Dieselkrise, Strafzölle, milliardenteure Zukunftstechnik: BMW zeigt sich dennoch optimistisch. Die Razzia am Vortag war bei der Jahres-Pressekonferenz nur ein Randthema.
München - Trotz kräftig steigender Investitionen peilt BMW für das laufende Jahr einen Vorsteuergewinn mindestens auf dem Niveau des vergangenen Jahres an. Vorstandschef Harald Krüger sagte am Mittwoch in München: "Wir erhöhen 2018 nochmals die Schlagzahl und streben das neunte Rekordjahr in Folge an." Wichtigster Treiber dabei sollen neue SUV sein.
Die Razzia vom Vortag war auf der Bilanz-Pressekonferenz nur noch ein Randthema. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf manipulierte Abgas-Software bei 11.400 Dieselautos. Technikvorstand Klaus Fröhlich sagte, die Autos seien 2012 mit der richtigen Software verkauft worden, hätten bei einem Update 2014 aber versehentlich eine falsche Software bekommen. Auch auf dem Prüfstand hätten sich deshalb die Abgaswerte verschlechtert. BMW habe das Kraftfahrtbundesamt selbst informiert. BMW verkauft gut die Hälfte seiner Autos in Deutschland und Europa mit Dieselmotoren. Weil sie weniger CO2 ausstoßen als Benziner, seien sie wichtig, um die EU-Klimavorgaben zu erreichen, sagte Krüger. Allerdings könne BMW auf demselben Fließband Benzin-, Diesel- oder Elektroautos bauen und deshalb sehr flexibel auf die Nachfrage der Kunden reagieren. Weil BMW bei Hybridfahrzeugen bereits Marktführer in Europa ist, konnten die Münchner den CO2-Ausstoß ihrer Flotte - im Gegensatz zur Konkurrenz - im vergangenen Jahr senken. Mehr SUV für mehr WachstumEin Problem für die Klimabilanz ist allerdings die steigende Nachfrage nach SUVs und großen Luxusautos, die mehr Sprit verbrauchen. In diesen besonders profitablen Segmenten will BMW dieses Jahr zulegen: Die SUV-Coupés X2 und X4, der Roadster Z4 und das große 8er Coupé kommen neu auf die Märkte. Der neue X3 soll nicht mehr nur in den USA, sondern auch in Südafrika und China gebaut werden. Damit will BMW zum einen den Rückstand auf Mercedes-Benz bei den Verkaufszahlen verkleinern. "Das ist das Rezept, um auch die Marke BMW 2020 wieder zur Nummer eins im Segment zu machen", sagte Krüger. Zum anderen will Finanzvorstand Nicolas Peter mit mehr neuen und renditestärkeren Modellen die gewaltigen Investitionen in Modellwechsel, Elektroautos und autonomes Fahren bezahlen. Der Aufwand für Forschung und Entwicklung werde dieses Jahr erneut um fast eine Milliarde auf rund sieben Milliarden Euro steigen, sagte Peter. Den Gewinn vor Steuern dennoch mindestens bei 10,7 Milliarden Euro zu halten, das werde "definitiv kein Sonntagsspaziergang". Für das laufende Jahr kündigte er einen leichten Zuwachs bei Absatz und Umsatz an.
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