiger als in den Jahren zuvor.

"Es wird schwieriger, aber auch interessanter", sagt von Zitzewitz, der 2009 als Beifahrer von Giniel de Villiers im VW Race Touareg den Gesamtsieg bei der legendären Rallye gefeiert hatte. "Ich persönlich freue mich über diese neue Aufgabe", betont der ehemalige Enduro-Pilot von Zitzewitz.

Leicht wird es nicht, wenn ab dem 1.1.2011 die Rallye in Buenos Aires startet. 13 Etappen sind zu absolvieren, und wieder geht es durch die chilenische Atacama-Wüste. Unterm Strich werden die Piloten auf zwei, vier oder noch mehr Rädern über 9.000 Kilometer fahren, um am 15. Januar in die argentinische Metropole zurückzukehren. "Ich freue mich auf die neuen Strecken und Impressionen", sagt Thomas Schünemann, Co-Pilot des deutschen Rallye-Meisters Matthias Kahle (HS RallyeTeam). Die beiden werden erneut in einem Buggy ihr Glück versuchen.

Versteckte Wegpunkte sind schwieriger auszumachen

Straßenschilder weisen den Fahrern nicht den Weg. Bei der Hatz über Sand, Stock und Stein müssen sie sich auf ihre persönlichen Routenplaner auf dem Beifahrersitz voll und ganz verlassen. Für die Co-Piloten wird es spätestens am vorletzten Jahrestag richtig stressig. Detaillierte Angaben zur Strecke bekommen die Teams diesmal erst bei der Technischen Abnahme.

Die größere Herausforderung stellt allerdings eine weitere Regeländerung dar. Die sogenannten versteckten Wegpunkte, die die Teams anfahren müssen, sind in diesem Jahr noch schwerer ausfindig zu machen. Bis dato bekamen die Rallye-Crews Signale, wenn sie sich in einem Radius von drei Kilometern um die Kursmarken befanden. Dieser wurde nun auf 800 Meter reduziert.

Ursprünglich waren nur 400 Meter geplant. "Für Amateure oder sogar Motorradfahrer, die gleichzeitig fahren und navigieren müssen, wäre dieser Zeitraum viel zu kurz gewesen", meint von Zitzewitz. "Sie hätten sich vermutlich verfahren, vielleicht sogar umdrehen müssen und damit Gegenverkehr erzeugt."

Als Folge der Änderung werden die Teams langsamer an die einzelnen Wegpunkte heranfahren müssen. Andernfalls kommen sie im wahrsten Sinne der Worte vom Kurs ab. "Es wird wieder ein spannendes Rennen", prophezeit Co-Pilot Timo Gottschalk, der 2010 mit Fahrer Nasser Al-Attiyah im VW Race Touareg hinter dem Teamkollegen Carlos Sainz Platz zwei belegt hatte und nun den Triumph bei der härtesten Rallye der Welt anstrebt.

 

 

 

Quelle: Auto Motor und Sport