• Online: 1.415

VW Skandal-Diesel („EA 189“): Stilllegung ohne Umrüstung - Kein Update, keine Zulassung

verfasst am

Wer seinen manipulierten Diesel-VW nicht umrüsten lässt, darf bald nicht mehr fahren. Es droht die Stilllegung durch die Zulassungsstelle, zunächst beim VW Amarok.

Post vom KBA: Nicht umgerüstete VW Amarok können bald stillgelegt werden Post vom KBA: Nicht umgerüstete VW Amarok können bald stillgelegt werden Quelle: Focus Online

Berlin – Es wird ernst für VW-Selbstzünder. Fast zwei Jahre nach dem Bekanntwerden des Skandals um manipulierte Abgaswerte muss der Konzern mit der Umrüstung zum Ende kommen. Denn nicht umgerüstete Autos stellen ihre Besitzer vor Probleme. Bei der Hauptuntersuchung kann der Prüfer die Plakette verweigern. Und die Zulassungsstellen können Fahrzeuge mit Original-Software bald stilllegen. Kurz gesagt: kein Update, keine Plaketten.

Diesel-Umrüstung: Nach eineinhalb Jahren ohne Update drohen Konsequenzen


Ausschnitt aus dem Brief des KBA: Die Zulassungsstellen bekommen Halter- und Fahrzeugdaten. Das gilt zunächst nur für dem VW Amarok, langfristig für andere Modelle Ausschnitt aus dem Brief des KBA: Die Zulassungsstellen bekommen Halter- und Fahrzeugdaten. Das gilt zunächst nur für dem VW Amarok, langfristig für andere Modelle Quelle: Focus Online Laut eines Berichts des „Focus“ kontaktiert das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) derzeit erste Diesel-Fahrer, die bisher ihr Fahrzeug nicht umrüsten ließen. In einem Schreiben weist das Amt den Fahrer eines VW Amarok darauf hin, dass ab dem 28. August 2017 Hersteller- und Fahrzeugdaten an die Zulassungsstellen übermittelt werden. Die können dann „Maßnahmen“ einleiten, bis hin zur Stilllegung des Fahrzeuges. Das Schreiben liegt MOTOR-TALK vor.
Der Amarok war das erste VW-Modell, das umgerüstet werden durfte. Am 27. Januar 2016 erteilte das KBA die Freigabe für das Update. Umgerüstet wurde bereits davor. Voraussichtlich gilt das Zeitfenster von eineinhalb Jahren für alle Modelle. Auf die Nachfrage von MOTOR-TALK beim KBA gab es bisher keine Antwort. Am 12. Mai 2017 genehmigte das KBA die letzten Softwarestände. VW will die Umrüstungen noch im Jahr 2017 abschließen.
Prüforganisationen erklärten bereits im Februar 2017, dass es ohne Umrüstung bald keine HU-Plakette mehr gibt. Einen genauen Stichtag nannte keine Organisation. Der TÜV Nord sagte, ab „Mitte 2017“ werden Plaketten erst nach dem Update vergeben. VW stellt den Prüfern Fahrgestell- und Softwarenummern zur Verfügung. Illegal zurückgerüstete Fahrzeuge würden hier auffallen.

Widerspruch: KBA wertet Diesel-Software als schweren Mangel


Das KBA ordnet in dem Schreiben zudem die ursprüngliche Diesel-Software ein. Es handele sich um eine „unzulässige Abschalteinrichtung“ und einen „technischen Mangel“, der „zur Wiederherstellung der Vorschriftsmäßigkeit des Fahrzeuges entfernt werden muss“. Diese Ausführung widerspricht der Auffassung von VW, dass es sich nicht um einen Mangel handelt.
Auf Nachfrage von MOTOR-TALK sagte ein VW-Sprecher, dass der VW-Konzern weiterhin seine juristische Position vertritt und damit dem KBA widerspricht. Ob es sich tatsächlich um einen Mangel handelt, müssen die Gerichte entscheiden. Das KBA war auch in diesem Fall nicht für ein Statement nicht zu erreichen.
Insgesamt mussten in Deutschland 2,6 Millionen manipulierte Diesel-Fahrzeuge aus dem VW-Konzern zurückgerufen werden. Mehr als 1,8 Millionen Autos, also etwa drei Viertel, haben die Marken bereits umgerüstet. Laut Angaben eines VW-Sprechers ließen bereits 97 Prozent aller Amarok-Besitzer in Deutschland die neue Software aufspielen.
Avatar von SerialChilla
BMW
451
Hat Dir der Artikel gefallen? 26 von 28 fanden den Artikel lesenswert.
Diesen Artikel teilen:
451 Kommentare:
Avatar von Digger-NRG "VCDS User"
VW
Wed Jul 26 14:34:00 CEST 2017

tjaaa liebe Update-Verweigerer. Dann könnt ihr ja demnächst auch endlich Objektives zum Thema beitragen :p (damit meine ich ausschließlich die, die immer alles besser wussten und andere entsprechend kritisierten, die POSITIVE Erfahrung gemacht und kundgetan haben).

quote
Ein VW-Sprecher sagte zu MOTOR-TALK, dass sich beim Amarok mit der neuen Software Verbrauch und Leistung nicht ändern.
unquote

-> da krümme ich mich aber vor Lachen - Lügen wie gedruckt diese Herren

.

Tja, viel schlimmer wirds die Schlaumeier treffen, die ihren geupdateten VW danach wieder zurückgetunt haben!!!

.

Avatar von das-markus "Markus"
Seat
Wed Jul 26 15:04:59 CEST 2017

Immer schön Backups machen. :):)

Avatar von simmu "Karl-Heinz Kröto !"
Wed Jul 26 15:09:41 CEST 2017

Zitat:

@Digger-NRG schrieb am 26. Juli 2017 um 14:34:00 Uhr:


tjaaa liebe Update-Verweigerer. Dann könnt ihr ja demnächst auch endlich Objektives zum Thema beitragen :p (damit meine ich ausschließlich die, die immer alles besser wussten und andere entsprechend kritisierten, die POSITIVE Erfahrung gemacht und kundgetan haben).
Nun hat man doch einen Grund gegen VW vorzugehen. Das Fahrzeug entspricht in seinem Zustand nicht dem Grundsatz der Mangelfreiheit, welche aber per Vertrag zugesichert wurde. Besser kann es doch gar nicht kommen, als das zweifelsfrei der Mangel vom KBA festgestellt wird.

G
simmu

Jetzt schlägt's die 13. Nachdem bekannt wurde, dass ein Kartell zwischen Deutschen Autoherstellern
besteht, hat das hier Signalwirkung. Auch für Bosch.
Wenn das stimmt, dass die umprogrammierten Dieselfahrzeuge Leistungsminderungen, Gefahr für
Motorschäden, Verkokung und Mehrverbrauch zur Folge haben, dann gute Nacht. Oder es wird
seriös umgebaut, nicht nur umprogrammiert.

Jetzt starten die Update-Parties der VW-Fanboi(y)s :D

Zum Verkaufen ist es wohl auch schon zu spät... die Diesel-Gebrauchtpreise sind gerade im Keller. Aber wer weiß, vielleicht fallen sie noch weiter...
j.

Zitat:

@simmu schrieb am 26. Juli 2017 um 15:09:41 Uhr:



Zitat:

@Digger-NRG schrieb am 26. Juli 2017 um 14:34:00 Uhr:


tjaaa liebe Update-Verweigerer. Dann könnt ihr ja demnächst auch endlich Objektives zum Thema beitragen :p (damit meine ich ausschließlich die, die immer alles besser wussten und andere entsprechend kritisierten, die POSITIVE Erfahrung gemacht und kundgetan haben).
Nun hat man doch einen Grund gegen VW vorzugehen. Das Fahrzeug entspricht in seinem Zustand nicht dem Grundsatz der Mangelfreiheit, welche aber per Vertrag zugesichert wurde. Besser kann es doch gar nicht kommen, als das zweifelsfrei der Mangel vom KBA festgestellt wird.

G
simmu

Das haben die Gerichte bisher auch immer so gesehen, allerdings hat VW das Recht den Mangel zu beseitigen - und genau das machen sie mit dem Update. Auch da waren sich die meisten Gerichte einig. Lediglich wenn die Frist nicht eingehalten wurde, also wenn man zur Mängelbeseitigung direkt Ende 2015 eine Frist gesetzt hat, die mangels Freigabe nicht eingehalten werden konnte, hatte man gute Chancen auf Rückabwicklung des Kaufvertrages.

Davon abgesehen ist jeder Rückruf eine Beseitigung eines Mangels.

Zitat:

@jennss schrieb am 26. Juli 2017 um 15:29:18 Uhr:


Zum Verkaufen ist es wohl auch schon zu spät... die Diesel-Gebrauchtpreise sind gerade im Keller. Aber wer weiß, vielleicht fallen sie noch weiter...
j.

Ich würde da besser warten. Ich selbst bin da zwar nicht mehr betroffen, aber wenn ich einen Diesel hätte, würde ich noch abwarten, was das "nationale Forum Diesel" bringt. Sollte danach ein Fahrverbot vom Tisch sein, kann es auch gut sein, dass die Preise wieder steigen.

Zitat:

@das-markus schrieb am 26. Juli 2017 um 15:04:59 Uhr:


Immer schön Backups machen. :):)

Bringt dir null . Ein Backup lässt sich im Anschluss nicht zurückspielen .

Zitat:

@jennss schrieb am 26. Juli 2017 um 15:29:18 Uhr:


Zum Verkaufen ist es wohl auch schon zu spät... die Diesel-Gebrauchtpreise sind gerade im Keller. Aber wer weiß, vielleicht fallen sie noch weiter...
j.

Gibt es für diese These Belege, anhand von konkreten Zahlen?

Fahrverbot hin oder her. Ich würde nachdem was man hier so mitbekommt sowieso keinen Update Amarok kaufen.

Zitat:

@It is Naoanto schrieb am 26. Juli 2017 um 15:40:18 Uhr:



Zitat:

@das-markus schrieb am 26. Juli 2017 um 15:04:59 Uhr:


Immer schön Backups machen. :):)
Bringt dir null . Ein Backup lässt sich im Anschluss nicht zurückspielen .

Macht jeder Chiptuner. Sollte also kein Problem sein. Genausowenig wie es ein Problem ist, ein aufgrund AdBlue Mangel von der SW gesperrtes Auto (ohne Laptop und OBD Anschluss) wieder zu starten und ganz ohne AdBlue zu fahren.