KTM 390 Duke 2018 Testbericht
06.10.2019 22:46 | Bericht erstellt von Gestatten_DonK
Testfahrzeug | KTM 390 Duke |
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Leistung | 44 PS / 32 Kw |
Hubraum | 375 |
Aufbauart | Sportwagen/Coupe |
Kilometerstand | 6800 km |
Getriebeart | Handschaltung |
Erstzulassung | 5/2018 |
Nutzungssituation | Privatwagen |
Testdauer | mehr als ein Jahr |
Einleitung
KTM 390 Duke Bj 2018 EU4 Orange, ein bischen Individualisiert 44PS/160KG sehr kurzer Radstand, WP Federung/Dämpfung, hervorragende Bremsen, TFT-Display, 2 Kanal ABS (abschaltbar), verschiedene Fahrprogramme, beleuchtete Amaturen (Alle Tasten)... Viel Motorrad fürs Geld, oder halt eben auch nicht Sie ist eine richtige Fahrmaschine! Wendig wie ein Fahrrad, leicht wie eine 125er, tolle Leistungsentfaltung, gutes Leistungsgewicht und Spaß wie mit ner Großen. Selten eine so flinke und behände Maschine bewegt. Es gibt tausend und ein Zubehörteil um sie ganz nach deinen Bedürfnissen anzupassen, sowohl bei KTM, als auch von diversen Zulieferern. Alleine mit den verfügbaren Powerparts von KTM lässt sich der Kaufpreis mal eben ganz locker auf 7500-8000,-€ steigern. Für mich ein muss, ist ein neuer ESD, da ich den Originalen sehr hässlig finde. Natürlich gibt es da im Powerparts-Katalog Abhilfe. Ein wunderschöner Echt-Carbon-ESD von Akrapovice. Wie schon gesagt optisch echt eine Wonne. Wiegt nicht mal ein Drittel des original ESD´s. Der Verbrauch ist bei normaler Fahrweise sehr gut (3,5-4,0 Liter), aber auch wenn es mal sportlicher zur Sache geht, oder gar mal nen Tag auf der Rennstrecke verbracht wird, bleibt sie genügsam. Ich habe sie nie über 5l auf 100km bekommen. Wer nur im Verkehr mit schwimmt und nur sanft am Gasgriff dreht, schafft sogar die 3 Liter auf 100 km. Allerdings ist die 390 Duke nicht zum mit schwimmen gemacht. NEIN! Sie will gefordert werden! Vollgas, Schaltblitz --> hoch schalten, anbremsen--> runter schalten, Knie-Schleifen lassen, Vollgas am Kurvenausgang. Das ist ihre Welt. READY TO RACE kommt nicht von ungefähr! Eine richtige Rennsemmel zum durch den Verkehr schlängeln und an der Ampel nach vorne Durchmogeln. Zwischen 5000 und 9000 U/min zeigt sich wo der Frosch die Locken hat. Das macht nicht nur Spaß, da schaut auch so mancher Tourenmaschinenteiber nicht schlecht was da in der Kurve an seinem Hinterrad kratzt. Mit diesem Eisen geht richtig was und beim nächsten Päuschen werden ungläubige Blicke getaucht wenn der Kollege erfährt das da nur 44 PS am werkeln sein sollen Allerdings hat sie auch trotz oder vieleicht gerade wegen ihrer Sportlichkeit einige Nachteile. So ist sie nicht sonderlich Spurtreu. Was den Komfort angeht ist mein Hauptkritikpunkt der Sitz. Dieser ist einfach viel zu hart. Auch der Komfortsitz aus den KTM Powerparts Programm hilft nur minimal. Dieser hat zwar eine Gel-Einlage ist aber immernoch zu hart um auf langer Strecke einen nennenswerten Vorteil zu erzeugen und ist außerdem noch 20mm höher als der normale Sitz, was gerade bei kleinen Fahrern/Fahrerinnen beachtet werden sollte. Meine letzten Kritikpunkte sind die Qualität der Lackierung, die zum Teil doch stark zu wünschen übrig lässt. Oranger Farbe im Putzlappen? Fingerabdrücke? Wischer und Striemen im Lack? Ja leider war alles an meiner Duke vorhanden Aber genug der Kritik, im großen und ganzen habe ich jede Minute mit meiner kleinen Duke genossen. Sie verschönert, sie gepflegt und sie geliebt. Schöne kleine sportliche Spaßmaschine fürs Wochenende oder den Weg zur Arbeit, egal ob als Fahranfänger, Wiedereinsteiger oder als 2. Maschine. MfG DonK |
Karosserie
Platzangebot vorn: | eng | geräumig | |
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Platzangebot hinten: | eng | geräumig | |
Kofferraum: | klein | groß | |
Übersichtlichkeit: | schlecht | gut | |
Qualitätseindruck: | minderwertig | hochwertig |
- + sehr leicht
- + sehr Kompakt (dadurch leicht zu händeln)
- + In weis oder orange lieferbar
- + schicke Dekore im Zubehör
- - schlechte Lackierung
- - sehr Kompakt (dadurch sehr weing Platz)
- - teures Zubehör (KTM-Powerparts)
Antrieb
Motorleistung: | schwach | stark | |
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Durchzug: | unelastisch | elastisch | |
Drehfreude: | zäh | agil | |
Getriebe/Schaltverhalten: | schlecht | gut | |
Verbrauch: | durstig | effizient | |
Reichweite: | gering | hoch |
- + Sehr drehfreudig, fast giftig
- - Vibrationen im mittleren Drehzahlband
Fahrdynamik
Gutes sehr sportlich ausgelegtes Fahrwerk, vieleicht für einige ein wenig zu sportlich |
Wendekreis: | groß | klein | |
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Beschleunigung: | langsam | schnell | |
Lenkung: | schwammig | direkt | |
Bremsen: | schwach | standfest | |
Fahrverhalten: | unausgeglichen | ausgeglichen | |
Kurvenverhalten: | unsicher | sicher | |
Wendigkeit: | träge | agil |
- + sehr sportlich ausgelegtes Fahrwerk
- - weing komfortabel bei kurzen Stößen und Bodenwellen
Komfort
Federung (sportlich): | schlecht abgestimmt | gut abgestimmt | |
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Sitze vorn: | unbequem | bequem | |
Sitze hinten: | unbequem | bequem | |
Innengeräusche: | laut | leise | |
Bedienung: | kompliziert | intuitiv | |
Heizung/Klimatisierung: | schwach | wirkungsvoll |
- + TFT Display mit Bluetooth
- + breiter Lenker
- + aufrechte Sitzposition
- + Voll-LED Beleuchtung
- + beleuchtetet Amaturen (alle Tasten)
- - harte Sitze
- - schlechter Langstreckenkomfort
Emotion
Wer es nicht besser weis, hält sie auch mal gerne für eine 790er oder gar SuperDuke. Kein Scherz! Sie ist vom Erscheinungsbild der Superduke sehr ähnlich, gerade der schicke orange Gitterrohrrahmen macht mächtig was her. Das es keine SuperDuke ist sieht der Profi natürlich sofort, aber spätestens wenn eine SuperDuke direkt daneben steht kann man es nicht mehr wirklich verheimlichen |
Design: | langweilig | attraktiv | |
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Temperament (sportlich): | ausbaufähig | realisiert | |
Image: | negativ | positiv |
- + Aufregenstes Design das man in dieser Klasse ab Werk kaufen kann!
- + Mehr Emotion gibts in dieser Klasse nicht!
- - gefällt nicht jedem
Unterhaltskosten
KFZ-Steuer pro Jahr | bis 100 Euro |
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Verbrauch auf 100 km | 3,5-4,0 Liter |
Inspektionskosten pro Jahr | 100-300 Euro |
Gebrauchtwagengarantie | 24 Monate |
Werkstattkosten pro Jahr | 200-500 Euro |
Versicherungsregion (PLZ) | 39110 |
Haftpflicht | bis 200 Euro (55%) |
Teilkasko | 50-100 Euro |
Gesamtfazit zum Test
Ich kann sie sehr empfehlen solange du sie nicht außschließlich zum Reisen nehmen willst, dafür ist sie nun wirklich nicht ausgelegt.
Wenn du aber einen kleinen aufregenden Spaßhobel und Kurvenkrazer suchst, bist du bei ihr genau richtig. Mit der 390 Duke wird jede Ausfahrt zu deinem ganz persöhnlichen Abenteuer.
Ganz nach dem Firmenmotto und auch mein Fazit:
READY TO RACE
Ich hoffe ich konnte dir ein bischen weiter helfen.
Trozdem gebe ich dir noch diesen letzten Rat:
Es geht nichts über eine ausgedehnte Probefahrt und das eingene Popometer und Bauchgefühl.
Mit diesen Worten verabschiede ich mich und wünsche dir eine gute und allzeit knitterfreie Fahrt.
Gruß DonK
Mon Jul 01 11:12:06 CEST 2024 |
Dukebiker
toller Bericht!, danke. kann ich nur bestätigen.
...mittlerweile zum wiederholten Mal Probleme mit der Anzeige: Öldruck zu niedrig; unberechtigt wegen defektem Öldruckschalter.
Aber andere Biker habe noch schlimmeres erlebt; siehe ktmforum.eu
Gruß Gerhard