Sturm Herwart ist abgeflaut. Was bleibt, sind beschädigte Autos. Wir sagen, was bei der Versicherungsmeldung wichtig ist. Und wie die Chancen auf Kostenübernahme stehen.
Berlin – Am Wochenende zog „Herwart“ über weite Teile Nord- und Ostdeutschlands. Das Sturmtief forderte mindestens vier Tote und zahlreiche Verletzte. Abseits der tragischen Einzelschicksale: bis eine genaue Schadensbilanz vorliegt, werden Monate vergehen. Fest steht: Neben Gebäuden und der Infrastruktur wurde eine große Zahl Autos in Mitleidenschaft gezogen. Durch herabfallende Äste, umgestürzte Bäume oder in Zusammenhang mit Unfällen bei widrigen Fahrverhältnissen. Nicht in jedem Fall wird die Versicherung für die Reparatur aufkommen. Wir sagen, unter welchen Umständen der Schaden voraussichtlich übernommen wird. Und was bei der Schadensmeldung zu beachten ist.
Sturmschäden: Erst ab 62 km/h Windgeschwindigkeit Wer einen Schaden meldet, der im Zuge des Sturmtiefs Herwart entstand, wird hier in den meisten Fällen auf der sicheren Seite liegen. Der höchste gemessene Wert lag bei 176 Km/h am Fichtelberg, in Teilen Berlins und anderen Städten wurden 120 km/h gemessen. Nicht immer ist der Fall so klar. Im Zweifel lässt sich die Information bei der kostenpflichtigen Service-Line des Deutschen Wetterdienstes unter 0180-2913913 erfragen, ehe man mit der Versicherung in Kontakt tritt. Verständigung der Versicherung Eines lassen Betroffene lieber bleiben: Ohne vorherige Rücksprache mit der Versicherung sollten sie keine Schäden am Wagen beseitigen lassen. Die Versicherung muss den Schaden durch eigene Gutachter einschätzen können. Wird dies befolgt und lag die Windstärke über dem definierten Mindestbereich, stehen die Chancen auf eine Schadensübernahme für Teilkaskoversicherte sehr gut. In der Regel unterbleibt auch eine Rückstufung in eine teurere Versicherungsklasse. Schlechte Chancen für HaftpflichtversicherteAutobesitzer ohne Teilkasko bleiben dagegen in den meisten Fällen auf den Kosten der Sturmschaden-Reparatur sitzen. Einzig denkbare Ausnahme: Wenn sie belegen können, dass der Schaden durch die mangelnde Sorgfalt eines Anderen entstand, übernimmt dessen private Haftpflichtversicherung. Etwa, wenn der seit langem morsche Baum im Garten des Nachbarn oder ein schlecht montierter Dachziegel dem Druck des Windes nicht standhielt und für die Beschädigung am Auto sorgte. Gegenüber MOTOR-TALK erklärt der Bund der Versicherten allerdings: Der Nachweis sei schwierig, die Chancen auf Schadensübernahme für Haftpflichtversicherte in der Praxis äußerst gering. Was, wenn ein Baum auf die Fahrbahn stürzte Stürzte der Baum unmittelbar vor das Auto, dürfen sich Teilkasko-Versicherte Hoffnungen machen. Das Problem dabei: Der Nachweis. Hier sind Zeugen Gold wert. Wer allein im Auto saß und kein anderes Fahrzeug hinter sich hatte, kann sich auf Aussagen von Fahrern berufen, die kurz zuvor an der entsprechenden (und noch Hindernis-freien) Stelle vorbeikamen. Schäden durch ÜberschwemmungDas Sturmtief Herwart war von starken Regenfällen begleitet, an vielen Orten kam es zu Überschwemmungen. Wurde ein abgestelltes Fahrzeug durch die Wassermassen beschädigt, zahlt normalerweise die Teilkaskoversicherung. Schließlich lautet die stark vereinfachte Faustregel in solchen Fällen: Kam das Wasser zum Auto, zahlt die Versicherung. Kam das Auto zum Wasser, trägt der Fahrzeugbesitzer die Reparaturkosten. Nahm das Auto also während der Fahrt „Wasserschaden“, wird die Kostenübernahme wohl nur im Falle einer recht plötzlichen Überschwemmung erfolgen. Wollte der Fahrer eine bereits bestehende Wasseransammlung durchqueren, stehen die Chancen mit Teilkasko-Versicherung schlecht. Durch die Sturmfolgen ins Schleudern gekommen Generell stehen die Chancen auf Schadensübernahme für Teilkasko-Versicherte schlecht, wenn die Beschädigung nicht direkt auf das Unwetter zurückzuführen ist. Die Versicherungen vertreten hierbei eine recht enge Auffassung: Selbst wenn der Fahrer umgestürzten Bäumen oder herabgefallenen Gegenständen auswich, dabei ins Schleudern geriet und in der Leitschiene landete, wird voraussichtlich kein Geld fließen. Als direkt durch den Sturm verursachte Beschädigung hätte bestenfalls der Crash mit dem Hindernis selbst gegolten. Ab sofort verschicken wir unsere besten News einmal am Tag über Whatsapp und Insta. Klingt gut? Dann lies hier, wie Du Dich anmelden kannst. Es dauert nur 2 Minuten. Quelle: Mit Material von ADAC, dpa und der Huffington Post Deutschland |
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