Kia Niro 1.6 GDI Plug-In-Hybrid Test
19.12.2018 21:33 | Bericht erstellt von JumpN
Testfahrzeug | Kia Niro DE 1.6 GDI Hybrid |
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Leistung | 141 PS / 104 Kw |
Hubraum | 1580 |
HSN | 8253 |
TSN | AGF |
Aufbauart | SUV/Geländewagen/Pickup |
Kilometerstand | 13000 km |
Getriebeart | Automatikschaltung |
Erstzulassung | 12/2018 |
Nutzungssituation | Privatwagen |
Testdauer | mehr als 3 Jahre |
Einleitung
Der Nachfolger des Sportvans meines Vaters. Nach E-Bikes, E-Roller, sollte nun auch das Auto etwas mit "E" sein. Für die einen ist der Plug-In die schlechteste Kombination aus beiden Welten (Wartung, Anfälligkeit, Gewicht ...), für die anderen der genau richtige Anwendungsbereich (rein elektrisch innerstädtisch bzw. Strecken bis zu 60km, Lade-Infrastruktur und Ladezeit egal) Nun also doch ein SUV, oder eher ein SUVchen? Ein paar Abstriche zum nicht gerade alten VW muss man allerdings auch hinnehmen. Fängt bei der Konfiguration an. Bei Kia hat man nicht die ellenlangen (und teuren) Aufpreislisten. Bei Kia kann man im Prinzip nur in 3 Austattungen bestellen, viele Optionen gibts dort jeweils nicht. Enttäuschend ist die Lackauswahl. Unsere Wunschfarbe Oceanblue ist für den PHEV nicht verfügbar. In Europa ist diese Farbe nur für den Vollhybriden zu bekommen. Dann gibts Kuriositäten wie beispielsweise eine Fußfeststellbremse. Oder die Anhängerkupplung, die bei Neubestellung zum Selbsteinbau in den Kofferraum gelegt wird. (Rest hängt vom Händler ab) Insgesamt stellt dieser Kia aber ein attraktives Gesamtpaket und den idealen Nachfolger für den Sportsvan dar, für meine Eltern ohne viel Konkurrenz. Mitsubishi, Hyundai und Toyota waren von der Karosserievarianten unattraktiv. Entweder zu groß oder zu tief, der Kia stellte die goldene Mitte dar. |
Karosserie
Obwohl SUV nie gewünscht war, eher verabscheut, sehen wir insgesamt den Wagen als ideales Fahrzeug für meine Eltern. Kompakte Abmaße und Verhältnismäßig viel Platz. Lediglich der Kofferraum ist nicht der größte, was hier und da mal ein echtes Manko darstellt. Gerade als PHEV ist der Kofferraumboden etwas höher und im Vergleich zum Vorgänger VW, minimal schmaler. Dazu ist die Laderraumabdeckung (er hat eine richtige |
Platzangebot vorn: | eng | geräumig | |
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Platzangebot hinten: | eng | geräumig | |
Kofferraum: | klein | groß | |
Übersichtlichkeit: | schlecht | gut | |
Qualitätseindruck: | minderwertig | hochwertig |
- + kompakte Außenmaße, viel Platz im Innenraum
- + Verarbeitung hochwertig, Spaltmaße korrekt, keine Verarbeitungsmängel wie beim vorherigen Fahrzeug
- + nichts klappert oder poltert...
- + Position der Rückfahrkamera hat keine Folgeprobleme, wie z.B. bei VW Wassereinbruch, Fingerklemmgefahr
- - für uns echt schade: das fehlen von Occean Blue Metallic für den PHEV, obwohl für normal Hybrid möglich
- - Kofferraum ziemlich klein
- - Rückfahrkamera schutzlos am Scheibwischer montiert, verschmutzt vergleichsweise schnell bzw. nerven Regentropfen hin und wieder und ist insgesamt nicht von bester Bildqualität
- - etwas unübersichtlicher als der Vorgänger, dank der langen hohen Schnauze, der hohen Fensterlinie, der A-Säule und dem winzigem Heckfenster
- - etwas tiefer als der Vorgänger-VW
- - Tagfahrlicht wirkt, rein optisch gesehen, wie billig nachgerüstet
Antrieb
Das Herzstück des Wagens und DAS Kaufargument des Kias ist der Hybrid Antrieb gewesen. Man hat zwar einen PHEV Knopf zum rein elektrisch fahren, dieser ist aber im Prinzip nur von theoretischer Natur. Insgesamt funktioneren Elektro Motor und Verbrennungsmotor super im Verbund. Ich glaube bis 30 Km/h fährt der Wagen immer im Elektro-Modus an, selbst wenn keine Restreichweite mehr vorhanden ist. Das erspart das nervige Start-Stop Prozedere. |
Motorleistung: | schwach | stark | |
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Durchzug: | unelastisch | elastisch | |
Drehfreude: | zäh | agil | |
Getriebe/Schaltverhalten: | schlecht | gut | |
Verbrauch: | durstig | effizient | |
Reichweite: | gering | hoch |
- + Antrieb und Getriebe machen einen erstklassigen Eindruck, Getriebe ist an der Stelle besonders erwähnenswert, bisher der einzige Plug-In SUV mit DSG
- + rein elektrisch fahren macht schon Spaß
- + E-Motor ist auch gleichzeitig ein Powerboost
- + kein nerviges Start-Stopp-Gedöns
- - ein dickes Minus : Heizleistung erfolgt über die Abwärme des Verbrennermotors, dadurch ist im Winter rein elektrisch fahren praktisch nicht möglich (außer man fährt nur mit Lenkrad- und Sitzheizung, so wie wir :D)
- - leider hat man keine vollkommende Kontrolle über den Fahrmodus rein elektrisch oder Hybrid
Fahrdynamik
Bei ungefähr 170 km/h ist Ende (Tacho knapp über 180). Für meine Eltern kein Problem, die fahren eh eher langsamer. Für mich war im Sportsvan 160 km/h die angenehmste Reisegeschwindigkeit, liegt im Kia |
Wendekreis: | groß | klein | |
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Beschleunigung: | langsam | schnell | |
Lenkung: | schwammig | direkt | |
Bremsen: | schwach | standfest | |
Fahrverhalten: | unausgeglichen | ausgeglichen | |
Kurvenverhalten: | unsicher | sicher | |
Wendigkeit: | träge | agil |
- + Die Lenkung als solche gefällt uns sehr gut, vielleicht sogar ein bißchen besser als die vom VW
- - man merkt ihm seine 1,6 Tonnen hier und da schon an, in Kurven jetzt nicht so dynamisch wie der VW
Komfort
Das Fahrwerk ist schön sanft und komfortabel abgestimmt, wenig sportlich. Es passt zur Zielgruppe! Er lädt zum komfortablen gleiten und reisen ein. Die Fußfestellbremse wirkt für uns wie ein Relikt aus vergangener Zeit und ist zudem für meine Mutter mit künstlichem Knie nicht zu bedienen. Der Winkel ist in dem Fall zu steil und der Kraftaufwand gleichzeitig zu hoch. Ansonsten lässt die Austattungsvariante Spirit kaum Wünsche offen, verfügt über Highlights wie : Induktivladestelle für Smartphones, JBL Soundsystem, beheiztes Lederlenkrad, ist aber auch abgesehen vom Lederpaket und Schiebedach "absolut volle Hütte". |
Federung (komfortabel): | schlecht abgestimmt | gut abgestimmt | |
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Sitze vorn: | unbequem | bequem | |
Sitze hinten: | unbequem | bequem | |
Innengeräusche: | laut | leise | |
Bedienung: | kompliziert | intuitiv | |
Heizung/Klimatisierung: | schwach | wirkungsvoll |
- + Die Bedienung ist ähnlich zu älteren VWs mit Knopfbedienung, recht intuitiv
- + Enorme Austattung (Spirit) mit Highlights wie die induktive Ladestation für Smartphones oder JBL Anlage oder die Lenkradheizung
- + Die PDC Sensoren sind deutlich besser (eingestellt) als die vom Vorgänger. Autos können an einem vorbeifahren ohne, dass es im Innenraum wild piept
- - Sitzbelüftung und Sitzheizung hinten ist nur im rund 2000€ teuren Lederpaket bestellbar
- - Fußfestellbremse
- - fehlende Auto-hold Funktion, obwohl Technik in anderen Modellen vorhanden
- - wenige Ablageflächen/Verstaumöglichkeiten
- - Heckscheibenheizung schwach
- - Lenkradheizung ist ein tolles extra, allerdings braucht sie im Vergleich zur Sitzheizung deutlich länger um warm zu werden
- - etwas störend: Mittelarmlehne ist im Grunde nur der Deckel einer Box, nicht Höhen verstellbar. Das kann VW eindeutig besser
Emotion
Ist wie immer recht subjektiv. In unseren Augen keine Schönheit, aber mir persönlich gefällt er deutlich besser als sein Vorgänger, dem VW Sportsvan. Immerhin wurde er auch mit dem Red-Dot Award ausgezeichnet. Insgesamt ein gefälliges, nicht aufdringliches Design. |
Design: | langweilig | attraktiv | |
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Temperament (komfortabel): | ausbaufähig | realisiert | |
Image: | negativ | positiv |
- + Eigentlich sagen die meisten ziemlich gutes über Kia in den letzten Jahren
- + etwas Fahrspaß kommt im E-Modus schon auf
- - die emotionslosen Farben weiß oder grau waren im Endeffekt die einzige Auswahl für uns. Rot wäre in Frage gekommen, sieht aber nur in Verbindung mit 18 Zöllern stimmig aus
Unterhaltskosten
Gesamtfazit zum Test
Wer ein Kompakt-Fahrzeug mit hohem Einstieg und alternativen Antrieben sucht, ist bei einem KIA Niro an der richtigen Adresse. Ob Voll-Hybrid, Plug-In oder reines E-Auto, den Niro gibts nicht ohne. Die 7 Jahre Garantie auch auf den Hybridantrieb gibts serienmäßig dazu. Eine tolle Alternative zu denen sonstigen typischen Rentnerfahrzeugen wie Sportsvan, B-Klasse und 2er Active Tourer. Auch mir gefällt der Wagen richtig gut, und würde sich ideal für mein Fahrprofil eignen, wenn ich denn eine Lademöglichkeit zu Hause hätte. Einen richtigen Konkurrenten, speziell im Kompakt Bereich, aber mit hohem Einstieg, als PHEV, gab es 2018 aus unserer Sicht nicht.
In Summe aller Nachlässe und Förderungen ist der KIA Niro Preisleistungstechnisch ein attraktives Gesamtpaket, auch wenn die Negativpunkte im Test in der Überzahl sind. Ein normaler Voll-Hybrid wäre nochmals deutlich günstiger gewesen.
Die Endsumme die letzendlich berappt wurden ist ähnlich hoch zum Vorgänger Sportsvan oder einem "vergleichbarem" T-Roc. Preislich sind die VWs auf ähnlichen Niveau, nur halt ohne Plug-In Technologie und 7 Jahren Garantie und nahezu Vollaustattung. Zudem scheint ein vergleichbarer T-Roc auch nicht mehr den tollen Innenraumverarbeitungs Vorteil zu bringen, dort ist noch mehr Hartplastik verbaut als im Kia! Billig ist der Kia nicht, aber war meinen Eltern seinen Preis wert! Ich persönlich bin sehr angetan von dem Kia, und Kia´s Entwicklungs insgesamt, sodass ein Kia für mich immer mehr in Frage käme.
Und zuletzt was ganz simples : der erste Neuwagen meiner Eltern überhaupt, der nicht sofort in die Werkstatt muss und einfach nur zufriedenstellt... edit: nach 3 Jahren nun der erste Ausfall : Starterbatterie tot. Ersten Recherchen nach zur Folge gibt es das Problem beim Niro des öfteren und es gab einen Rückruf, zumindest bis Einführung MJ 2019. Unserer ist theoretisch MJ 2019, weiß aber auch nicht genau wann der produziert wurde. Musste dann halt aufgeladen werden und wurde anschließend in der Werkstatt getauscht. Bis auf die Batterie, keine Ausfälle bzw. außerplanmäßige Werkstattaufenthalte. Als ehemaliger VW Fahrer, völlig ungewohnt.
Mir gefällt die Lernfähigkeit von Kia. Mittlerweile gibt es den Niro als Facelift, und so gut wie alle negativen Punkte, die ich hier im Test angemerkt habe bzw. mir gefehlt haben wurden veändert/verbessert :
-elektrischer Zuheizer? (bin ich mir nicht ganz sicher)
-Parkbremse mit Holdfunktion statt Fußfestellbremse
-Farbe Ocean Blue bestellbar
-Fernlichtassistent
-Verkehrszeichenerkennung
-Stauassistent
-etwas feineres Ambiente innen
edit: Nach exakt 4 Jahren vollster Zufriedenheit verkauft, für das Nachfolgermodell. Dank hoher Nachfrage in NL, geringster Wertverlust aller je besessener Autos meiner Eltern.
So richtig günstig sind die rund 40000€ Listenpreis für unseren KIA nicht, auch mit hohem Rabatt, ist eine ordentliche Summe zu berappen. Objektiv ist dies, schlicht und ergeifend eine hohe Summe für "nur" einen KIA und vielleicht fragwürdig.
Ohne eine Lademöglichkeit, macht der Plug-in keinen Sinn. Ein normaler Vollhybrid kostet gute 7000€ weniger als die Plug-In Variante. Diese Kosten werden meine Eltern bei ihren Laufleistungen vermutlich nie wieder einfahren. Bei dem Preisaufschlag, muss man zwischen Nutzen und Kosten abwägen, oder das ganze halt als "Spielzeug" sehen oder den "Pioniergeist" leben. Ein E-Niro kostet ähnlich viel wie der Plug-in (war Sommer 2018 noch nicht bestellbar und preislich nicht einschätzbar).
Evtl. werden die ein oder Ersatzteilpreise oder Werkstattpreise teurer als bei vorherigen Fahrzeugen. Versicherungstechnisch ist er auch teurer als der Vorgänger. Die Restwertfrage speziell bei einem Plug In Hybrid ist zumindest kritisch zu betrachten.
Wer häufig Platzbedarf im Kofferraum hat, für den ist der Niro nichts.
Unser "Robert" scheint kleine Probleme mit den Schließmuskeln äh Mechanismen zu haben. Manchmal sperrt er nach Beenden der Fahrt die hinteren Türen nicht auf. Laut Kia Händler ein "Sicherheitsfeature" Einmal hat er mich trotz geöffnetem Zustand, die Ladeklappe nicht aufmachen lassen und ich hatte die Klappe lose in der Hand. Nach schließen und öffnen dann wieder alles normal.
Wer sich an das ACC von VW und co. gewöhnt hat, wird von diesem Abstandstempomaten enttäuscht werden.
Insgesamt muss man sagen, könnte das Auto etwas durchdachter sein. Sachen wie die Parkbremse, der Abstandstempomat und der fehlenden elektrischen Zuheizer trüben das Gesamtbild, wenn auch nur wenig, zumindest etwas. Auch beim Handbuch könnte sich Kia etwas mehr Mühe geben. Es gibt exakt ein Handbuch mit > 300 Seiten, für alle Ausführungen des Niros. Es ist super nervig, in diesem riesen Schinken etwas zu finden. Und dann steht an der betroffenen Stelle meist "trifft nur auf Vollhybrid zu."
Unser Exemplar hat scheinbar auch ein Problem mit der Starterbatterie . Toll, da kann man dann von der Fahrerseite in den Kofferraum klettern um die Notentriegelung zu ziehen um an die Batterie zu kommen, da sich sonst nichts öffnen lässt.