Ein früherer Renault-Manager soll neuer Chef von PSA Peugeot Citroën werden und damit Philippe Varin beerben. Das berichten französische Medien.
Neuer PSA-Chef: Carlos Tavares (l.) beerbt Philippe Varin. Varin stand seit 2009 an der Spitze des PSA-Konzerns
Paris - Es scheint, als habe der Sanierer Philippe Varin am Ende keine Kraft mehr gehabt. Für einen anderen Manager bedeutet es dagegen den Schritt heraus aus dem überlangen Schatten des kleinen Don Carlos bei Renault-Nissan.
Der französische Automobilkonzern PSA Peugeot Citroën soll nach übereinstimmenden Medienberichten einen neuen Chef bekommen. Die bisherige Nummer eins Philippe Varin (61) wird demnach im kommenden Jahr vom früheren Renault-Manager Carlos Tavares abgelöst. Das berichtet unter anderem die Tageszeitung "Le Monde".
Carlos Tavares: 55 Jahre alt, Portugiese, Ingenieur. Fing in dieser Funktion 1981 bei Renault an. 2005 wurde Tavares Amerika-Chef bei Nissan. Nach seinem Abschied von Renault-Nissan im August war Tavares bereits bei Aston Martin im Gespräch
Quelle: dpa/Picture Alliance
Der 55 Jahre alte Portugiese Tavares war bis August zweiter Mann bei Renault, hinter Konzernchef Carlos Ghosn. Bei seinem Abschied hatte Tavares damals angekündigt, er wolle "persönliche Projekte" vorantreiben. Inoffiziell wusste jeder: Tavares hätte gern den Brasilianer Ghosn beerbt und wollte scheinbar nicht länger auf den "Top Job" bei Renault warten.
Beschluss steht bevor
Der offizielle Beschluss durch den PSA-Aufsichtsrat stand am Montag nach Informationen von "Le Monde" unmittelbar bevor. Eine offizielle Ankündigung soll heute oder morgen folgen. Das Unternehmen wollte die Angaben zunächst nicht bestätigen. Auch andere Medien berichteten unter Berufung auf Konzernkreise vom bevorstehenden Wechsel.
Wegen der Absatzkrise in Europa fährt PSA seit Längerem einen harten Sparkurs. Im Geschäftsjahr 2012 verbuchte der nach VW zweitgrößte europäische Hersteller einen Rekordverlust von 5,01 Milliarden Euro. Varin setzte rund 11.200 Stellenstreichungen durch, schloss ein Werk und veräußerte mehrere Beteiligungen. Außerdem ging man eine Allianz mit General Motors ein.
Aktuell laufen Verhandlungen über eine mögliche Beteiligung des chinesischen Konzerns Dongfeng. Gerüchten zufolge könnten sich sowohl Dongfeng als auch der französische Staat im Rahmen einer Kapitalerhöhung an PSA beteiligen. Bisher hält Frankreich Anteile am Rivalen Renault.
Varin suchte selbst Nachfolger
Varin hatte im Juni 2009 das Steuer bei PSA übernommen. Er machte sich zuvor unter anderem als Sanierer des britischen Stahlkonzerns Corus einen Namen. Nach Informationen der Tageszeitung "Le Figaro" hat der 61-Jährige nun selbst die Suche nach einem Nachfolger eingeleitet und sich bereits mit Tavares getroffen.
Varin will die Konzernführung demnach abgeben, wenn die Verhandlungen mit Dongfeng beendet sind. Bis dahin könnte Tavares als Nummer zwei das operative Geschäft führen.
Iran-Einigung hilft PSA
Unterdessen erhält das Autogeschäft des strauchelnden Riesen PSA unverhofften Aufschwung: Die Einigung im Atomstreit mit dem Iran sorgte für ein Plus der PSA-Aktie von fünf Prozent. Peugeot verkaufte vor der Verhängung der EU-Wirtschaftssanktionen gegen den Iran mehrere Zehntausend nicht montierte Pkw (CKD-Units; "completely knocked down") in das Land.
Na hoffentlich hat Senhor Tavares ein paar Geheimnisse des französischen Mitbewerbers im Gepäck 😆 und vor allem die Richtigen.. 😉
Ich drücke ihm die Daumen, dass er in dieser prekären Lage das richtige Händchen hat 😊
Die Nachrichten aus Persien sind schon mal nicht schlecht für PSA!
Fensterheber58
Von mir als Citroenist - Herzliches Beileid. 🙁
donjoe1980
Zitat:
Original geschrieben von 835sedici
Von mir als Citroenist - Herzliches Beileid. 🙁
?!? 😕
Fensterheber58
Zitat:
?!? 😕
Vergleiche Vorgänger mit Nachfolger...
donjoe1980
Zitat:
Original geschrieben von 835sedici
Zitat:
?!? 😕
Vergleiche Vorgänger mit Nachfolger...
Und auf welche konkreten Erfahrungen beruht deine Einschätzung diesbezüglich?
Steam24
Es ist das Schicksal von Sanierern wie Varin, dass oft andere Manager die Früchte ihrer Arbeit einfahren. Unter Varin hat PSA vielversprechende Neuheiten herausgebracht wie 208, 2008 oder 308. Schmerzhafte Sparmaßnahmen (Werksschließung) wurden beschlossen, aber bis solche Dinge Früchte tragen, dauert es Jahre. Bis dahin sitzt schon der Nachfolger auf dem Chefposten.
In den Siebzigern war es bei VW mit Leiding und Schmücker auch nicht anders. PSA hat übrigens den Chefwechsel mittlerweile bestätigt.
Antriebswelle35104
Zitat:
Original geschrieben von donjoe1980
Na hoffentlich hat Senhor Tavares ein paar Geheimnisse des französischen Mitbewerbers im Gepäck 😆 und vor allem die Richtigen.. 😉
Ich drücke ihm die Daumen, dass er in dieser prekären Lage das richtige Händchen hat 😊
Die Nachrichten aus Persien sind schon mal nicht schlecht für PSA!
Ich frag mich immer wieder wer solche Verträge abschließt die einem Insider erlauben innerhalb von 5 Jahren zur Konkurrenz zur wechseln.
Siehe Nokia <-> Microsoft.
donjoe1980
Zitat:
Original geschrieben von Steam24
Es ist das Schicksal von Sanierern wie Varin, dass oft andere Manager die Früchte ihrer Arbeit einfahren. Unter Varin hat PSA vielversprechende Neuheiten herausgebracht wie 208, 2008 oder 308. Schmerzhafte Sparmaßnahmen (Werksschließung) wurden beschlossen, aber bis solche Dinge Früchte tragen, dauert es Jahre. Bis dahin sitzt schon der Nachfolger auf dem Chefposten.
In den Siebzigern war es bei VW mit Leiding und Schmücker auch nicht anders.
PSA hat übrigens den Chefwechsel mittlerweile bestätigt.
Da Varin selber seinen Nachfolge gesucht hat, wird er wohl gut mit diesem Umstand leben können,
aber vom Grundsatz hast du natürlich Recht, das ist mir beim lesen des Berichts auch als erstes eingefallen...
wobei die PSA-Krise so massiv ist, dass auch Tavares als CEO noch ne Menge sanieren muss.
Steam24
Zitat:
Original geschrieben von donjoe1980
Zitat:
Original geschrieben von Steam24
Es ist das Schicksal von Sanierern wie Varin, dass oft andere Manager die Früchte ihrer Arbeit einfahren. Unter Varin hat PSA vielversprechende Neuheiten herausgebracht wie 208, 2008 oder 308. Schmerzhafte Sparmaßnahmen (Werksschließung) wurden beschlossen, aber bis solche Dinge Früchte tragen, dauert es Jahre. Bis dahin sitzt schon der Nachfolger auf dem Chefposten.
In den Siebzigern war es bei VW mit Leiding und Schmücker auch nicht anders.
Da Varin selber seinen Nachfolge gesucht hat, wird er wohl gut mit diesem Umstand leben können,
aber vom Grundsatz hast du natürlich Recht, das ist mir beim lesen des Berichts auch als erstes eingefallen... wobei die PSA-Krise so massiv ist, dass auch Tavares als CEO noch ne Menge sanieren muss.
Nun ja, möglicherweise hat er das Glück, PSA wieder durch einen wachsenden Markt zu steuern. Die Werksschließung geht auch nicht auf seine Kappe, diese Kohlen hat noch Varin aus dem Feuer geholt. Die für meine Begriffe gelungenen Neuheiten 208, 2008 und 308 könnten auch Lorbeeren abwerfen, die Tacares nicht erarbeitet hat.
Aber vom Grundsatz hast Du natürlich recht. 😉 Es verbleibt noch eine Menge Arbeit für Tavares.
Trennschleifer52121
Arme S.. , wobei er ist 55 und kann sich danach ja in den Ruhestand verabschieden ( so 4-5 Jahre wird er es wohl aushalten in dem Job und dann wäre er knapp 60) . Vieleicht nimmt er noch ein paar Mille mit um sich selbigen zu versüssen und gut ist. Viel Spaß im neuen Job !
Na hoffentlich hat Senhor Tavares ein paar Geheimnisse des französischen Mitbewerbers im Gepäck 😆 und vor allem die Richtigen.. 😉
Ich drücke ihm die Daumen, dass er in dieser prekären Lage das richtige Händchen hat 😊
Die Nachrichten aus Persien sind schon mal nicht schlecht für PSA!
Von mir als Citroenist - Herzliches Beileid. 🙁
Es ist das Schicksal von Sanierern wie Varin, dass oft andere Manager die Früchte ihrer Arbeit einfahren. Unter Varin hat PSA vielversprechende Neuheiten herausgebracht wie 208, 2008 oder 308. Schmerzhafte Sparmaßnahmen (Werksschließung) wurden beschlossen, aber bis solche Dinge Früchte tragen, dauert es Jahre. Bis dahin sitzt schon der Nachfolger auf dem Chefposten.
In den Siebzigern war es bei VW mit Leiding und Schmücker auch nicht anders.
PSA hat übrigens den Chefwechsel mittlerweile bestätigt.
Siehe Nokia <-> Microsoft.
aber vom Grundsatz hast du natürlich Recht, das ist mir beim lesen des Berichts auch als erstes eingefallen...
wobei die PSA-Krise so massiv ist, dass auch Tavares als CEO noch ne Menge sanieren muss.
Aber vom Grundsatz hast Du natürlich recht. 😉 Es verbleibt noch eine Menge Arbeit für Tavares.
Arme S.. , wobei er ist 55 und kann sich danach ja in den Ruhestand verabschieden ( so 4-5 Jahre wird er es wohl aushalten in dem Job und dann wäre er knapp 60) . Vieleicht nimmt er noch ein paar Mille mit um sich selbigen zu versüssen und gut ist. Viel Spaß im neuen Job !