Ferraris SUV heißt Purosangue. Also (sehr) frei übersetzt: "Wird schon nicht so schlimm". Doch als Poster ins Kinderzimmern schafft es der Monza garantiert häufiger.
Modena – 15 neue Ferrari-Modelle zwischen 2019 und 2022 – das versprach der neue CEO Louis Camilleri bei seiner Präsentation zum Fünf-Jahresplan des Sportwagenbauers. Wobei: Er dürfte vorwiegend an Derivate bereits existierender Modelle denken. Doch ein paar gänzlich neue Baureihen soll es geben. Die mit Sicherheit kontroverseste: Ferraris erstes SUV. Sein sperriger Name Purosangue kautet wörtlich übersetzt „Reines Blut“. Die sinngemäße Translation liegt also irgendwo zwischen: „Wird schon nicht so schlimm“ und „Eh ein echter Ferrari“. Auf der gleichen Veranstaltung zeigten die Italiener einen Supersportler, bei dem letzteres niemand je in Frage stellen wird: Den Monza. Einen Retro-Racer ohne Dach – oder sonstige lästige Kompromisse. Sportwagen-Plattform für das SUV Technisch ist die Sache einigermaßen klar. Der Purosangue erhält Ferraris neue Frontmotor-Architektur – im Grunde handelt es sich um ein Front-Mittelmotor-Konzept: Der geplante V6-Turbo wird möglichst weit hinter die Vorderachse rücken. Das Getriebe steckt im Bereich der Hinterachse, wo auch eine Elektro-Einheit montiert ist. Ferrari plant Allradantrieb. Heißt im konkreten Fall: Wie andere Autos mit Transaxle-Getriebe und 4WD (etwa Nissan GTR oder Ford RS200) wird die Kraft praktisch im Kreis geleitet – eine Welle führt vom Doppelkupplungsgetriebe wieder zum vorderen Differenzial. Genaue Leistungsdaten liefert Ferrari noch nicht, mit rund 600 PS ist wohl in jedem Fall zu rechnen. Höheres Auto für höheren Jahres-BetriebsgewinnNachdem Radstand, Höhe und die Anzahl der Sitze bei diesem Unterbau variabel sein sollen, wird sich das SUV die Plattform mit einigen „echten“ Sportlern der Marke teilen. Der GTC4 Lusso nutzt aktuell eine ähnliche Architektur, hier jedoch mit V8 und V12-Aggregaten. Der höchste Ferrari dient einem hoch gesteckten Ziel: Der verstorbene FCA-Konzernchef Sergio Marchionne hatte einen Jahres-Betriebsgewinn von 2,2 Milliarden für 2022 angekündigt. Camilleri korrigierte nun auf 1,8 bis 2 Milliarden. In jedem Fall würde das Vorhaben ohne ein volumenstarkes Modell wohl scheitern. Monza: Wer braucht schon Dächer? Oder Beifahrer? Optional sind es deren zwei: Ferrari bietet den Monza als Einsitzigen SP1 oder Zweisitzigen SP2 an. Bei der sozialeren Variante erhöht sich das Trockengewicht der 4,66 Meter langen Flunder von 1.500 Kilogramm um 20 Kilo. Antriebstechnisch gibt es keinen Unterschied. Monza SP1 und Sp2 kommen mit dem stärksten Motor, der je in Maranello gebaut wurde. Der 6,5-Liter V12 leistet hier 810 PS, 10 Pferde mehr als im 812 Superfast. Auch hier will er Drehzahl sehen. Die maximale Leistung liegt erst bei 8.500 Umdrehungen an, das maximale Drehmoment von 719 Nm bei späten 7.000 Umdrehungen. Das Aggregat soll den auf einem Carbon-Chassis aufgebauten Sportler in 2,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Virtuelle Scheibe, reale Knappheit Immerhin werden es nicht Ferraris letzte Sportler dieser Art sein: Mit dem Monza starten die Italiener ihre „Iconic“-Serie, bringen also immer wieder Retro-Sportler mit unglaublichen Leistungsdaten. Denkbar, dass einige der versprochenen 15 neuen Ferraris in diese Reihe fallen. Der Monza ist jedenfalls noch nicht enthalten, gezählt wird ab 2019. ***** Am 20. September 2018 beginnt die IAA für Nutzfahrzeuge in Hannover. MOTOR-TALK hat alle Information zur größten Lkw-Show der Welt gemeinsam mit den Herstellern aufbereitet. Mehr dazu findet Ihr hier. |
