Es geht voran bei VW: In Genf parkt der Arteon, ein Gran Turismo mit neuen Formen, neuem Namen und neuem Konzept. Nur für neue Technik reicht es kaum. Erste Details.
Wolfsburg – Plötzlich ist dieses Auto wichtig. Der Arteon, das größte Nicht-SUV von VW, soll etwas darstellen. Früher, als er noch „CC“ hieß, fand er kaum Aufmerksamkeit. So wenig, dass ihn die Zulassungsstatistik nicht einmal gesondert aufführte. Er lief heimlich als Passat mit. Dann lief er heimlich aus. Jetzt gibt es einen Neustart. Und der muss gelingen, denn VW fehlt das Prestige. Einen Phaeton gibt es erst wieder ab 2020. Die Spritspar-Rakete XL1 ist längst vergessen. Und das SUV Touareg altert als Randnotiz in den Verkaufszahlen. Neben Brot und Butter, also Golf, Tiguan und Passat, muss etwas Neues kommen. VW Arteon: Gran Turismo mit vier Türen Unter dem Blech sieht es anders aus. Der Konzernbaukasten für Quermotoren soll die Kosten senken. Deshalb gibt es an dieser Stelle gar nichts Neues oder Besonderes. Vierzylinder-Benziner und -Diesel mit 1,5 bis 2,0 Litern Hubraum, mit 150 bis 280 PS, Front- oder Allradantrieb. Bekannt aus Golf, Tiguan, Passat. Immerhin: Ein Plug-in-Hybrid (Arteon GTE) soll kommen. Und vielleicht ein Sechszylinder. Ein 2,5-Liter-VR6-Turbo mit 350 PS könnte es werden. Wenn der Business-Case passt. Hier alle Antriebe des Arteon auf einen Blick:
Den Verbrauch nennt VW bisher nur für die Spitzenmotorisierungen, Fahrdaten noch gar nicht. Dafür aber die laufenden Kosten: Die Basismodelle müssen nach drei Jahren oder 60.000 Kilometern zur ersten Inspektion. Davor soll die Wartung des Arteon weniger als 200 Euro kosten. Neues Öl muss nach spätestens zwei Jahren oder 30.000 Kilometern in den Motor. Schaltgetriebe fahren ohne Ölwechsel. Marktstart: Juni 2017 Viele Ausstattungsmerkmale des Arteon stammen aus den Markengeschwistern. Zum Beispiel der digitale Tacho oder das 9,2-Zoll-Navi ohne Knöpfe. Einige Extras gibt es hingegen nur im Arteon: Das Head-up-Display wird auf die Frontscheibe projiziert. In Passat und Tiguan fährt dafür eine Kunststoffscheibe aus. Der Abstandstempomat im Arteon beachtet Verkehrszeichen, das Kurvenlicht orientiert sich am Navi. Und wenn der Fahrer ohnmächtig wird, fährt der Arteon rechts ran. Den ersten Publikumskontakt hat der Arteon auf dem Automobilsalon in Genf. Direkt im Anschluss lässt er sich bestellen. Die Auslieferungen starten Mitte Juni 2017. Preise nennt VW noch nicht. Voraussichtlich startet der Arteon bei ungefähr 35.000 Euro, also etwa 3.500 Euro teurer als ein VW Passat mit gleicher Leistung. |
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