C220 CDI gekauft, mehrere Probleme, Dreher auf der Autobahn, Händler findet nichts. Prognose?
Guten Tag zusammen.
Vorab sorry, dass der Text länger wird. So langsam verzweifle ich wirklich...
Im August letzten Jahres habe ich mir einen gebrauchten C204 C220 CDI Edition C Baujahr 2015 gekauft.
Unter 60.000 km gelaufen, von einem größeren Vertragshändler (kein MB), 2. Hand aus seriösem Vorbesitz. Quasi einen Kindheitstraum erfüllt
Ausgeliefert wurde mir das Fahrzeug im September 2024, da erst noch die Hinterachse bei Mercedes selber erneuert werden musste wegen durchrostung (das Problem ist ja bekannt). Ebenfalls wurden die Bremsbeläge hinten erneuert und das Fahrzeug hat rundum neue Winterreifen bekommen.
Problematik:
Bereits auf der Rückfahrt von der Abholung fiel mir auf, dass das Auto bei gerader Fahrt auf der Autobahn nach rechts zog. -> Händler angerufen, kehrt gemacht und zur Achsvermessung geschickt.
Hier wurde mir gesagt, dass alles okay sei, es wäre lediglich etwas nachgestellt worden.
Auf der 2. Rückfahrt das gleiche Problem.
Wieder den Händler angerufen -> Erneuter Termin beim Service.
Auf einer Fahrt in Holland, auf wirklich plangerader Straße habe ich das ganze dann nochmals ausprobiert.
Das Auto fährt erst geradeaus und nach wenigen Sekunden fühlt es sich an, als würde die Lenkung "einhaken" und das Auto zieht wieder nach rechts.
Ebenfalls zieht das Auto in Spurrillen, sodass eine ruhige Fahrt absolut nicht möglich ist.
Man ist jede Sekunde mit dem Lenkrad am korrigieren. Wirklich jede Sekunde.
Außerdem hört man beim überfahren von Unebenheiten (besonders im kalten Zustand?) ein klackern aus dem Fahrwerk. Vermutlich von hinten, allerdings lässt sich das immer schwer zuordnen. (Koferraum wurde bereits komplett leer gemacht, um auszuschließen, dass es nur eine Ablage o.ä. ist).
Ab ca. 190-220 km/h tänzelt das Auto von Spur zu Spur über die Autobahn und fährt sich absolut unsicher. Also wirklich sehr unangenehm (1 mal getestet, danach nie wieder über 180 km/h gefahren).
2. Termin beim Service brachte keine Ergebnisse. Probefahrt endet damit, dass man mir sagte, dass die Straßen eh abschüssig gebaut wären, somit wäre das normal. Das Fahrwerk wäre von untern geprüft worden, alles okay.
Na gut, dachte ich mir. Vielleicht bilde ich mir das auch alles nur ein.
Eine Woche später, auf der Autobahn eine brenzlige Situation, bei der ich auf gerader Fahrbahn eine Gefahrenbremsung durchführen musste.
Auto zog sehr stark nach rechts, obwohl ich das Lenkrad mit beiden Händen festhielt, ich habe es abfangen können, allerdings ist bei der Wankbewegung das Heck so ausgebrochen, dass ich mich bei ca 100 km/h einmal um die eigene Achse gedreht habe, sodass ich auf voller Autobahn auf der mittleren Spur zum stehen kam. Es war nicht nass oder glatt. Ca. 12 grad und trocken.
Glücklicherweise konnte ich es schnell auf den Standstreifen schaffen, auf dem meine Beifahrerin und ich uns erstmal kurz sammeln mussten.
Zusammenfassung:
- Auto klackert aus dem Heckbereich(?)/Fahrwerk, auch bei komplett ausgeleertem Kofferraum.
- Auto zieht nach einigen Sekunden auf der Autobahn nach rechts
- Auto zieht bei starker Bremsung nach rechts
- Bei Geradeausfahrt muss ständig gegenkorrigiert werden
- Bei schnellerer fahrt ist das Auto sehr schwammig und tänzelt von spur zu spur und das Heck will ausbrechen
- Auto reagiert enorm auf jegliche Arten von Spurrillen
Nun meine Fragen.
Hat jemand eine Ahnung, auf was diese Probleme zurückzuführen sein könnten? Die Werkstatt des Händlers ist wohl ratlos bzw. sie spüren auch beim fahren nichts.
Nun reagiert der Händler bereits seit ca. einer Woche auf keine E-Mail mehr. Wie sollte ich hier vorgehen?
Ich möchte am ende des Tages wirklich nicht den nörgelnden Kunden geben. Ich arbeite selber im Service und weiß, wie nervig es werden kann, wenn unbegründet.
Allerdings ist hier, für meine Verhältnisse, eine Stange Geld über die Theke gegangen und ich fahre ein Auto, welches sich wirklich unsicher fahren lässt, Probleme macht und am ende des Tages sogar zwei Menschen in Gefahr gebracht hat.
Vielleicht hat hier ja jemand eine Idee, mit welcher ich, wenn er denn reagiert, an den Händler bzw. die Werkstatt herantreten kann.
Für jede Hilfe bedanke ich mich recht herzlich vorab!
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14 Antworten
Wurden die Schlagplatten an der HA auch erneuert ? Einige Werkstätten scheinen das gerne zu vergeseen, ist ne Sache von nichtmal 30 minuten und von MB in Verbindung mit dem HA-Tausch verpflichtend. Meiner wurde deshalb 3 Monate nach dem Achskörperwechsel nochmal in die Werkstatt gerufen.
Zitat:
@Crizz schrieb am 11. März 2025 um 12:39:09 Uhr:
Wurden die Schlagplatten an der HA auch erneuert ? Einige Werkstätten scheinen das gerne zu vergeseen, ist ne Sache von nichtmal 30 minuten und von MB in Verbindung mit dem HA-Tausch verpflichtend. Meiner wurde deshalb 3 Monate nach dem Achskörperwechsel nochmal in die Werkstatt gerufen.
Hi,
dazu habe ich leider keine Informationen, da dies alles über den Händler abgewickelt wurde, bei dem ich das Fahrzeug gekauft habe.
Das ganze hat Zwei tage in Anspruch genommen.
Ich würde 1. soviel wie möglich schriftlich machen und 2. sofort zum Anwalt gehen, auch wenn es Geld kostet. Denn offensichtlich ist der Händler ja unwillig und je länger der Zustand herrscht, desto schwieriger wird es werden.
Meine Prognose ist, dass der Anwalt sagen, dass der Händler das Auto ggf. zurücknehmen oder reparieren lassen muss, man aber evtl. vorher irgendwo anders den Fehler feststellen lassen muss, wenn der Händler so tut, als ob es kein Problem gäbe. Ggf. einfach schonmal beim TÜV o.Ä. nachfragen, was es kostet, wenn sie den Wagen spezifisch auf die Probleme hin untersuchen?
Ich würde es definitiv nicht hinnehmen, denn das wird die Freude an dem Auto verleiden und dafür kosten die Kisten zu viel Geld.
Technisch kann ich es nicht deuten, hatte aber mal ein großes Problem mit einer E-Klasse die fuhr wie auf Eiern und da lag es tatsächlich daran, dass ein Reifenhändler (!) hinten einen der Reifen entgegen der Laufrichtung aufgezogen hatte.
Viel Glück ...
Zitat:
@f.w.1 schrieb am 11. März 2025 um 12:50:34 Uhr:
Ich würde 1. soviel wie möglich schriftlich machen und 2. sofort zum Anwalt gehen, auch wenn es Geld kostet. Denn offensichtlich ist der Händler ja unwillig und je länger der Zustand herrscht, desto schwieriger wird es werden.
Meine Prognose ist, dass der Anwalt sagen, dass der Händler das Auto ggf. zurücknehmen oder reparieren lassen muss, man aber evtl. vorher irgendwo anders den Fehler feststellen lassen muss, wenn der Händler so tut, als ob es kein Problem gäbe. Ggf. einfach schonmal beim TÜV o.Ä. nachfragen, was es kostet, wenn sie den Wagen spezifisch auf die Probleme hin untersuchen?
Ich würde es definitiv nicht hinnehmen, denn das wird die Freude an dem Auto verleiden und dafür kosten die Kisten zu viel Geld.
Technisch kann ich es nicht deuten, hatte aber mal ein großes Problem mit einer E-Klasse die fuhr wie auf Eiern und da lag es tatsächlich daran, dass ein Reifenhändler (!) hinten einen der Reifen entgegen der Laufrichtung aufgezogen hatte.
Viel Glück ...
Bin jetzt natürlich sofort raus in der Hoffnung, dass es wirklich nur ein falsch aufgezogener Reifen ist.
Leider nicht.
Ich denke es wird nichts um einen Besuch beim Anwalt herumführen.
Das ist bereits das 2. Auto, welches ich bei diesem Autohaus kaufe. Bisher echt Top Erfahrungen gemacht. Sehr bedauerlich das ganze.
Sollte ich es ggf. nochmal mit einem Anruf versuchen, oder direkt die Rechtsschutzversicherung kontaktieren?
Anrufen schadet ja zwar meist nicht aber ich würde dann jetzt schon parallel zumindest per e-mail (reicht ja i.d.R. heute als Verschriftlichung) schonmal bedauernd aber bestimmt schreiben, dass Du Rechtsschutzversichert bist und nun schonmal zum Anwalt gehst, weil Du darauf bestehst, dass sie den Mangel beheben.
Irgendwelche Fristen muss man am Ende immer geben und je länger man es nicht tut, desto mehr kann sich das Ganze ziehen usw.
Wenn er sich nicht meldet, spielt er ja auf Zeit und hofft, dass Du irgendwann kapitulierst und ihn in Ruhe läßt.
Ich bin eigentlich nicht so drauf, dass ich sofort zum Anwalt renne aber wenn sich jemand so verhält, muss man m.E. klarmachen, dass man sich das nicht gefallen läßt.
Zitat:
@f.w.1 schrieb am 11. März 2025 um 13:36:12 Uhr:
Anrufen schadet ja zwar meist nicht aber ich würde dann jetzt schon parallel zumindest per e-mail (reicht ja i.d.R. heute als Verschriftlichung) schonmal bedauernd aber bestimmt schreiben, dass Du Rechtsschutzversichert bist und nun schonmal zum Anwalt gehst, weil Du darauf bestehst, dass sie den Mangel beheben.
Irgendwelche Fristen muss man am Ende immer geben und je länger man es nicht tut, desto mehr kann sich das Ganze ziehen usw.
Wenn er sich nicht meldet, spielt er ja auf Zeit und hofft, dass Du irgendwann kapitulierst und ihn in Ruhe läßt.
Ich bin eigentlich nicht so drauf, dass ich sofort zum Anwalt renne aber wenn sich jemand so verhält, muss man m.E. klarmachen, dass man sich das nicht gefallen läßt.
Genau so habe ich es gerade auch gemacht. Die E-Mail war gar nicht mehr nötig.
Mir wurde gesagt, dass er wohl im Urlaub war, bla, bla, bla.
Jedenfalls sagte er mir, dass es in Ihrem Hause keinen Sinn machen würde und das Auto definitiv zu Mercedes-Benz müsste, wo auch die Achse gemacht wurde. Er kümmert sich auch um einen Termin, dann soll ich dort die Mängelliste mit abgeben, bzw. ggf. eine gemeinsame Probefahrt machen.
Er betonte ebenfalls, dass ich mir keine Sorgen machen sollte und ein Auto solche Probleme nicht macht ohne, dass es dafür eine Ursache gibt, die es zu finden gilt.
Ich muss da wohl einfach hinterher sein.
Falls Interesse besteht, berichte ich gerne, wie es weitergehen wird.
Für etwaige technische Hinweise wäre ich jedoch nach wie vor sehr dankbar, damit ich die Werkstatt ggf. auf etwas Hinweisen kann!
Das ist doch super !
Wenn er MB mit an Board holt, finde ich es ein echt gutes Zeichen (liegen zwar auch mal falsch aber bringt bestimmt irgendwie Objektivierung).
Drücke die Daumen und was es am Ende war, ist immer interessant ...
Wenn man eine Schraube von der Achslagerung vergisst oder ein Lager Defekt ist hat man den gleichen Effekt.
Zitat:
@matthiaslausb schrieb am 11. März 2025 um 16:24:03 Uhr:
Wenn man eine Schraube von der Achslagerung vergisst oder ein Lager Defekt ist hat man den gleichen Effekt.
Kannst du näher Beschreiben, was dann auftritt?
Dann hebt sich beim beschleunigen die Karosserie an und die Achse schiebt sich zur Seite es fühlt sich so an als ob die Hinterachse mit Lenkt . Ich gucke mal ob ich Bilder finde und füge sie dann ein.
https://rammbrunnen.jimdofree.com/w204-hinterachslager/
Welche Winterreifen und welche Felgen wurden denn montiert?
Moin,
ein paar Gedanken zur Fehlersuche:
Wenn der Wagen an den Auflagepunkten angehoben wird sind die Räder voll ausgefahren, die Fahrgestellteile vorgespannt.
Dadurch wird die Fehlersuche erschwert.
Besser ist es, mit Auffahr-Hebebühne zu arbeiten (oder Grube, Auffahrrampen).
Wenn das Fahrzeug auf den Rädern steht kann man z. B. mit einem Hebeleisen die Aufhängungspunkte auf Festigkeit prüfen.
Ein Fehler entsteht häufig durch Wiederverwendung gebrauchter Schrauben.
Der herausstehende Gewindeteil ist korrosionsgefährdet. Wenn die Schraube beim Wiederanzug im Gewinde frisst wird das Drehmoment nicht durch Vorspannung erreicht, die Verbindung ist nicht fest.
Dies kann insbesondere an den vier Zentralschrauben der Fahrschemelaufnahmen geschehen. Hier sitzt das Gegengewinde fest im Fahrzeug. Wenn die Zentralschraube schwer eindreht und im Gewinde stockt sitzt der Gummi-Metall-Lagerbock tatsächlich lose, die Schraube lässt sich aber nicht mehr drehen und eine Kontrolle durch Drehen der Mutter ist nicht möglich, da Gegengewinde fest und unzugänglich..
Gruß
Pendlerrad
Spätestens nach dem Dreher auf der AB hätte ich zumindest schon mal direkt den Rechtsschutz als Beratung & Dokumentation herangezogen.
Denn gerade ab Hier geht es nicht um einen akkustischen, oder optischen, sondern um einen sicherheitsrelevanten Mangel. Die Sache auf der AB hätte auch ganz anders ausgehen können, nicht nur für Dich & deinen Beifahrer! Eher noch finde ich es unverantwortlich das Fahrzeug dann überhaupt noch im Betrieb zu halten.
Ich bin auch kein Freund davon direkt Stunk zu machen, oder rechtlich vorzugehen. Gerade bei vermeintlich seriösen Verkäufern, die sich hin und wieder bemühen, gilt es Kompromisse zu finden. Dies gilt aber nur, solange mein Leben und das der Anderen nicht in Gefahr ist, durch einen undefinierbaren Mangel.
Ich sehe es daher auch nicht als Aufgabe des Käufers an nun ``herumzufragen`` was es sein könnte. Auto beim Händler abstellen, Probleme & Vorkommnisse schildern und in im Hintergrund sich schon rechtlich absichern lassen.
Es ist natürlich löblich wenn der Händler das Auto gleich zu MB schicken lassen will. Aber dieses Hin und Her hat schon schon mal zu einer brenzligen Situation geführt.
Und aus Erfahrung kann ich sagen, dass gerade die ``großen Autohäuser/Händler`` oft nicht die Ahnung haben, wie man im Vorfeld erwartet.
Ich weiß noch beim Kauf meiner damaligen C-Klasse, ebenfalls von einem renommierten Autohaus & Autohersteller aus Schweden...
Hat bei Unebenheiten geklappert wie Sau und selbst Mercedes wusste nicht woher es kommt. Wochenlang hin und her gefahren zwischen den beiden Werkstätten (Händler & Mercedes). Getauscht wurde auf Garantie dann Stoßdämpfer & Kardanwelle (Kosten von mehreren tausend Euro).
Schließlich hat eine freie Werkstatt auf meine Initiative hin dann herausgefunden dass es ``nur`` an zu kleinen (und nicht originalen) Bremsbelägen an der VA gelegen hat, die aufgrund ihrer Größe etwas Spiel hatten.
Soviel zur Kompetenz dieser großen Ketten, vor allem wenn diese selbst ratlos sind. Deswegen direkt rechtlich absichern und sich auf kein weiteres Hin und Her einlassen. In meinem Fall hat es damals nur Nerven gekostet. Das muss hier nicht auch noch mit der Gesundheit bezahlt werden.
Beste Grüße & berichte was raus kam.
Es reicht tatsächlich schon wenn einer der Fünf Lenker pro Seite nicht ganz fest verschraubt ist.
Bei mir war eine Schraube eines Lenkers nicht ganz fest (selbst HA gewechselt).
Beim Beschleunigen sofort gegenlenken müssen.