Sat Sep 03 21:20:15 CEST 2016
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fate_md
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1250, GSX, Suzuki Motorrad
Grenzerfahrungen - Teil 2 Ersten Teil verpasst? Klickst du hier: Grenzerfahrungen - Teil 1 Tag 7 – Montag 22. August – Rheinfall bei Schaffhausen (CH) Von vornherein waren Touriziele mit in die Urlaubsplanung integriert, damit es sich auch nach Urlaub und nicht nur nach sträflichem Kilometerschruppen anfühlt. Waren auch so schon nicht zu wenige... Flux das Möppi also abgeparkt und rein mit den Tierhautpanzern in einen Safe. Und staunen. Immer wieder. Einfach zu krass das ganze. Und das auch noch gratis. Und natürlich. Kein Showeffekt, sondern schiere Urgewalt. Die Infotafel lässt uns später wissen, 600m³ pro Sekunde tösen hier im Schnitt pro Sekunde runter. 600000 l Wasser. Jede Sekunde. Irre. Aber genau so fühlt es sich an, man kann die immense Kraft hören und fühlen. Natürlich mutieren wir zu Vollbluttouris und buchen uns eine Bootsfahrt direkt an den Fall heran. Hammerhart und mit Worten kaum adäquat zu beschreiben. Das hat hier absolut nichts mit Motorradfahren zu tun, trotzdem wird es wohl sehr lange im Gedächtnis und mit diesem Urlaub verknüpft bleiben. Etwa 2 1/2 Stunden verbringen wir dort, bevor wir uns tief beeindruckt auf den Rückweg machen. Tag 8 – Dienstag 23. August – Rundtour Schwarzwald Routen von Ortskundigen sind fast immer besser als das, was man sich selbst aufgrund von passiger Optik oder Routenplanervorschlägen selbst zusammen klicken kann. Deswegen bat ich im Vorfeld des Urlaubs im Biker Treff um Tourenvorschläge und bekam u.a. die an diesem Tag gefahrene Tour vom user Vulkanistor als Vorschlag. Knapp 250 km lang, 5h21min Nettofahrzeit laut Motoplaner. Passt genau ins Beuteschema. Auf kleinen und kleinsten Sträßchen waren wir gefühlt kaum mehr als 100m geradeaus unterwegs, meine Mundwinkel trafen sich auf der Rückseite meines Schädels wieder und die dicke Blaue verlor gefühlt mit jedem Kilometer 10kg Gewicht, weil mein Vertrauen in ihre Handlebarkeit rapide stieg. Ein paar Mal habe ich mich an diesem Tag selbst zurückpfeifen müssen, um nicht zu übertreiben. Es lief einfach alles, man musste nicht mehr nachdenken, die Ansicht der nächsten Kurve gab das Handlungsmuster vor, ohne dass das irgendwelcher bewussten Kopfarbeit bedarft hätte, wir waren einfach "drin". Das ist meist der Zeitpunkt, kurz bevor man im 90° Winkel in der Kurve liegt, weil man sich verschätzt hatte. Also immer mal wieder selbst zur Raison gerufen und mit 95 statt 100% weitergemacht. Spaßfaktor allemal hoch genug. Als wir bei Schauinsland ankamen, war ich derartig fertig und einfach nur tief glücklich, dass ich direkt auf dem Möppi hätte einpennen können. Aber auch dort berappelten wir uns und stiefelten in der ach so leichten Moppedmontur den Weg hinauf zum Aussichtsturm und wenn man schon mal da ist, natürlich auch auf selbigen hinauf. Der Panoramablick von dort ist fantastisch, zumal wir bestes Wetter hatten. Übertroffen wurde er an dem Tag aber ein paar Stunden vorher trotzdem schon. Der "Blauen" wurde mir als Tipp nahegelegt, unter dem Motto "fährste eh quasi vorbei". Hab ich so hingenommen und entsprechend angesteuert, auch wenn ich die Auffahrt zum Berg selbst jetzt nicht so toll fand, die Aussicht macht einfach alles wett. Oben auf dem Berg noch rauf auf den Aussichtsturm und dann niederknien vor seiner eigenen, kleinen, unbedeutenden menschlichen Existenz. Fernsicht von geschätzten 80-150km, auf einer Seite die Vogesen, überdacht vom Mond obwohl strahlender Sonnenschein und blauer Himmel war, im Süden die Alpen mit ihren schneebedeckten Gipfeln und im Osten der Schwarzwald. Dazwischen, soweit wie man nur gucken konnte, die Rheinebene. Gut hingucken, Strg + S denken und für immer ins Hirn braten. Tag 9 – Mittwoch 24. August – Vogesen die 2te Da wir durch die Einplanung von Colmar nicht genau wussten, wieviel wir von der geplanten 1. Vogesentour wirklich würden abfahren können, hatten wir vorsichtshalber eine zweite geplant. Dieses mal ohne Colmar, dafür mit Besuch bei der Gedenkstätte vom Hartmanswillerkopf. Dass die nun genau auf der Route des Crêtes liegt, sollte ja nun nicht direkt unser Nachteil sein... Während ich darüber sinniere, geht es vor uns plötzlich ein Stück weiter. Jetzt oder nie, Beschleunigungsstreifen voll ausnutzen, reinquetschen und zumindest bis auf die andere Seite der Verengung kommen. Läuft. Gewonnen. Jetzt wird das Problembild deutlich. Die A5 ist dicht. Vollsperrung verrät uns das Indernetz später, weil ein PKW einen LKW umschubsen wollten. Gelang wohl nicht so gut, 20km Stau waren die Folge. Das interessiert mich in dem Moment noch nicht, ich sehe nur, dass die Gegenrichtung frei ist. Also drauf auf die Bahn und Feuer.An der nächsten Raststätte raus, dem Navi die Autobahnnutzung verbieten und die FeWo als Ziel eintragen. Jetzt heißt es hoffen. Mit etwa 90min Verspätung zum Plan rollen wir vor die Garage. Tag 10 – Donnerstag, 25. August – Basel, ach nein doch nicht Da der Tag gestern doch sehr prägsam war, insbesondere im Bezug darauf, mit den Außentemperaturen nicht zu lässig umzugehen - sonst gibt´s Straßenrandimbiss "Moppedfahrer im eigenen Saft" – beschlossen wir schon am Abend zuvor, den Stadtbesuch in Basel zu streichen und nicht bei über 30°C einen auf Zwangstouri zu machen. Stattdessen sollte es gleich nach dem Frühstück, solange es in den Wäldern noch angenehm frisch und auf den Straßen schön leer ist, eine kleine Runde durch den Schwarzwald geben. Ein paar Streckenteile abfahren, die uns schon am Dienstag so gut gefallen hatten. 120 Kilometer in etwa 3 Stunden wurden es, fuhr sich gut und reichte völlig aus. Danach hievten wir unsere Kadaver unter den Sonnenschirm auf die Dachterrasse und versuchten, das Eis schneller futtern zu können als die Hitze es wegzuschmelzen versuchte. Gelang vorzüglich. Ganz nebenbei ging es dann am Nachmittag auch schon ans Koffer packen. Morgen früh würden wir unser Schwarzwalddomizil verlassen und weiterziehen in Richtung Alpen. Also den großen "ich muss alles schleppen, was man nicht am Mopped braucht" Koffer gepackt und schnuckelig wie ein Haustier Gassi geführt bis zur Poststation. Koffer und Topcase ebenso weitestgehend vorgepackt, so dass am nächsten Morgen nur noch die letzten Kleinigkeiten hinein mussten und dann ab dafür. Anschließend nochmal checken, ob sich nichtstun am Abend genauso gut anfühlt wie nachmittags. Jop, läuft. Tag 11 – Freitag, 26. August – Tagesziel St. Anton (A) Unsere Vorbereitung gestern bescherte uns einen relativ entspannten Morgen, nach dem Frühstück waren die letzten Dinge flott verstaut und schon war die Mopete umzugsbereit. Durch vier Länder sollte uns die Route führen, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein und Österreich. Das ganze bei happigen 6h 32min Nettofahrzeit, sportliche Aufgabe angesichts von Gluthitze gleich ab dem Frühstück. Etwas kürzer wäre technisch wohl möglich gewesen, aber hey, wenn man schon mal in den Alpen ist, möchte man ja auch ein paar Pässe fahren. Bei letzteren war dem Navi zum Glück die Route nahezu unabänderbar aufgezwungen, für den Beginn der Tagesetappe schien das aber nicht so vehement festzustehen. Oder das Navi findet Liechtenstein einfach doof, kann auch sein. Jedenfalls lotste es uns – entgegen der Tourplanung im Motoplaner – einfach nicht hindurch, sondern einfach weiter im Norden durch die Schweiz. Mistding, hat es uns doch einfach ein Land geklaut. Dafür waren die geplanten Pässe drin, was fahrerisch wohl auch deutlich interessanter gewesen sein dürfte, als zwei nicht spürbare Grenzübertritte. Es war feinstes Reisewetter, wenn auch noch immer knackheiß, dies konnte man angeichts der Gegend, der Straßen und vor allem der Kurven doch ziemlich gut vergessen. So führte uns das Benzinross artig über Faschinajoch, Hochtannbergpass und Arlbergpass nach St. Anton am Arlberg, wo wir gegen 18 Uhr das Ortsschild passierten. Links der Straße standen diverse Pensionen, da wir nichts gebucht hatten, schickte ich das Weibchen los zum Klingeln, irgendwer wird schon ein Zimmer frei haben. Denkste. Alles belegt. Mist. Also weiter im Text und bergab weiter rein in den Ort. Vorm Kreisverkehr im Zentrum dann pokern, weiter auf der Durchfahrtsstraße und hoffen, am Straßenrand was zu finden, oder rein in die Stadt und in den kleinen und steilen Straßen bessere Chancen haben, dafür ein 400kg durch die Gassen manövrieren müssen. Wir entschieden uns für die Stadt und dies sollte sich als gute Wahl erweisen. Die dritte Pension empfing uns freundlich und entschuldigte sich redlich dafür, dass in der Garage kein Platz mehr fürs Mopped ist, ich könne aber einfach unter dem untersten Balkon parken. Tat ich. Superherzliche Pensionsführung, sehr ordentliches Zimmer, top Aussicht und ein absolut leckeres und liebevoll zubereitetes Frühstück am nächsten Morgen. All dies begründete den nicht billigen aber doch vertretbaren Preis anstandslos. Am Abend ging es dann noch schnell in die Innenstadt. Eindeutig auf Wintersport ausgelegt, hatte längst nicht alles geöffnet, verhungern würden wir aber keinesfalls müssen, die Auswahl an Restaurants war riesig. Die Entscheidung fiel auf ein kleines urig wirkendes Etablissement mit Terrasse in der Fußgängerzone. Statt Karte gab es nur 3 Gerichte als Ansage, alles vom Grill und nur in der Fleischsorte unterschiedlich. Klingt komisch, schmeckte aber ultimativ lecker. Frisch gebackenes Knoblauchbrot, ein Putenfiletsteak das wahrscheinlich 20min vorher noch Puls hatte und das ganze garniert mit frischem, wirklich frischem Salat und wohl selbstgemachten Kartoffelsalat. Sah toll aus, schmeckte noch viel besser und erwies sich am Ende des Abends als überraschend preisgünstig. Von der Tanke im Ort gabs noch eine Flasche Wein unbekannter Bauart, welche anschließend satt und hochzufrieden auf dem Balkon vom Pensionszimmer geleert wurde. Wirklich schade, dass wir morgen früh schon weiterreisen würden, wirklich schön hier. Tag 12 – Samstag, 27. August – Tagesziel Kufstein (A) Das sehr leckere Frühstück erwähnte ich ja bereits und so konnten wir frisch gestärkt unsere Tagesetappe in Richtung Kufstein beginnen. Direkter Weg wäre möglich, aber doof. So schnell kommen wir nicht wieder hier her, also nochmal ein paar Pässe mit in die Routenplanung gedrückt. Gegen 17.30 Uhr erreichen wir das Ende der Naviroute, Kufstein, Zentrum. Wir halten an einer Tankstelle und fragen bezüglich einer Pension, "so was gibt´s hier nicht". WTF? Keine Pension in Kufstein? Glaubt man ja nicht. Leider Gottes klappte das mit der Buchung des Auslandspakets für die Schlautelefone irgendwie nicht, weswegen wir kurzerhand nach Kiefersfelden rüberfuhren, um vom dortigen Discounterparkplatz das allwissende Orakel nach Pensionen befragen zu können. Ging problemlos, per Telefon irgendwas à la "ich hab noch was im Nebengebäude" gebucht. Mal überraschen lassen. Praktisch hieß das, Pension fast im Zentrum (ca. 600 m Fußweg), unten eine Doppelgarage, in einer von beiden durfte Möppi noch gratis nächtigen und obendrauf ein aufgesetzer Bungalow mit riesiger Terrasse. Betritt man selbige, hat man direkten Blick auf die Festung. Besser geht´s ja kaum. Ok, das Gebäude selbst war nicht gerade nagelneu und 5* Kategorie, aber wir brauchten ja auch nur Bett, Klo und Dusche. Das gab es allemal her und der Service war sehr zuvorkommend. Nach einem Essen in der Innenstadt und kurzem Stadtbummel incl. "Festung, ich war mal da" Kurzbesuch verkrümelten wir uns auf "unsere" Terrasse, tranken leckeren Discounterwein aus Zahnputzbechern. Bei feinstem Sternenhimmel und prachtvoll beleuchteter Festung in direkter Sichtlinie. Manchmal sind es die ganz einfachen Dinge, die glücklich machen. Tag 13 – Sonntag, 28. August – Tagesziel Karlsbad (CZ) Warum Karlsbad? Eigentlich hatte das keinen besonderen Hintergrund. Ich kannte den Ort vom Namen her einfach, war als kleiner Knirps wohl auch mit der Family schon dort und wenn man durch den bayrischen Wald und anschließend übers Erzgebirge will, aus Österreich kommend, landet man eben in der Nähe oder ganz einfach IN Karlsbad. Groß genug um tendenziell genügend Unterkünfte zu bieten, war unser vorerst letztes Zwischenziel also eher eine Pragmatismuslösung. Schon beim losfahren beäugte ich den Reifen nochmal kritisch, die Alpenetappen hatten ihm heftiger zugesetzt, als ich das gedacht hätte, aber er würde uns schon noch bis nach Hause bringen. Die Fahrt selbst konnte den letzten Tagen logisch nicht das Wasser reichen, auch wenn immer mal wieder durchaus ansehnlich fahrbare Etappen zwischendrin waren. Mittlerweile wurden die Phasen bis uns der Arsch weh tat aber auch immer deutlich kürzer, als Phasen die wir zur Regeneration bräuchten, somit also einfach durchziehen und los. Bis auf eine nervige und scheinbar endlose Umleitung vor Cham und einem wilden Naviverarschungsversuch kurz vor Karlsbad – es lotste uns mal spontan 5,5km auf einer elendig schmalen und in grässlichem Zustand befindlichen Straße von der Hauptroute ab in den Wald, um schlussendlich einfach nur umkehren zu wollen – gab es keine besonderen Vorkommnisse. Im Vergleich zu den Schwarzwald- und Alpenregionen sieht Tschechien einfach nur abgefuckt aus, das kann man nicht blumiger beschreiben. Über etliche Kilometer konnte man auch zweifeln, ob in diesem Land überhaupt Menschen leben, weit und breit kein Haus, kein Mensch, kein gar nix. Die letzten Kilometer vor Karlsbad wären eigentlich eine wunderschöne Strecke durch den Wald, ich war mittlerweile allerdings einfach derart fertig, dass ich keinen Spaß mehr daran entwickeln konnte. Nach einem letzten Tankstopp folgte die Fahrt ins Zentrum, die Naviführung endete hier, jetzt hieß es Pensionen suchen. Schwieriger als gedacht. Alles eher Geschäfte und große Wohnblöcke, das klassische, freistehende Einfamilienhaus mit Besitzer im Erdgeschoss und obendrüber Einliegerwohnung zum vermieten war hier nicht zu finden. Wir fuhren eine steil ansteigende Straße hinauf in ein Gebiet augenscheinlich besser Betuchter. Am Straßenrand war ein Schild mit unendlich vielen Verbotszeichen. Ich beschloss, dass die für mich nicht gelten, da ich die Erklärungen dazu eh nicht lesen kann und fuhr einfach durch. Die Häuser wurden Villen und immer prächtiger, irgenwann ein Hotel rechts. Wir halten, das Weibchen fragt nach dem Zimmerpreis. 115€. Ohne Frühstück. Urgs. Bissl heftig für den klassischen Bett-Klo-Dusche Bedarf. Eisenhart fragt die Holde also die Rezeptionistin, ob sie nicht eine günstige Pension kenne und statt sie rauszuschmeißen, zückt die gute Dame kurzerhand ihr Handy und besorgt uns binnen 5 Minuten eine private Pension, effektiv 300m Luftlinie entfernt, Fahrstrecke sind es knapp 2km. Das ganze für etwa 1/3 des Preises, incl. Frühstück. Acht Minuten später stehen wir dort vor der Tür, die Gastmutti quatscht irgendwas auf Russisch, das Weibchen antwortet entsprechend, ich verstehe mangeld Russichkenntnissen kein Wort und schwupps sind beide im Haus verschwunden und ich stehe wie doof an der Straße. 10 Minuten später kommen beide nebst Herr des Hauses wieder raus, man winkt mich herbei, ich solle das Mopped mitbringen, es parkt auf dem Grundstück. Optimös. Mit einer Mischung aus Deutsch, Russisch, Englisch und Händen & Füßen besprechen wir gemeinsam die Details und lassen uns kurz Ausflugsziele auf einer Karte zeigen. Viel ausfliegen wollen wir gar nicht mehr, nur essen wäre toll. Durch eine Abkürzung durch einen Park ist man in 5 Minuten in der Innenstadt, top Lage. Da hier heute City Triathlon war bzw. noch in den letzten Zügen ist, ist die Stadt gerammelt voll. Wir watscheln durch die Fußgängerzone, suchen uns ein kleines Restaurant aus, freuen uns ob des zufälligen Gatis-WLAN und können somit zumindest mal die Daheimgebliebenen über unser Nachtlager informieren und anschließend für aberwitzig wenig Geld aberwitzig viel Essen in uns reinschaufeln. Der anschließende Stadtbummel fällt kurz aus, wir kaufen noch die obligatorische Miniflasche Becherovka (Pfui Katze!) und schwingen uns per pedes durch den Park zurück zur Pension. Der Balkon darf genutzt werden, machen wir doch gern. Bequem auf dem Korbstuhl sitzend, kann man so die aus dem Erzgebirge nahenden Gewitter beäugen, imposanter Anblick. Tag 14 – Montag, 29. August – Tagesziel Magdeburg Grober Plan war eigentlich, bis kurz vor Leipzig über Land zu fahren und von dort auf die A14 und Knallgas gen Heimat. Der Reifen sieht allerdings schon echt scheiße aus und das Navi scheint dies zu riechen. Knapp die Hälfte der Strecke sollte uns noch durch einige ansehnliche Kurven führen, genießen kann man das allerdings nicht mehr so recht, die Spurtreue entspricht langsam einem einem betrunkenen Einbeinigen. Vorder- und Hinterreifen haben massivsten Sägezahn, die profillose Mittellauffläche zeigt beginnende Auflösungserscheinungen. Wir steuern also unser Zwischenziel an und schalten kurz vor erreichen den Routing Modus um. Wohl in Absicht der Reifenschonung dürfte das Navi nun zwar Autobahnen nutzen, ignoriert aber alle auf und nahe der Strecke befindlichen Schnellstraßenbetonkonstrukte vorbildlichst. Sehr starker Seitenwind macht die Fahrt nicht wirklich angenehm, der Anschlagsversuch durch einen blöden E36 Lenker, der seinen kläglichen Überholveruch einfach nicht abbrechen wollte, obwohl wir ihm entgegenkamen (an dieser Stelle danke an den bremsenden LKW Fahrer, der somit eine Lücke schuf) sorgte dann ganz kurz vor der Heimat aber doch nochmals für reichlich Adrenalin. Der Rest der Fahrt war Dienst nach Vorschrift, einfach nur noch ankommen, wir hatten keinen Bock mehr. Bei jeder kleinen Pause guckten wir nach dem Reifen. Bis nach Hause würde er uns bringen, bis zur Müritz – eigentlich waren noch 3 Tage Müritz zum Seele baumeln lassen im Anschluss geplant – aber auf keinen Fall mehr. Hatte sich aber eh erledigt, da unsere potenzielle Übernachtungsmöglichkeit uns am Morgen informierte, dass sie mit Sprunggelenkbruch im Krankenhaus liegt. Blöd für alle, Glück für den Reifen. Gegen 16.30 Uhr – Koffer und Weibchen sind schon zu Hause abgesetzt – tanke ich ein letztes Mal voll und schubse die Rolltrompete in die Halle. Ein wenig Spielerei für Statistikfans: d278f4b1-1607-414c-a1e1-0a13a19550fe In stillem Gedenken an einen Satz Continental Road Attack 2 und die Frontkamerahalterung nebst Kamera. Ruhe sanft, irgendwo in den Alpen.
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Mon Sep 05 11:39:15 CEST 2016 |
hirschgeweih
Cooler Bericht. Von welcher Seite habt ihr den Rheinfall angefahren?
War das die Seite vom Schloss, oder die gegenüberliegende?
Mon Sep 05 11:44:29 CEST 2016 |
fate_md
Von der gegenüberliegenden. Zum Schloss hätten wir von unten dann mit dem Boot fahren können, die Aussicht auf die ganzen Treppen in Kombination mit ein ganz klein wenig Sonne draußen, dämpfte unsere Motivation dahingehend aber auf etwa null.
Thu Sep 08 21:05:14 CEST 2016 |
Spiralschlauch132989
Sehr guter Bericht und wie immer lässig zu lesen. Da habt Ihr ja eine richtig heftige Rundtour hinter Euch. Respekt.
Besonders freut mich, dass der Schwarzwald Euch gefallen hat. Ist auch eines meiner Lieblingsgebiete. Dort kann man einfach genial mit dem Mopped fahren.
Sat May 20 18:35:57 CEST 2017 |
TDIBIKER
Klasse geschrieben, Fate! Sehr angenehm zu lesen.
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