Wed Dec 10 21:03:08 CET 2014
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rolandnatze
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Kommentare (9)
Irgendwie prägen einen ja die Fahrzeuge , die man in seiner Jugend besaß (oder gern besessen hätte), so habe auch ich mir in den letzten Jahren eine kleine Sammlung von Yamaha Leichtkrafträdern, ergänzt durch ein paar Zündapps zugelegt. Daheim angekommen ging ich am nächsten Tag gleich mit Elan ans Werk, begutachtete die Mühle mal genauer und eigentlich war sie ziemlich das, was ich erwartet habe: Also erstmal alle Flüssigkeiten wechseln und vorher die rundgedrehte Ölablassschraube mit dem Meissel aufgehauen. (Wer ältere Yamaha fährt kennt auch die schönen Butterschrauben- ruck zuck rund.) Zur Abwechslung mal paar Dinge angehen ,die mehr Spass machen und gut für die Optik der DT sind: Lackierung von Gepäckträger, Motorunterschutz, Kühler, Kühlerhalterung. Naja, eigentlich sieht sie jetzt schon ganz nett aus. Bisher habe ich ausgegeben: Auf der To-Do-Liste stehen jetzt noch: |
Sat Sep 15 01:00:11 CEST 2018 |
rolandnatze
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Kommentare (15)
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80, RD, Yamaha
Es war vor 16 Jahren , als ich bei Ebay eine 1984er Yamaha RD80 LC-2 ersteigert habe, für schlappe 170€, einen Preis, für den man heute nicht mal den Motor alleine bekommt. Zu dieser Zeit wurden bei Ebay noch viele Auktionen ab 1 € gestartet und die 80ccm Leichtkrafträder von Yamaha waren mega-out. So kam dieses Schnäppchen zustande. Das Bike war zwar nicht gerade top gepflegt und hatte 5 Vorbesitzer, aber wenig Rost, Papiere und lief.
Der Plan war, die 80er meiner Jugendzeit, die ich damals selbst fuhr, zu restaurieren und ab und zu mal auszureiten.
Wie das oft mit Plänen ist-sie kommen nicht zustande: Die RD 80 LC-2 wurde etwas stiefmütterlich in einer -immerhin sehr trockenen und gut belüfteten- Garage abgestellt, nochmal mit Sprühöl eingesprüht, eine Abdeckplane drüber und- weitgehend vergessen. Die RD stand nun jahrelang herum während andere Bike Projekte Vorrang hatten. Dieses Jahr hat ein Kumpel seine 80er fahrbereit gemacht und da erinnerte ich mich wieder an das Mopped. Der Plan zur Restaurierung-nicht perfekt, mit leichter Patina- wurde wiederbelebt, die RD ausgepackt und nach fast 16 Jahren eine Bestandsaufnahme gemacht:
Hauptständer defekt, Spiegel und Griff links kaputt, Blinker hinten beide Gläser, Kupplungszug schwergängig, ebenso der Benzinhahn, Gaszug fest, Batterie fehlt, Bremszylinder festgegangen, die Reifen uralt von 1990 und 1993, Bugspoiler und Cockpitverkleidung schlecht lackiert und kein Dekor drauf.
Das Gute: sonst komplett und sehr wenig Rost am Rahmen und Schwinge.
Eine Wochenend-Restaurierung wird`s also eher nicht werden.........
Leider hatte ich damals versäumt den Tank restlos zu leeren und mit etwas Öl auszuschwenken, was nichts Gutes befürchten ließ, zumal sich der Schlüssel im Tankdeckel kaum noch drehen ließ.
Ich hatte schon komplett von innen verrostete Tanks gesehen, die sind meist unrettbar oder nur sehr aufwändig zu restaurieren. Doch siehe da: ausser 2-3 Liter stinkendem,alten und zersetztem Benzin, hatte der Tank innen nur leichte Ansätze von Flugrost-ich war äusserst angenehm überrascht, dieses Problem war also gar kein großes.
Als nächstes mussten Vergaser und Membrane runter. Der Gasschieber war so festgeharzt, dass leichte Gewalt mit einem Hebel von Nöten war. Im Vergaser nach kompletter Zerlegung, das übliche Bild:
eine komplette grün-gelbe Schicht verharzten Benzins in der Schwimmerkammer und dadurch verstopfte Düsen, seltsamerweise war nach 16 Jahren immer noch flüssiger Sprit in der Kammer drin.
Es kann also weitergehen mit der Entleerung des Kühlsystems und Abbau des Zylinderkopfes:
auch hier war noch richtig gute saubere Kühlflüssigkeit vorhanden, allerdings leichte Grütze in den Wasserkanälen im Zylinder, also ausbauen und reinigen.
Weiter mit der Vorderradbremse, die komplett festgegammelt war. Ich hatte noch einen zweiten Bremszylinder, der von aussen zwar neuwertig, jedoch seit 20 Jahren keine Bremsflüssgkeit gewechselt wurde. Entsprechen war dann auch vergammelte Bremsflüssigkeit und krümelige Ablagerungen im Behälter-siehe Fotos. Nach einer ausgiebigen Spülung und Reinigung mit Wattestäbchen, könnte man von "erledigt" sprechen.
Jetzt muss nur noch eine Stahlflexleitung dran, denn der alte Bremsschlauch ist zwar optisch neuwertig, aber auch schon wieder von 1999.... also überaltertes Gummi, da geht man lieber kein Risiko ein.
Update Oktober : aufgehübschte Felgen (Alurand mit Alupaste behandeln bringt ne Menge) mit neuen Reifen in eine rostige Schwinge einbauen,geht gar nicht. Also Schwinge raus. Die Schwingenachse ist wie so häufig eingerostet, nach langem hin und her war die Achse doch draußen, dafür gingen beide Federbeinbolzen erfreulich leichtgängig heraus, was besonders beim unteren, der im Spritzwasserbereich liegt, häufig gar nicht geht.
Die Schwingedurchführung, die auch Motorhalter ist,war an einer Seite gebrochen, gut daß ich die Schwinge ausbaute, ist sowieso ein besseres Gefühl, wenn alles gecheckt wurde,
to be continued.
Schwinge ist ausgebaut worden,die Achse war ziemlich verrostet , ließ sich kaum herausdrücken.
Simmerringe neu, die alten Gleitlager entrostet, mit Vlies geschliffen, ebenso die Achse, Kettenschleifer neu drauf, Schwinge lackiert , ebenso das untere Federbeinteil, mit dicker Marinefett Packung alles wieder eingebaut.
UPDATE Oktober 2019:
Aus der geplanten Kurzüberholung wurde dann doch ein grösseres Ding:
-nachdem die Reifen und Schläuche erneuert wurden, kamen dann gleich noch neue Radlager rein, die Räder waren ja eh schon draussen. Bremsbeläge hinten auch.
-Kette, Ritzel und Kettenrad neu, war sowieso geplant
-leider war die Bremshydraulik am A..., also gleich neue rein, Stahlflexleitung vorne rein
-Kupplungsbeläge neu
-Zylinder auf 0,25 ÜM aufgebohrt, neuer Kolben und Ringe ist klar
-Vergaser Haupt- und Leerlaufdüse und Dichtungen neu
Da nie so ganz sicher ist ob die Ölpumpe noch geht, habe ich erstmal 1:40 getankt und den Zuleitungsschlauch zur Pumpe erneuert, sowie den dünnen Schlauch zum Vergaser gegen einen durchsichtigen getauscht um zu sehen ob Öl oder Luft in der Leitung ist. Pumpe funktioniert.
-Kerze und Stecker neu, Vergaser grundeingestellt : RD läuft nach 16 Jahren mit dem 3. Tritt !!!!!
-Leider : Rasterung des LK Lagers, also Gabel und Lenkkopf raus, neue Lager und Schalen und 38 Kugel einzeln rein, Tipp: schön dick fett in die Schalen, dann fallen die Kugeln nicht runter.
-Hupe defekt, XJ600 Hupe passt gut und sieht fast gleich aus
-Leider: Licht und Rücklicht glimmen nur , Lichtspule ist defekt, das Teil hatte ich noch neu, hier war ich zu bequem und brachte die RD zum Händler, war wohl ein Fehler, über 200€ Kosten, ich hätte damit gerechnet dass 1-1,5 Std, reichen sollten, aber naja Schwamm drüber.....
-LEIDER: Gabel siffte auf einer Seite, also Simmerringe neu... Gabel raus geht schnell,
Gabel zerlegen und stinkendes Altöl raus auch, die Simmerringe sitzen bombenfest, ewige Fummelei, bis der Dremel ran musste.... für einiges an Geld Staubdeckel, Simmerringe, O-Ringe neu gekauft, in jedes Gabelbein kommen 147 ml Gabelöl neu, eingebaut.
-Jetzt muss für den TÜV und die Vollabnahme noch der Scheinwerfer eingestellt werden...
to be continued.........
Update: Januar 2020: nachdem die RD nicht sauber im Standgas lief, Vergaser nochmal raus gebaut, alles gereinigt, zusammengebaut, Ergebnis: läuft schön , den 1:40 Sprit im Tank nochmal mit Super verdünnt, dann wurde die Qualmerei auch deutlich besser.
RD zum TÜV,gebracht, Abnahme ohne Mängel !!
Dann im März oder April anmelden !!
Gesamtkosten ohne das Bike (170] um die 900€, also noch im Rahmen, aber auch nur weil ich schon viel Teile auf Lager hatte.
Isch habe fertig.