Dieses SUV tut Skoda gut: Der Kodiaq setzt dort an, wo dem Superb der Platz ausgeht. Wir haben das große SUV mit seinem technischen Bruder verglichen.
Berlin – Wo sich normalerweise alles um Audi dreht, steht heute ein Skoda im Mittelpunkt. Unser Test-Kodiaq parkt während einer Dienstreise vor dem Audi-Forum in Ingolstadt zwischen A3, A4 und TT. Eine Menschentraube drängt sich um das SUV. Ob das der Neue ist, wollen die neugierigen Audianer wissen. Und mit welchem Audi man den vergleichen könne. Die Antwort: Technisch mit dem nächsten Q3. Die Größe geht in Richtung Q7, zumindest innen. Richtige Konkurrenz gibt es vor allem im eigenen Haus. Der Kodiaq ist bei Skoda so etwas wie die SUV-Version des Superb. Beide Autos ähneln sich in Größe, Antrieben und Preis. Wir haben den Kodiaq mit unserem aktuellen Dauertester, einer Superb Limousine, verglichen. Beide als Diesel und mit DSG, aber mit Unterschieden in Leistung und Antrieb. Und wir stellen fest: Der Kodiaq ist eine wichtige Ergänzung nach oben – wortwörtlich. Abmessungen und Platzangebot: Riesig. Beide Der baut deutlich höher. SUV eben. Mit 1,67 Metern überragt er den Superb um 20 Zentimeter. Genug, um viel Platz nach oben zu verteilen und sich in der Länge zurückzuhalten. 4,70 Meter misst das große SUV, also ein gutes Stück weniger als der Superb. Trotzdem lädt er bis zu 2.065 Liter ein, als Siebensitzer immerhin noch 2.005 Liter. Mit aufgestellter Bestuhlung bleiben 270 Liter. Die Rückbank im Kodiaq lässt sich verschieben. Ganz hinten wird es trotzdem eng, hier sitzen nur Kinder gut. In der zweiten Sitzreihe bieten beide Autos viel Platz, besonders an den Knien. Innenraum und Verarbeitung: Übersichtlich und praktischÄhnlich sieht es ganz vorn aus. In Kodiaq und Superb sitzt es sich bequem – im Kodiaq aufrecht und hoch mit guter Übersicht, im Superb eher gemütlich lümmelnd. Optisch unterscheiden sich die Cockpits, funktional dagegen kaum. Ergonomie und Bedienung sind tadellos, die Haptik geht in Ordnung. Radio, Infotainment und Assistenz: Touchscreens und etwas AutonomieGrößere Unterschiede gibt es erst wieder beim Infotainment. Hier ist der Kodiaq eine halbe Generation weiter. In ihm arbeitet die aktuelle Version des Navigationssystems mit bis zu 9,2 Zoll Diagonale und fast ganz ohne Knöpfe. Das Navi im Superb baut genauso groß und hat noch echte Tasten an den Seiten. Zum Facelift wird sich das ändern. Bis dahin freuen wir uns über haptische Rückmeldung, vermissen aber Online-Funktionen. Unterstützen und helfen können die großen Skoda-Modelle gleich gut. Das Meiste kostet allerdings Aufpreis. Optional halten Kodiaq und Superb Abstand und Spur, helfen beim Wachbleiben, Parken und vereinfachen das Einladen mit ihrer elektrischen Heckklappe. Im SUV gibt es zusätzlich noch Fahrmodi fürs Gelände. Die verändern Kennlinien von ABS und Getriebe, um besser durch den Dreck zu kommen. Wenn es den Kodiaq tatsächlich dorthin treibt. Antrieb: Gemeinsame Motorenpalette Größter Unterschied: Im Kodiaq arbeitet das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe („DQ500“). Der Superb schaltet noch mit sechs Gängen („DQ250“). Die Variante im Kodiaq fühlte sich im Test spontaner an, Abstimmung und Schaltvorgänge stimmen bei beiden. Der Superb bekommt voraussichtlich zum Facelift das Nachfolger-Getriebe („DQ381“). Trotz aller Ähnlichkeit gibt es beim Fahren Unterschiede. Der Kodiaq ist höher und schwerer, beschleunigt und fährt also langsamer. Bei unserem Duo liegt das an den verschiedenen Motoren. Mit gleichem Antrieb (150 PS, Allrad) liegt der Superb trotzdem noch rund eine Sekunde im Sprint und etwa 20 km/h in der Endgeschwindigkeit vorn. Im Alltag stört das nicht. Die Antriebe passen gut zu den Autos und fühlen sich nie schwach oder überfordert an. Im kalten Zustand nageln die Selbstzünder. Nach ein paar Minuten kommt innen nur noch ein leichtes Knurren an. Fahrwerk und Lenkung: Direkt oder gemütlichMit dem Fahrwerk verhält es sich ähnlich. Der hohe Schwerpunkt im Kodiaq fällt auf, stört aber kaum. Das SUV federt gemütlich, ohne schwammig oder unruhig zu werden. Im Vergleich fühlt sich der Superb direkter an. Klar: Das SUV muss mehr Masse ums Eck wuchten. Bis der Lenkbefehl in der ganzen Karosserie angekommen ist, vergeht mehr Zeit. Sport dürfte hier ohnehin niemand erwarten. Langstrecke können beide gut. Fazit, Ausstattung und PreiseUnser Vergleich zeigt: Der Kodiaq tut Skoda gut. Das SUV ergänzt den Superb an wichtigen Punkten. Es bietet Platz für sieben Personen, packt massig Gepäck ein und baut dabei verhältnismäßig kompakt – in der Stadt ist das kürzere und kaum breitere SUV die bessere Wahl. Der Superb fährt agiler und sparsamer. Platz fehlt auch hier selten, egal ob Limo oder Combi. Der Skoda Kodiaq startet bei 26.150 Euro. Dafür gibt es 125 Benzin-PS, Frontantrieb und Handschaltung. Die getestete Antriebskonfiguration liegt bei mindestens 34.590 Euro. Der Superb fängt als Limousine bei 25.750 Euro an, ebenfalls mit 125 PS und Frontantrieb. Der große Diesel kostet mindestens 35.850 Euro, das Kombi-Heck weitere 1.000 Euro Aufpreis. Für beide Autos empfehlen wir Abstandstempomat, Parksensoren und das Business-Paket „Amundsen“. In den Kodiaq gehört außerdem LED-Licht. Im Superb gibt es bisher nur Xenon. Dafür ist ein Offroad-Paket verfügbar – falls es nur ein bisschen Feldweg und kein SUV sein soll. Technische Daten: Skoda Superb und Skoda Kodiaq
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