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NICHT verstopfte Ölfalle, brauche Hilfe

Volvo 850 LS/LW
Themenstarteram 1. April 2025 um 0:30

Ich habe mir vor ca. einem Jahr einen Volvo 850 T-5 mit 340tausend km auf der Uhr gekauft und viel Spaß an dem Auto gefunden, aber auch vieles daran machen müssen. Trotzdem bin ich mit dem Volvo problemlos mehrere Touren über tausend km gefahren, zuletzt habe ich die Turbolader Kartusche neu gemacht und den Zylinderkopfdeckel eingedichtet.
Danach bin ich nochmal ein paar 100km gefahren, aber dann hat sich einer der Simmerringe von der Nockenwelle rausgedrückt und ich habe gerade noch rechtzeitig angehalten, weil in Kurven die Öllampe angegangen ist.
Bevor irgendwer fragt: die Ölfalle ist neu, die Anschlüsse im Block sind frei. Das war das erste, was ich gemacht habe und inzwischen hat der weitere grobe 10tausend km gelaufen. Nach dem ersten Vorfall habe ich nochmal alles nachgeprüft. Ich kann mit einem Kabelbinder problemlos bis runter in die Ölwanne stochern, die Schläuche sind frei und auch das PTC Ventil heizt und kriegt Spannung. Handschuhtest trotzdem durchgefallen.
Vorher hatte der Motor bereits gelegentlich, wenn ich was flotter gefahren bin (rund um 200), den Schlauch der Ölfalle auseinandergedrückt, ich dachte das läge an dem kaputten Turbolader. Inzwischen hat er nochmal, dieses mal bei Stadtverkehr und sanfter fahrweise, die Simmerringe an der Nockenwelle (stirnseitig) rausgedrückt.
Ich hab gelesen, dass auch bei zu hohem blow-by an den Kolbenringen, bei Kompression unter 135psi, also 9,3 Bar, die gleichen Symptome, wie bei einer verstopften Ölfalle auftreten können. Also gemessen, 8 Bar auf allen Zylindern. Na toll, aber mmerhin konsistent. Werksangabe sind 11-13 Bar, wobei ich aber nicht sicher bin, wie das bei einem Kompressionsverhältnis von 8,5:1 möglich ist, das geht irgendwie gegen mein Verständnis der idealen Gasgleichung. Viel besser vergleichbar ist eh eine Druckverlustprüfung. Unter 23% ist gesund, der hatte auf allen Zylindern 9-11% Druckverlust. Für inzwischen 350tausend gelaufen echt nicht schlecht und ein klares Gesundheitszeugnis für die Kolbenringe.
Problem ist: Was kann es dann jetzt noch sein? Was könnte noch ins Kurbelgehäuse drücken?
Ich nehme derzeit den Turbolader wieder auseinander, in der Vermutung, dass dabei etwas schiefgelaufen ist oder das Ersatzteil zu billig war. Dabei ist mir aufgefallen, dass mehr Öl vor dem Kompressor liegt, als ich von einem neuen und gesunden Turbolader erwarten würde. Das kann aber auch von dem PTC Ventil kommen, was ja genau dort sitzt. Anzeichen dafür wäre die kleine Ölpfütze, die sich unter dem Ventil gebildet hat.
Zu erwähnen wäre noch, dass die Steuerzeiten leicht daneben liegen könnten. Viel weniger als einen Zahn, aber halt daneben, beim tauschen der Dichtungen hab ich die Markierungen auf der Zahnscheibe nicht perfekt getroffen. Das könnte die geringe Kompression erklären, also werde ich mir mal ein Ersatz-Spezialwerkzeug für die Nockenwellen basteln und das berichtigen.
In der Zwischenzeit wäre jede Hilfe willkommen.

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12 Antworten

In welche Richtung hast du den Zahnriemen gespannt? Im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn?

Da könnte ein wenig verloren gegangen sein wenn du in die falsche Richtung gedreht hast.

Ich meine gelesen zu haben bis bj im Uhrzeigersinn, ab bj gegen den Uhrzeigersinn

Andi

Was meinst du mit Zylinderkopfdeckel? Den Ventildeckel…?

War der unten? Wenn ja könnte es vielleicht sein dass einer der Kanäle mit Dichtmasse verunreinigt ist?

Nur so ein Gedanke.

Grüße

Wie wurde die Kompressionsprüfung gemacht? Motor warm, Drosselklappe 100% offen? Wenn ja, dann ist der Motor aus meiner Sicht hinüber wenn er nur 8 Bar auf die Uhr bringt (sofern diese auch real sind).

Themenstarteram 1. April 2025 um 11:11

Zitat:

@Drehzahlmama schrieb am 1. April 2025 um 05:46:31 Uhr:


In welche Richtung hast du den Zahnriemen gespannt? Im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn?

Ich hab den Zahnriemen dort gespannt, wo eine direkte Verbindung zwischen Kurbelwelle und Nockenwelle ist. Das erschien mir das einzig logische, ich werde aber mal nachlesen, ob es da Unterschiede gibt. Meine Kiste ist übrigens Januar '94 vom Band gelaufen.

Zitat:

@Fonojet schrieb am 1. April 2025 um 06:47:17 Uhr:


Wenn ja könnte es vielleicht sein dass einer der Kanäle mit Dichtmasse verunreinigt ist?

Ja, ich meine die obere Hälfte des Zylinderkopfs und ja, die hatte ich ab. Beim abdichten habe ich eine kleine Farbrolle benutzt und die Dichtmasse quillt nirgendwo, wo ich es sehen kann, signifikant raus. trotzdem werde ich das nochmal nachschauen, wenn ich die Wellendichtringe neu mache.

Zitat:

@scutyde schrieb am 1. April 2025 um 08:38:51 Uhr:


Wie wurde die Kompressionsprüfung gemacht? Motor warm, Drosselklappe 100% offen? Wenn ja, dann ist der Motor aus meiner Sicht hinüber wenn er nur 8 Bar auf die Uhr bringt (sofern diese auch real sind).

Ja, den Teil habe ich auch gelesen und mich auch dran gehalten. Trotzdem 8 Bar überall, das ist übrigens genauso wenn er kalt ist und die Drosselklappe zu ist, hab ich ausprobiert. Ich stimme zu, dass 8 Bar zu wenig ist, aber da könnte das Messgerät auch Quatsch machen oder mein Starter erreicht nicht die nötige Drehzahl oder sowas. Ding ist: Was am Motor soll denn im Sack sein? Die Druckverlustmessung beweist, dass die Ventile und die Kolbenringe in Ordnung sind.

Was bleibt dann noch? Krumme Pleuel? Alle 5 genau gleich?

Ich setze trotzdem auf die Steuerzeiten. Vielleicht ist der fehlende Teil der Turbolader, ich hatte nämlich für Zugänglichkeit das Rohr über dem Block abgenommen. Ich dachte, dass bei den Drehzahlen der Turbo eh nichts machen kann, aber vielleicht lag ich da falsch. Abgesehen davon sagt die (ok, ideale) Gasgleichung, dass Volumen, Temperatur und Druck in einem Gleichgewicht bleiben müssen. Das Kompressionsverhältnis kennen wir, das ist 8,5:1. Wenn man also annimmt, dass die Temperatur gleich bleibt, kommt mit einer Verdichtung V=8,5 bei 1 Bar zu V=1 ein Druck von 8,5 Bar zustande. Wenn wir jetzt aber annehmen, dass die Temperatur nicht konstant ist, wird sie beim Verdichten steigen. Dann sehen die 8 Bar nicht mehr so unrealistisch aus, oder?

Zitat:

@KH_TurboBrick schrieb am 1. April 2025 um 13:11:24 Uhr:

Zitat:

Zitat: Zitat: Ich hab den Zahnriemen dort gespannt, wo eine direkte Verbindung zwischen Kurbelwelle und Nockenwelle ist. Das erschien mir das einzig logische, ich werde aber mal nachlesen, ob es da Unterschiede gibt. Meine Kiste ist übrigens Januar '94 vom Band gelaufen. Ja, ich meine die obere Hälfte des Zylinderkopfs und ja, die hatte ich ab. Beim abdichten habe ich eine kleine Farbrolle benutzt und die Dichtmasse quillt nirgendwo, wo ich es sehen kann, signifikant raus. trotzdem werde ich das nochmal nachschauen, wenn ich die Wellendichtringe neu mache.Ja, den Teil habe ich auch gelesen und mich auch dran gehalten. Trotzdem 8 Bar überall, das ist übrigens genauso wenn er kalt ist und die Drosselklappe zu ist, hab ich ausprobiert. Ich stimme zu, dass 8 Bar zu wenig ist, aber da könnte das Messgerät auch Quatsch machen oder mein Starter erreicht nicht die nötige Drehzahl oder sowas. Ding ist: Was am Motor soll denn im Sack sein? Die Druckverlustmessung beweist, dass die Ventile und die Kolbenringe in Ordnung sind. Was bleibt dann noch? Krumme Pleuel? Alle 5 genau gleich? Ich setze trotzdem auf die Steuerzeiten. Vielleicht ist der fehlende Teil der Turbolader, ich hatte nämlich für Zugänglichkeit das Rohr über dem Block abgenommen. Ich dachte, dass bei den Drehzahlen der Turbo eh nichts machen kann, aber vielleicht lag ich da falsch. Abgesehen davon sagt die (ok, ideale) Gasgleichung, dass Volumen, Temperatur und Druck in einem Gleichgewicht bleiben müssen. Das Kompressionsverhältnis kennen wir, das ist 8,5:1. Wenn man also annimmt, dass die Temperatur gleich bleibt, kommt mit einer Verdichtung V=8,5 bei 1 Bar zu V=1 ein Druck von 8,5 Bar zustande. Wenn wir jetzt aber annehmen, dass die Temperatur nicht konstant ist, wird sie beim Verdichten steigen. Dann sehen die 8 Bar nicht mehr so unrealistisch aus, oder?

Ich kann dir nur sagen wie es bei mir war:Öl am Nockenwellendichtring rechts rausgedrückt.

Da war soviel blowby…

Beim Auseinandernehmen - krumme Pleuel, verstopfte Ölkanäle usw… Alles von der mangelhaften jahrelangen Pflege vom Vorbesitzer…

Mein 94er T5 hat zwischen 10 und 10,5 bar Kompression......

Zitat:

@Drehzahlmama schrieb am 1. April 2025 um 05:46:31 Uhr:


In welche Richtung hast du den Zahnriemen gespannt? Im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn?
Da könnte ein wenig verloren gegangen sein wenn du in die falsche Richtung gedreht hast.
Ich meine gelesen zu haben bis bj im Uhrzeigersinn, ab bj gegen den Uhrzeigersinn
Andi

Ab und bis Baujahr geht das aber alle 850er hatten den Hydraulischen Spanner da braucht man nicht selber spannen, das ist erst ab Baujahr 98 mit der Mechanischen Spannrolle.

Evtl. baut das Wastegate den Ladedruck nicht richtig ab, oder wird nicht richtig angesteuert und baut so Druck im Motor auf?!

Bei korrekter Messmethode nur 8 bar Kompression zu haben ist ein Zeugnis eines verrschlissenen Motors.
Misst man mit unzuverlässigen Messmitteln ist das Ergebnis nicht verwertbar. (Aber warum mache ich dann eine Messung...) Gleiche Werte bei warmen/kalten Motor und geöffneter/geschlossener DK hatte ich noch NIE in 20 Jahren, das Delta ist i.d.R. um und bei 2-3 bar.
Ich sag's ja nur ungern, aber wenn man ein standhaftes Ergebnis hat, das leider nichts Gutes sagt, dann macht es wenig Sinn "Ausreden" zu finden...
Und bei 350.000 KM ist es nicht unwarscheinlich, dass der Motor seinen Leistungszenith überschritten hat (je nachdem wie er in seinem bisherigen Leben behandelt wurde...), also kann eine Revision im Sinne einer nachhaltigen Nutzung nicht schaden.
Also nach dem Ausschluss-Verfahren nochmal alle "Verdächtigen" prüfen (Steuerzeiten z.B.) und wenn da nix falsches ist - tja, dann mal schauen, was das Sparschwein sagt.
Markus

Bevor ich die in die Vollen gehe, würde ich mit einem guten und geeichten Prüfer messen.

Wenn dann auch so wenig dabei rumkommt, gibts leider nicht mehr viel schönzureden.

Themenstarteram 3. April 2025 um 12:32

Zitat:

@T5Plus schrieb am 1. April 2025 um 14:38:26 Uhr:



Ich kann dir nur sagen wie es bei mir war: Öl am Nockenwellendichtring rechts rausgedrückt.
Da war soviel blowby…
Beim Auseinandernehmen - krumme Pleuel, verstopfte Ölkanäle usw… Alles von der mangelhaften jahrelangen Pflege vom Vorbesitzer…

Hm. Du hast nicht zufällig vorher gemessen, wie viel blowby das war oder? Weil alle möglichen Leute (und das Internet) sagen mir, dass 9-10 % Druckverlust total normal sind. Deswegen kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass das schon die Kurbelgehäuseentlüftung überfordern würde.

Zitat:

@F90 schrieb am 2. April 2025 um 19:33:55 Uhr:


Evtl. baut das Wastegate den Ladedruck nicht richtig ab, oder wird nicht richtig angesteuert und baut so Druck im Motor auf?!

Das Wastegate ist ja im grunde ein passives Bauteil, das wird ja vom Unterdruck im Sammelsaurohr aufgezogen, wenn die Drosselklappe schließt. Die Membran hatte ich erneuert, die alte war gerissen. Ich hab da Unterdruck drauf gegeben und die ist mit einem harten klacken aufgegangen. Die hat aber halt auch keine direkte Verbindung zum Kurbelgehäuse. Ich hab den Turbolader inzwischen draußen und der sieht gut aus. Überall mit Druckluft drauf gedrückt, schauen ob irgendwo was zwischen Ölkreislauf und Gehäuse durchbläst, ist aber alles dicht. Mir ist aufgefallen, dass der Motor offensichtlich zu fett gelaufen ist. Sieht man an den Zündkerzen und dem Turbinenrad. Die neuen Einspritzdüsen scheinen nicht so kompatibel zu sein wie angepriesen, also revidiere ich jetzt die alten und baue die wieder ein.

Themenstarteram 3. April 2025 um 13:24

Zitat:

@gtimarkus schrieb am 3. April 2025 um 09:24:09 Uhr:


Bei korrekter Messmethode nur 8 bar Kompression zu haben ist ein Zeugnis eines verrschlissenen Motors.
Misst man mit unzuverlässigen Messmitteln ist das Ergebnis nicht verwertbar. (Aber warum mache ich dann eine Messung...) Gleiche Werte bei warmen/kalten Motor und geöffneter/geschlossener DK hatte ich noch NIE in 20 Jahren, das Delta ist i.d.R. um und bei 2-3 bar.
Ich sag's ja nur ungern, aber wenn man ein standhaftes Ergebnis hat, das leider nichts Gutes sagt, dann macht es wenig Sinn "Ausreden" zu finden...
Und bei 350.000 KM ist es nicht unwarscheinlich, dass der Motor seinen Leistungszenith überschritten hat (je nachdem wie er in seinem bisherigen Leben behandelt wurde...), also kann eine Revision im Sinne einer nachhaltigen Nutzung nicht schaden.
Also nach dem Ausschluss-Verfahren nochmal alle "Verdächtigen" prüfen (Steuerzeiten z.B.) und wenn da nix falsches ist - tja, dann mal schauen, was das Sparschwein sagt.
Markus

Ich verstehe genau was du meinst. Ich denke darüber genauso. Ich zweifle das Ergebnis nicht an, weil es schlecht ist, sondern weil es widersprüchlich ist.

Obwohl die Kompressionsmessung sagt, dass der Motor durch ist, sagt ist Druckverlustmessung, dass er es nicht ist und der Brennraum ok ist. Fakt ist, dass die Druckverlustmessung nunmal verlässlicher ist als die Kompressionsmessung, obwohl ich für die Kompression 2 unterschiedliche Geräte probiert habe, die das gleiche gesagt haben.

Die einzige Erklärung, die ich finde, halte ich für höchst unwahrscheinlich. Ich kann ich mir halt nicht vorstellen, dass Kolbenringe und Ventile alle gut sein sollen, aber alle Pleuel krumm sind und dazu auch noch exakt gleich auf allen Zylindern.

Und dabei erklärt sich ja nicht mal der hohe Druck im Kurbelgehäuse, weil ich auch nicht glaube, dass gerade Volvos so gebaut sind, dass die schon bei 10% blowby Probleme bekommen, wenn sonst bis 23% als akzeptabel gelten.

Ansonsten läuf der Motor auchnoch rund und sauber, wie ein Traum. Aber er drückt halt Dichtungen raus.

Turbolader ist gut, die Ölkanäle im Kopf schau ich mir die Tage noch an, das Werkzeug um die Nockenwellen einzustellen kommt im laufe der Woche.

Wenn sich dabei nichts anderes ergibt, dann kommt halt das große Gedeck.

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