Umweltverband: Diesel nachrüsten reicht nicht aus
Greenpeace fordert die Blaue Plakette
Bei der Lösung der Dieselproblematik herrscht in der Politik noch immer Uneinigkeit. Greenpeace ist sich sicher, Nachrüsten alleine reicht nicht aus.
Quelle: Picture Alliance
Bad Saarow - Die Umweltorganisation Greenpeace hat die Umweltminister der Länder aufgefordert, an der vorgeschlagenen blauen Plakette für schadstoffarme Autos festzuhalten. Nur so könnten Bürgermeister die schmutzigsten Diesel aus der Stadt halten, sagte der Greenpeace-Verkehrsexperte Tobias Austrup der Deutschen Presse-Agentur. Diesel nachzurüsten, um den Ausstoß gesundheitsschädlicher Stickoxide zu reduzieren, sei zwar sinnvoll, werde aber "bei Weitem nicht ausreichen". Es sei "beschämend", dass offensichtlich einige Umweltminister von der Plakette abrückten.
Vor gut einem Jahr hatte die Umweltministerkonferenz die blaue Plakette vorgeschlagen und damit eine heftige Debatte losgetreten. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) war dagegen, das Projekt liegt auf Eis. Am Freitag (12:30 Uhr) wollen die Minister im brandenburgischen Bad Saarow unter anderem Forderungen zum Thema Luftverschmutzung vorlegen. Aus Arbeitspapieren der Konferenz ging hervor, dass über die blaue Plakette keine Einigkeit besteht.
Viele Städte haben mit zu hohen Stickoxid-Werten durch Diesel-Abgase zu kämpfen. Für Stuttgart und Hamburg sind Fahrverbote angekündigt. Zuletzt hatte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) gefordert, Diesel auf Kosten der Autohersteller nachzurüsten, um den Schadstoffausstoß zu senken.
Weiterlesen: Rageber: Euro-6-Nachrüstung für ältere Diesel
Quelle: dpa
Ich bin täglich innerstädtisch unterwegs und alt genug, um mit früher vergleichen zu können. Quasi jeden Tag stelle ich fest: Der Muff hat zugenommen, und zwar deutlich. Nicht im Vergleich zu den frühen 90er Jahren (dort war es natürlich schlimmer, da viele Benziner ohne Abgasreinigung unterwegs waren), sehr wohl jedoch im Vergleich zu den späten 90er / frühen 2000er Jahren. Damals hatten die meisten Benziner eine Reinigungsanlage und es gab noch nicht so viele Diesel - Pkw. Heute darf man, wie bereits in den frühen 90er Jahren, quasi permanent die Luft anhalten, wenn mal wieder ein auf etlichen Kurzstrecken zugekokter Dieselmotor seine stinkende Kohlenwasserstoff - Fracht entlässt. Da sind die innerstädtisch recht selten anzutreffenden Exemplare, die auch mal auf der Autobahn genutzt werden, mit ihrem chlorartigen Geruch (Stickstoffdioxid) schon fast wieder eine Wohltat im Vergleich.
Ich bin also klar für eine zusätzliche Plakette. Wenn die Plakette allerdings kommt, dann gehört sie meines Erachtens jedoch deutlich überarbeitet. Euro 6 - Dieselmotoren haben im Schnitt in der Praxis eine NOx - Emission von 0,5 Gramm pro Kilometer und bekommen eine Blaue Plakette. Euro 2 - Ottomotoren liegen bei etwa 0,2-0,3, bekommen jedoch keine. Da stimmt etwas grundsätzlich nicht.
Wenn das was kommt (bin ich mir ziemlich sicher, aber erst nach der Wahl) kannst du davon ausgehen daß es maximale Kosten bei geringstmöglichem Nutzen nach sich zieht.
Gruß Metalhead
Diese Öko[...]vereine [Bitte Wortwahl im Sinne der Beitragsregeln mäßigen! MT-Team] fordern eigentlich nur eins - ihre Abschaffung - sie bringen die wohl größte politisch bedeutsame Gruppe, den Autofahrer, gegen sich auf - allein schon aus trotz werden sich wohl bei vielen Menschen Teil-Sympathien in blanken Hass wandeln. Die blaue Plakette ist eine Forderung gegen das Volk und für die Politik und Industrie - eine zu 100% bezuschusste Nachrüstung mit Adblue Systemen wäre eigentlich der korrekte Weg. Allein aus Trotz werde ich mir wohl im Herbst/Winter einen 435d kaufen statt einen 240i... der GTI ist dank VAGs verhalten in der Krise ja leider schon lange vom Tisch...
Gruppe C (die Politik) nutzt gesammeltes Wissen von Gruppe A und B und strickt ein Gesetzt daraus.
So sieht das heute leider aus.
Gruß Metalhead
Die Antipathie gegen über Umweltverbänden ist nachvollziehbar. Es werden wieder nur ein 1/5 der Luftverschmutzer gegängelt, der Rest kann so weitermachen.
Wenn blaue Plakette, dann an jeden Schlund wo Abgase rauskommen, Bedingungen nicht erfüllt, Deckel drauf.
Ansonsten wird das wieder genauso eine Ausnahmeluftnummer wie bei der grünen Palette.
Daher ist den Hass auf Grüne, etc. und Politik verständlich.
Auf Kosten der Gesellschaft sparen ist relativ. Die Gruppe C Regierung hat das aktuelle Steuermodell entwickelt ohne auch nur den Hauch einer Ahnung - Gruppe D - die Autohändler nutzen dann die Chance um dumme Kunden mit halbwissen den teureren Diesel zu verkaufen um so mehr Umsatz zu generieren.
Nicht vergessen sollte man das Gruppe B aus technisch ungebildeten Philosophiestudenten besteht die sich gegen Bezahlung all ihr unwissen von grünen Lobbys vorkauen lassen - Gruppe C, die Soziologen und Politikstudenten die ihre Abschlussarbeiten in der Regel unfachlich abgeschrieben haben urteilen dann entsprechend weitergereichter Checks der Lobby.
Naja die blaue Plakette und das E-Auto werden das Feinstaubproblem lösen ... Dann freut sich der Weihnachtsmann und Osterhase an den Gruppe B und C wohl glauben...
Soll die Politik mal machen. Die Nachrüstung wird genau wie Euro 6 Diesel nichts bringen und die Messwerte in den Städten wieder gerissen werden und dann werden halt Fahrverbote kommen. Dauert nur etwas länger
Die Plakette macht doch nur Sinn, wenn bestimmte Grenzwerte wirklich auch in der Praxis eingehalten werden. Solange es da keine klare Regelung gibt, ist es völlig witzlos.
Ich bin auch alt genug, sitze gerne an einer viel befahrenen Straße im Straßencafe, da sieht man die schärfsten Karren vorbeifahren, die Luft finde besser als früher, ich kann mich nicht beklagen.
Wer mal schlechte Stadtluft geniessen will soll mal mit dem TUK TUK durch Bankok fahren .
Stimmt es eigentlich, dass in die EURO-Normen auch sowas wie die Geräuschemmission einfließt?
Ich fahre meinen 300E auf LPG, das Auto hat Euro2 durch nachgerüsteten Kaltlaufregler.
Der M103 von Benz entsprach damals D3 und ist von den Emmissionen her eigentlich nicht wesentlich schlechter als ein modernerer Diesel oder Benziner... verbraucht halt mehr (als neuere Motoren, aber betrachtet man nur den Hubraum und nicht die 180PS egalisiert sich das auch eigentlich wieder) und stößt folglich mehr aus... ist klar und die Krux an solchen Autos... aber spätestens mit der LPG-Umrüstung hat sich der Schadstoffausstoß auf ein Minimum reduziert. Trotzdem bleib ich bei Euro2... rechnet man dann auch noch dagegen, was ein neues Auto an Umweltschäden in der Herstellung verursacht und vergleicht das mit den Abgasen, die ein nunmehr 25 Jahre altes, aber gut gewartetes Auto in die Luft feuert, sieht das noch schlechter aus.
Hilft es der Umwelt wirklich mehr, wenn ich ein neues Auto kaufe, anstatt mein altes so lange zu fahren, bis es nicht mehr geht?
Heute gibt es alle 3-4 Jahre eine neues FL, quasi ein neues Modell mit dem der Wert des "alten" weiter sinkt... ist das so viel besser? Immer neu neu neu, damit man wieder ein paar mg Schadstoffe spart?
Witzig ist auch, dass der alte und ach so schmutzige OM616 zwar gut rußt, dafür aber klaglos mit Pflanzelöl fahren würde (relativ gute CO2-Bilanz) und dessen Partikel sowieso nicht lungengängig sind... theoretisch also weniger schädlich als jeder neue Diesel... aber ohne sein H-Kennzeichen dürfte der Dicke trotzdem in keine Stadt mehr. Und das als Wohnmobil... aber klar, man kann ja wieder mal ein neues kaufen und das alte sinnlos verschrotten... 😉
LG