Maserati Quattroporte Facelift 2016: Erster Test, Daten, Preise
Der Quattroporte wird ein, zwei, drei km/h schneller
Maserati braucht neue Autos. Ja, gerade kam der Levante. Doch der Glanz der Marke lebt von Sportwagen und Autos wie dem Quattroporte. Erste Fahrt im Facelift-Modell.
Palermo - Flott fuhr der Quattroporte schon immer. Aber die Italiener konnten sich nie richtig entscheiden, was die 5,26 Meter Limousine nun sein sollte. Schön und Schnell? Eher Gemütlich? Maserati sagt: Er kann beides – und bietet den Viertürer zum Facelift in zwei neuen Versionen an. Die eine heißt Gran Sport, die andere Gran Lusso.
Großer Sport heißt bei Maserati: 21-Zöller, rote Bremssättel, schwarzer Lack, straffe Sitze und ein Sportlenkrad. Die Luxus-Version bekommt 20-Zöller, Holz und Seide im Innenraum, außerdem beheizte Rücksitze und ein Keyless-Go-System. Beide kosten gleichviel – und sehen dem alten Modell verdammt ähnlich.
Der Quattroporte lernt vom Levante
Wer den überarbeiteten Quattroporte erkennt, hat wahrscheinlich selbst den Vorgänger in der Einfahrt stehen. Beide Stoßfänger bekommen schwarze Details, die Spiegel sind leicht verändert. Hinzu kommt ein neuer Grill mit einer waagerechten Chromspange.
Dahinter verbirgt sich die wichtigste Veränderung des Quattroporte. Der Viertürer übernimmt den elektrisch gesteuerten „Air-Shutter“ des Levante, eine elektrische Jalousie für geringeren Luftwiderstand. Mit geschlossenem Grill (und überarbeitetem Unterboden) sinkt der Cx-Wert von 0,31 auf 0,28. Das senkt den Verbrauch der Benziner auf dem Papier um 0,8 (V6) bis 1,1 (V8) Liter. Außerdem macht es den Quattroporte einen Tick schneller.
Der Quattroporte S mit 3,0-Liter-Biturbo-V6 (410 PS) von Ferrari fährt jetzt 286 statt 285 km/h schnell. Der 3,0-Liter-Diesel (275 PS) legt um 2 km/h auf 252 zu, der „GTS“ mit 3,8-Liter-V8 (530 PS) um 3 auf glatte 310 km/h.
Das Brummen bleibt
Geblieben ist das schöne Brummen des V6. Zum Glück. Denn die Italiener dämmen den Innenraum mit neuen Fußmatten und besserer Isolierung. Der Sound lässt schon in der Stadt die Trommelfelle schwingen – Italiener fahren Gott sei Dank überall etwas zügiger. Maserati sagt, in der Stadt säuft der Quattroporte S 13,8 Liter. In Palermo sind es locker 15.
Vier Türen hin, Rückbank her – wer auf den Verbrauch schaut, kauft eh den Diesel. Raus aus der Stadt, ab auf die Landstraße. 410 PS schieben den Quattroporte S stark an, trotz mindestens 1.860 Kilogramm Wohlfühlgewicht. Im Sportmodus lässt er sich sogar locker um einige flotte Kurven der ehemaligen Targa-Florio-Strecke steuern. Schön: Die Umstellung der adaptiven Dämpfer spürt man dabei deutlich.
Die S-Version sprintet laut Maserati in 5,1 Sekunden auf 100 km/h. Das Popometer bestätigt das. Viel wichtiger: Nach 35,5 Meter bremsen die Vierkolben-Brembo-Sättel den Viertürer von Tempo 100 auf null. Nicht schlecht.
Modernere Elektronik für den Quattroporte
Der Quattroporte bekommt neue Infotainment-Systeme und Fahrassistenten. Der Touchscreen misst nun 8,4 Zoll, bekommt eine bessere Auflösung und einfachere Menüs. Die Bedienung läuft über einen Drück-Dreh-Regler in der Mittelkonsole. Das funktioniert gut und einfach.
Das System unterstützt Apple Carplay und Android Auto. Serienmäßig gibt es einen „Air Quality Sensor“, der die Luftfilterung steuert und schlechte Luft aus dem Innenraum fernhält. Das funktioniert hervorragend. Auf den sizilianischen Wiesen neben der Autobahn brennt es stellenweise so stark, dass Rauchschwaden die Sicht einschränken – im Innenraum riechen wir davon nichts.
Damit der Viertürer fit für drei weitere Jahre ist, gibt es zusätzlich eine Reihe von Fahrassistenten. Neu sind im Maserati – und nur hier – unter anderem Abstandsregeltempomat mit Stop-and-Go-Funktion, Spurwarner, 360-Grad-Rundumsicht und Kollisionswarner mit automatischer Notbremse.
Großer Sport oder großer Luxus?
Für die neuen Assistenten war es höchste Zeit. Geld verdient Maserati mit dem Levante. Aber die Marke lebt von der Vergangenheit, der Targa Florio, dem Quattroporte und tollen Sportwagen. Für letztere wäre es ebenfalls wieder Zeit. Auf den Alfieri müssen wir aber voraussichtlich noch länger warten.
Ob die neuen Ausstattungsvarianten die Wahl leichter oder schwerer machen, überlassen wir Maserati-Käufern. Wir fanden beide Versionen toll. Dass die Verarbeitung in einigen Details besser sein könnte, schieben wir auf die Vorserie. Bei einem Preis von knapp 120.000 Euro (Quattroporte S Gran Sport) erwarten wir mehr.
Technische Daten – Maserati Quattroporte Modelljahr 2017
- Modell: Maserati Quattroportte S Gran Sport
- Motor: 3,0-Liter-V6-Biturbo
- Getriebe: Achtgang-Automatik
- Leistung: 410 PS, 302 kW bei 5.500 U/min
- Drehmoment: 550 Nm bei 1.750 bis 5.000 U/min
- 0 – 100 km/h: 5,1 s
- Vmax: 286 km/h
- Verbrauch: 9,6 l/100 km
- CO2: 223 g/km
- Länge: 5.264 mm
- Breite: 1.948 mm
- Höhe: 1.481 mm
- Gewicht: 1.860 kg
- Kofferraum: 530 l
- Preis: 117.800 Euro
Bis auf die hinteren Kotflügel, die mir etwas zu MB-mäßig dick sind, ein schönes Familienauto!
Ich finde die Auspuffblenden sehen sehr billig aus, auch wenn sie es vielleicht nicht sind. Ich denke bei so einem Auto geht das auch eleganter.
Ansonsten Top Auto.
An MT: könnt ihr vielleicht wie früher, das neue und das alte Modell in einem Bild nebeneinander stellen, sodass man sich die Änderungen nicht nur vorstellen kann, sondern auch sieht ohne im Netz zu suchen. Auch vom Innenraum, das wäre wieder klasse. Danke 😉
Kritik ist am einfachsten:
leider ist das nicht so. Das wird so bleiben. War beim Vorgänger auch nicht anders.
Die Verarbeitung und die Qualität ist nie eine Stärke von Maserati gewesen. Top Design, Top Leistung, aber eine dem Preis nicht angemessene Qualität. Die Fiat Vergangenheit belastet noch sehr stark.
Gruss
Zumindest im letzten Modell war die Verarbeitung sehr liebevoll. Nicht so klinisch-perfekt wie bei einem Audi aber so, daß man gemeint hat, vor echter Handarbeit zu sitzen. Finde ich persönlich ansprechender als das sehr nüchterne Ambiente eines Audi oder Benz.
Niemand kauft einen Maserati aufgrund der Qualität des Innenraums, man möchte einfach ein Auto was Emotionen liefert, wen interessiert es da ob ein Audi A4 besser verarbeitet ist.
Es ist einfach ein schönes Auto und als GTS klappt es auch mit den Nachbarn 😉
Und vorallem fällt er nicht so auf!
Ein 911er oder Ferrari kommt nicht bei jedem Nachbarn gut an:-)
Aber das Heck sieht schon ziemlich Mercedes lastig aus.
Sonst understatement pur....
Gruß
Der sieht verdammt gut aus!
Das Vorgaengermodell gefiel mir von der Optik und den Proportionen her ein wenig besser.
Die neue Quattroporte Limousine wirkt zu lang, da gefaellt mir der aktuelle Ghibli optisch besser.
Aber eigentlich wollte ich mich nicht mehr zur Optik von Autos auslassen, da subjektiv und nur Seitenfuellermaterial.
Verkehrte Welt.
In den meisten Koepfen sagt man den deutschen Autoherstellern nach, sie haetten die beste Innenraumqualitaet und "Franzosen", "Italiener", "Amerikaner" und "Fernost" koennen so etwas nicht.
Nun, Maserati verwendet viele Innenraumkomponenten aus Deutschland und die meisten deutschen Hersteller werden von auslaendischen Innenraumzulieferern beliefert.
Es ist also dann doch eher andersherum.
Da muss man sich keine Sorgen machen. Wer sich einen neuen Ferrari leisten kann, hat viel eher einen Boateng zum Nachbarn als einen Gauland. Und ersterer hat kein Problem damit.
Geht das nur mir so oder ist der Beschleunigungswert ganz schön schlecht für die Leistung.
Sind diese Poser-Fotos eurer Redakteure Vorgabe von MT? Ich muss schon den Kopf schütteln, wenn sich jemand so mit seinem Fahrzeug auf Facebook präsentiert... aber als mehr oder weniger renomiertes Fahrzeug-Portal mit sogenannten Redakteuren? 😆
Wieso Poser-Fotos? Der Redakteur steht am/neben dem Testwagen. Ich sehe da überhaupt kein Problem?
Zudem finde ich es sympathisch – und etwas Neid erregend –, wenn die Jungs bei einem rassigen Wagen auch mal ein leichtes Grinsen auf den Lippen haben 😉
Erst: "Der Artikel ist kopiert, keine "Beweisbilder" etc.."
Jetzt "Poserbilder!"
😆😆