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pepe0312

Blog vonpepe0312

Fri Sep 27 23:44:18 CEST 2024    |    pepe0312    |    Kommentare (4)    |   Stichworte: BMWi eDrive40

i4-edrive40
I4-edrive40

Vorwort

Der Erfahrungsbericht von FlashbackFM hat mich dazu ermutigt, auch meine Erfahrungen mal zu teilen.

Außerdem habe ich versucht, die Textstruktur und die Überschriften vom Erfahrungsbericht von FlashbackFM zu übernehmen, dann kann man unsere Erfahrungen Abschnittsweise vergleichen – es ist mir nicht überall gelungen.

Knapp ein dreiviertel Jahr und knapp 7.000 km haben wir jetzt unseren BMW i4 eDrive40 gefahren. Man könnte doch jetzt schon mal ein Fazit ziehen – eins vorweg: jederzeit wieder!

 

 

Warum eAuto?

Während der Energiekriese nach dem Einmarsch in die Ukraine explodierten die Energiepreise.

Hier war dann die Überlegung, wie man Energie einsparen kann und was für den Geldbeutel tun kann. Der Fokus lag auf Strom und Gas.

Beim Strom konnte ich am schnellsten reagieren – hier kam eine Photovoltaikanlage aufs Dach des Hauses. Von der Bestellung bis zur Inbetriebnahme dauerte es auch mehr als 1 Jahr, aber Ende 2023 liefen die ersten Testtage. Hier merkte ich schnell, dass bei Sonnenschein ganz schön produziert wurde, das kann man gar nicht alles verwerten, auch nicht mit Akku – es wurde also massiv ins Netz eingespeist. Im November bei 12 - 20kWh (natürlich nur bei schöner Sonne).

Und was bekomme ich dafür? Zwischen 0,96€ - 1,60€ pro Tag.

Also fiel die Entscheidung, diesen über(fl)schüssigen Strom selber zu nutzen, zugunsten des eAutos sehr leicht.

 

 

Warum kein Hybrid?

Der Hybrid hat eine zu geringe E-Reichweite und die Versuchung, gerade auf längeren Strecken, den Verbrenner zu benutzen, ist zu groß. Außerdem schleppt man 2 Antriebssysteme mit sich rum (2 Motorsysteme, Batterie und Kraftstoffsystem, etc.) – irgendwie nicht effektiv.

Und bei meinem Motto: Ganz oder garnicht! Da kommt dann nur ein Vollelektrischer in Frage.

 

 

E-Auto und die Lademöglichkeiten

Das zu-Hause-laden hatte ich ja oben schon erwähnt – war nur noch die Frage: wie?

Da ich keine Wallbox hatte – die kam erst später – musste ich also ein Stecker-Ladegerät zusätzlich kaufen.

Nach kurzer Recherche habe ich das „Daolar 3.5KW EV Ladegerät 16A“ mit 5m Kabellänge gekauft – es hatte das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Display ist übersichtlich und bietet ausreichende Infos – bin sehr zufrieden damit. Rein in die normale Steckdose und ins Auto und ab geht der Strom – nur die Ladezeit ist mit 3,5kWh nicht allzu üppig. Hier muss man dann aufpassen, dass man zum richtigen Zeitpunkt abends die Ladung unterbricht (per App), da sonst der Haus-Akku leer gesaugt wird. Am nächsten Tag die Ladung per App wieder starten – und schon geht’s weiter. Natürlich nur, wenn das Ladekabel dranbleibt und die Sonne kräftig scheint. Ist die Sonne nicht so üppig, wird erst der Haus-Akku geleert und dann aus dem Netz gesaugt. Aber mit 25,63ct/kWh bin ich hier gut aufgestellt.

 

Jetzt habe ich aber eine 22kWh-Wallbox mit intelligentem Lademanagement installieren lassen – damit lade ich dann nur den wirklich überschüssigen Strom.

Aber leider ist sie noch nicht aktiv – somit kann ich noch keine Erfahrungen berichten.

 

Bei den öffentlichen Ladestellen habe ich eigentlich genügend Auswahl, wobei ich feststellen muss, dass die Innenstädte meist nur läppische 11kWh-Möglichkeiten bieten – warum keine 50/150/300kWh-Säulen?

Hier sind dann dadurch die langen Lade-Park-Zeiten vorprogrammiert – aber Achtung, es gibt meist noch eine „Blockiergebühr“ vom Säulenbetreiber (sehr unterschiedlich - meist bei AC=120min).

Die schnelleren/größeren Ladesäulen finde ich dann im „Industriegebiet“ (300kWh). Da diese Säulen für mich dann nur für den „Notbedarf“ nötig sind, kann ich während der geringen Ladezeit (bei ½ bis 1 Stunde) eben bei DM oder Hagebau einkaufen gehen. Etwas weiter weg ist dann auch noch Kaufland (50kWh) – also Lade-Zeitvertreib genug.

 

 

Ladepreise

Bleibt nur noch die Bezahlung an den öffentlichen Ladesäulen.

Hier kann ich nach meinen Recherchen nur „EWE Go“ empfehlen, die bieten die günstigsten Preise bei 0€ Monatsgebühr. Und die Karte funktioniert bisher überall, während meine BMW Karte schon rumzickte und erneuert wurde – sie funktionierte nicht mehr, wir vermuten, hier war die Handy-Lade-Ablage schuld, da sie dort vorerst öfter lag.

An die „Intransparenz“ der Lade-Preise muss man sich erst gewöhnen. Es gibt ja keine großen Preisschilder an den Säulen. Entweder man kennt die Preise seiner Ladekarte, oder man kann sie vor dem Laden per App abfragen – aber wer macht das schon.

Wenn man größere Fahrten macht, sagt einem das Navi, wann ungefähr eine Ladung am effektivsten ist – da muss das System nicht schon leer sein – man hat also Zeit für Alternativen. Aber wenn man dann an der Ladesäule steht, wird angesteckt, egal wie teuer.

 

Wenn ich meine Ladepreise betrachte, komme ich zu dem Schluss, dass die Preise pro 100km beim zu-Hause-Laden (preiswerter Netzanbieter) nur halb so hoch sind, als bei meinem letzten kleineren Diesel – bei PVA-Nutzung ist es ja fast bei 0€. Beim öffentlichen Laden sind die Kosten/100km etwa gleich hoch.

 

 

Autokauf

Als ehemaliger BMWler kommt ja nur eines in Frage, aber welcher? Natürlich nur einer mit der größten Reichweite und Neu, wegen der Prämie. Da ich gerne Coupés fahre und natürlich die Preise beachte, war letztendlich der i4 das richtige Angebot im Oktober 2023. Dafür musste ich aber nach Ansbach fahren, da mein Händler in Pfaffenhofen uns nur immer Treppchen-Weise entgegenkam, aber den Ansbacher Preis nie erreichte.

Es wurde dann der i4 eDrive 40, denn hier stimmten die technischen Werte und die Reichweite.

Mit allen erforderlichen Extras, aber ohne Schiebedach und AHK, blieben wir aber knapp unter 60.000€.

Den 220d GranCoupé noch gut verkauft, brauchten wir nur noch etwas weniger als die Hälfte dazu legen.

 

Die Fahrzeugübergabe für Dezember 23 war dann auch noch ein Problem, denn erst stand das Auto wochenlang in der Endkontrolle, weil eine Zierleiste nicht lieferbar war. Also mit Ansbach die Abmachung getroffen, dass er im Dezember noch zugelassen wird – wegen der Prämie – wir ihn aber erst im Januar – nach dem Kenia-Urlaub – abholen.

Dann hat Herr Habeck die Prämienstreichung vorgenommen und wir mussten noch einiges schnell in Kenia unterschreiben – dank Mail und Unterstützung der Hotelchefin kein Problem.

Dann klappte die Zulassung erst am Montag – das war dann 1 Tag zu spät.

Im Januar stand er dann noch wegen Schneechaos im Auslieferungslager und kam nicht raus, aber am 23. Januar hatten wir ihn dann doch – und die Prämie gabs später dann von BMW.

 

 

Der i4 im Alltag

Auch wir sind zufrieden mit dem i4.

Nachteile:

­ - Er ist eigentlich zu groß für uns – ein i2 GranCoupé (mit großer Heckklappe) wäre genau richtig.

­ - Das DC-Ladekabel ist ganz schön unhandlich und steif – aber auch daran gewöhnt man sich.

­ - Ladepausen – tanken brauchten wir nur 1x, laden 2x-3x (Strecke: Bayern – Magdeburg – Bremen)

­ - Die Reichweite - aber die ist nur auf seltener Langstrecke entscheidend, Kurzstrecken sind alltäglich

Vorteile:

­ - die Beschleunigung ist immer wieder beeindruckend. Mit ihm komme ich öfter und schneller an den LKWs vorbei – bis der Verbrenner überlegt, ob er jetzt noch einen Zahn zulegen soll, ist der i4 schon weg.

­ - gerade auf langen Fahrten wirkt der i4 „entschleunigend“ durch die Ladepausen – man kommt entspannter an

­ - sehr leise Geräuschkulisse

­ - das ruhige Gewissen bei Extra-Fahrten

­ - Pieselpausen kann man mit Laden sinnvoll nutzen - geht beim Verbrenner mit dem Tanken irgendwie nicht

­ - Ausgaben/100km – gerade beim Heimladen (0€ - 4,87€/5,79€ zu 8,91€/11,33€)

­ - Wenn man es richtig managt, hat man immer ein „getanktes“ Auto vor der Tür stehen

­ - 2h öffentliches umsonst Parken in München

­ - Auto lädt beim Arztbesuch

 

Meine Werte/100km: lt. Bordcomputer 19kWh – lt. Spritmonitor 22,6kWh

vorheriger Spritmonitor-Verbrauch/100km: 435xdA GC = 7,5L – 220dA GC = 5,9L

 

Die Ladepausen liegen zwischen angenehmen 10 und 30 Minuten lt. Navi – nur halten wir uns selten daran, meist sind sie doch länger.

 

 

Schnellladefähigkeit

Erstmal generell AC (3,5/11/22kWh – zu Haus und ab 11kWh eher öffentlich innerstädtisch) wird als langsam – ab 50kwh (öffentlich Industriegebiete / Autobahn) wird als schnell bezeichnet.

Das Schnellladen ist wieder eher Theorie als Wirklichkeit.

Durch die Begrenzung auf 205kWh beim i4 ist die 300er Ladesäule überdimensioniert, während die 150er eher zu gering ist. Da aber das Lademanagement zur Schonung des Akkus die Ladekurve eher herunterregelt, ist die 150er Ladung eigentlich ausreichend – aber die 300er Ladung schadet ja nicht – und die kWh-Preise sind gleich.

Was heißt das jetzt für den i4?

Da kommt man dann auf theoretische Ladezeiten von etwas über 1h (50kWh), 23 Minuten (150kWh) oder 17 Minuten (200kWH) bei der Ladung von 20 auf 80% - heißt für 303km.

 

 

öffentliches Laden

Wie FlashbackFM schon erwähnt hat, ist das Laden doch etwas anders als das Tanken.

Rüssel rein – laufen lassen – Rüssel raus – bezahlen gehen ist dann doch einfacher, als Ladekabel auspacken – Karte auslesen lassen – Kabel in Ladesäule, Kabel in Auto – warten oder einkaufen/Kaffee trinken gehen.

Aber man gewöhnt sich auch daran und wird bei jedem Laden effektiver. Tanken kennt man schon ewig – Laden muss eben neu gelernt werden.

Außerdem sehe ich das aber von der anderen Seite:

Während ich einkaufe, kann das Auto laden – beim Verbrenner müsste ich jetzt extra noch zur Tanke fahren.

Probleme mit dem Blockieren von Ladeplätzen hab ich noch nicht gehabt, da ich sie ja auch nur bei Langstrecken nutze. Außerdem wird die Auslastung auch immer vom Navi/GMaps angezeigt, so dass man entsprechend reagieren kann. Unterwegs hab ich auch schon in „Ladeparks“ geladen, da sind dann so viele Ladesäulen, so viele eAutos werden wir erstmal nie an einem Platz haben – teilweise gigantisch.

 

 

Ladekartenbingo

Hier kann ich FlashbackFM nur teilweise zustimmen.

Ja, auch ich habe mich intensiv mit den Ladetarifen beschäftigt und eine Tabelle mit den Preisen angefertigt, um einen Überblick zu haben. Habe aber schnell mit EWE Go einen 2. Ladepartner gefunden.

Ich konnte da aber ganz entspannt sein, da BMW ja eine Karte für 1 Jahr beim Autokauf dazu gibt.

 

 

Fazit

Auch bei mir klappte der Umstieg vom Verbrenner zum eAuto besser, als vorher gedacht. Gut, es kommen ein paar Stolpersteine auf einen zu - aber man kommt nur ins Stolpern, man fällt nicht um – man lernt nur dazu.

 

Bei mir ist jetzt schon klar, der Nächste wird wieder ein BMWi, nur kleiner, aber mit „großem“ eMotor – denn die Beschleunigung möchte ich nicht missen.

 

Und denen, die noch zweifeln, kann ich nur sagen: eine Probefahrt ist nur ¼ der eKomplexität. Hier sollte man schon wesentlich länger „probieren“. Denn die Umstände der eMobilität, die zu Anfang eher abschreckend wirken, werden immer einfacher und effektiver. Man muss die eMobilität erst erlernen.

Tanken kann jeder – aber Laden muss gelernt sein.

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Wed Oct 02 10:23:57 CEST 2024    |    ToniMaccheroni

das bestätigt aber leider die Annahme, dass das nur wirklich tauglich und wirtschaftlich ist für Leute mit eigenem Haus mit Garage und Wallbox am besten über Solaranlage.

Für den Großteil in Mietwohnungen mit Laternenparkplatz ist das umständlicher und nicht so wirtschaftlich. Was meinst du ?

Wed Oct 02 16:45:35 CEST 2024    |    pepe0312

Bitte beachte auch den Beitrag von FlashbackFM "Ein Jahr elektrisch unterwegs - So (un)zufrieden bin ich" - er betrachtet das Thema eher von der Seite des öffentlichen Ladens.

Im Endeffekt ist es eine reine Rechensache und die Einstellung des Einzelnen:

-> will ich günstiger unterwegs sein, ist der Strom vom Dach, aber auch schon das Laden aus dem Haus-Netz günstiger als das Tanken beim Verbrenner

- beim Laden vom Dach habe ich natürlich 0€/100km

- beim Laden aus dem eigenen Netz habe ich 4,87€ oder 5,79€ (je nach Verbrauch) pro 100km

- dagegen stehen 8,91€ (220d) bzw. 11,33€ (435d) bei meinen vorherigen Verbrennern

-> bin ich auch schon zufrieden, wenn ich was für dir Umwelt tue, dann ist das öffentliche Laden auch attraktiv

- denn da komme ich dann auf etwa die gleichen Kosten pro 100km, wie beim Verbrenner

- hier kann ich aber dann auch Ladetarife mit monatlicher Grundgebühr nutzen, denn da sind dann die kWh-Preise günstiger - was sich für mich als Heimlader nicht lohnt

- hier ist dann also der spitze Bleistift erforderlich, wenn man Wirtschaftlichkeit erreichen will

-> bitte aber beim Fremdladen auch beachten, dass die eAutos noch weitere preisliche Vorteile haben

- keine Kfz-Steuer bis 2030, teilweise günstigeres/kostenloses Parken, günstigere Versicherung (i4 = 664€ zu 752€ beim 220d)

 

Du hast recht, beim Laternenparken ist es etwas umständlicher, als das Heimladen.

Aber mal ehrlich, wie oft muss man Fremdladen? Wenn ich meinen damaligen Arbeitsweg betrachte (täglich knapp 100km) und meinen jetzigen i4 sehe, dann wäre das 1x die Woche. Und welchen Zeitaufwand muss ich dafür an einer guten (150/300kVh) Ladesäule investieren? Antwort: 45 bis 60 Minuten, wenn der Akku fast leer ist. Wenn ich das dann mit dem wöchentlichen Einkauf kombiniere, habe ich auch keinen Zeitverlust. Oder ich gehe im Restaurant essen und das Auto ist schneller voll, als du essen kannst - hier ist eben eine gewisse Kreativität erforderlich, die dann mit der eAuto-Nutzung automatisch kommt.

 

Das eAuto fahren bedeutet generell, dass man anders denken muss - hier ist ein gewisser Lernprozess erforderlich und die besten Lösungen kommen einem, wenn das Problem vor der einem auftaucht.

Und: bei jeder Fahrt habe ich jetzt ein reineres Gewissen, als vorher mit dem Verbrenner - da war jedes Gramm CO2 doch schon ein wenig belastend - nach dem Motto: muß das jetzt sein?

Ich kann hier nur sagen: Wann wollen wir mit der Energiewende anfangen, wenn nicht jetzt - je früher, desto besser für unsere Welt.

Thu Oct 03 19:58:40 CEST 2024    |    fernQ

Schöner Bericht, danke dafür! Der i4 gefällt mir auch ausgesprochen gut, haben auch schon mal eine Probefahrt gemacht. Wir haben ähnliche Bedingungen, auch PV-Anlage mit sommers hohen "verschenkten" Einspeise-kWh... und das Auto steht tagsüber sowieso meist in unserer Garage, denn meine Frau arbeitet 100% Homeoffice und ich fahre meist mit dem Rad oder mal mit dem Bus zur Arbeit. Außerdem fahren wir selten einfache Strecken über 200 km, das schaffen die meisten Stromer locker, auch im Winter. Daher denke ich, das nächste Fahrzeug wird ein Elektroauto. Aktuell fahren wir einen 5er BMW, aber der Nachfolger dazu als i5 gefällt mir nicht ganz so gut :-/ daher könnte es durchaus einen Markenwechsel geben. Auch wenn ich BMW generell mag, andere Mütter haben auch schöne Töchter.

Sun Oct 27 17:23:13 CET 2024    |    grietschel

Ist nur sinnvoll, wenn man als Häuslesitzer die nötigen Voraussetzungen für's kostengünstige Laden hat. M. E. existieren mind. 120 Anbieter von Zahlungskartensystemen für Fremdladesäulen. Wenn man sich nach Optimierung auf einen Anbieter orientiert, ist man folglich gezwungen, diesen auch immer zu finden bzw. diesen (einen) in der näheren Wohngegend aufsuchen zu müssen (unflexibel), ist schon stressig.

Überhaupt, muß ich erst studieren, um ein eAuto zweckmäßig und günstig nutzen zu können? M. E. Ist das ganze z. Z. nur für Kurzstreckenfahrer einigermaßen sinnvoll, denn die realen Reichweiten liegen allzuoft bei max 300 km. Las mal einen Beitrag eines KFZ-Meisters, der mit einer Interessentin eine wirkliche Erkundungsfahrt mit nem eAuto unternahm und schon nach ca. 200 neu laden mußte, da im Bereich der restlichen verfügbaren 100 km keine Ladesäulen erreichbar waren. Für mich ein abs. no go!

Zu Ihrem Umweltgedanken nur Folgendes: So lange wir noch fossile Energieträger zur Stromerzeugung im bedeutenden Ausmaß nutzen müssen, wird bei jeder Ladung aus der Steckdose (keine PVA) CO² ausgeblasen, so daß für einen Mittelklassewagen incl. der Herstellung (vor allem der Batterie) in der CO²-Bilanz ein vergleichbarer Verbrenner erst bei > 200.000 km Fahrleistung unterboten wird. Dazu kommt, daß die Welt (Südamerika, Afrika, Asien) bei der Suche nach und dem Abbau von Rohstoffen für die Batterien umgegraben wird und damit äußerst umweltschädigend vorgegangen und nicht nur die Natur gewaltig beeinträchtigt wird, sondern auch die örtliche Bevölkerung gesundheitlich geschädigt bzw. vertrieben wird, von (illegaler) Kinderarbeit ganz abgesehen.

Die gewaltigen Kosten der Umsteuerung auf kompletten Strombetrieb der gesamten Wirtschaft und des privaten Lebens führen zudem dazu, daß die schon seit Jahren gestartete Verteuerung uns alle noch mehr belasten wird und der Kostenvorteil (Anschaffungspreis beachten!) beim Betrieb eines eAutos bei Eigenversorgung wie Eis in der Sonne dahin schmelzen wird.

Herr Dürr äußerte kürzlich bei Lanz zu diesem Thema, daß allein die Förderung dieser Mobilitätstechnologie € 1,25 umgerechnet auf 1 l Diesel ausmacht. Das wurde mit Schrecken von den eExperten kommentiert: Wie man doch so etwas in der Öffentlichkeit äußern könne, denn damit würde doch die Bevölkerung total verunsichert (wird also geheim gehalten).

Mehr dazu in: https://m.youtube.com/watch?v=wzmg8md2xYU

Klar ist, daß wir weg müssen, von der grundlegenden Erzeugung von Energie/Strom über fossile Energieträger, daß aber schrittweise und nicht in der Art wie unter dieser Ampelregierung. Dazu fehlt noch immer ein Masterplan, der allumfassend die gesamte Wirtschaft und die Gesellschaft betrachtet, sinnvoll abwägt, Wechselwirkungen realitätsnah einschätzt und die umzusetzenden Maßnahmen jeglicher Art (staatliche Rahmenbedingungen) möglichst wenig wirtschafts- u. gesellschaftsschädigend anlegt. Was wir hier sehen, ist blinder Aktionismus, unausgewogene Politik und ein unglaubliches Umherirren im Dschungel einer Industriegesellschaft, an die man nun die Axt angelegt hat (Rückgang der Autoindustrie seit 2018: -24%, der Chemieind. -13%).

Der schwindende Wohlstand, den man nun mit verzweifeltem Gelddrucken und Verteilen versucht abzumildern, wird für 90% der Bev. erst noch kommen, wenn hier nicht bald entscheidend korrigiert wird.

Bzgl. der Stromversorgung war es schon 2011 ein grundlegender Fehler die AKW-Stillegung einzuleiten und dann noch 2023 während der Energiekrise zu vollenden. Die USA investieren neben dem Ausbau der grünen Energieerzeugung wieder kräftig in die Kernenergieerzeugung (neue Technologien können eine Kernschmelze generell verhindern, auch der Abfall kann wieder verwendet werden und damit die Reststrahlzeit auf { 500 Jahre gedrückt werden). Man wird eine Alternative zur grünen Energieerzeugung (regenerativ ist physikalischer Unsinn!) immer brauchen, denn es gibt trotz hoher Stromgewinnung stark schwankende Phasen, die bis 0% grünen Strom reichen. So gab es 2023 ca. 400 h ohne grünen Strom und 2024 in den ersten 9 Monaten schon 400 h grünen Stromtotalausfall (0%).

Sorry, daß ich so stark ausweite, ich möchte auch Ihr Gewissen nicht belasten, nur ist das einfache Schönreden nicht realistisch und ein Fahren mit Scheuklappen, egal für wen nie eine empfehlenswerte Lösung. In der Praxis sind immer Alternativen angebracht, ja nötig. Die Merkelsche alternativlose Politik hat letztlich den Boden für das extrem teure Abenteuer einer plötzlichen Umsteuerung, erstmal nur auf neue Gaslieferanten (auch LNG aus den USA, Lateinamerika u.a.) bereitet und letztlich verursacht.

War trotzdem ein interessanter und aufschlußreicher Beitrag. Hoffe, daß die AW nicht doppelt gesendet wird, nutze derartige Kommunikation nicht mehr und war nicht eingeloggt.

Nun aber genug, wünsche Ihnen weiter Freude mit Ihrem eAuto.

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